Pommes & Co.

Fast Food in der Schule: Verbot rechtlich nicht möglich

6. Dezember 2011, 16:09
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    foto: gero breloer dpa

    19 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen in Österreich sind zu dick, acht Prozent sogar fettleibig.

Politik setzt auf Aufklärung und Beratung - Verbot würde EU-Recht widersprechen

Wien - Ungefähr ein Drittel der Sechs- bis 14-Jährigen kommt häufig oder immer mit leerem Magen zum Unterricht. Die Schulbuffets sind da oft erste Anlaufstelle. Denn nur etwa die Hälfte der Kinder bekommt von zu Hause eine Jause mit. Das Angebot auf dem Schulgelände ist aber oft alles andere als gesund. Immer wieder werden daher Rufe nach einem Verbot von Wurstsemmel, Cola & Co. als Pausensnack laut. Zuletzt forderte die steirische Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) ein Verbot von Fast Food in Schulen. Die zuständigen Politiker setzen mangels Alternativen auf Aufklärung und Beratung.

Qualitätskriterien

"Wir wären grundsätzlich auch dafür, dass ungesunde Lebensmittel in den Schulen verboten würden. Das ist aber leider nicht möglich", sagte Fabian Fußeis, Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), unter Verweis auf EU-Recht. Daher setze man auf Bewusstseinsbildung: Die Leitlinie Schulbuffet richtet sich an alle Anbieter, aber auch die für die Vergabe zuständigen Stellen: Die Schulen können bei der Ausschreibung ihrer Buffets entsprechende Qualitätskriterien in die Anforderungen aufnehmen. Ab Jänner 2012 können sich zudem die Betreiber bei der Umstellung ihres Lebensmittelangebots von mobilen Beratern helfen lassen. "Das wird sehr gut angenommen, es gibt bereits zahlreiche Anmeldungen", sagte Fußeis.

Ein Verbot ungesunder Schulbuffets falle formal nicht in die Zuständigkeit des Unterrichtsministeriums, die Organisation von und Verträge mit Betreibern von Schulbuffets gehören in den Bereich der Schulautonomie, sagte Josef Galley aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). "Wir ermutigen die Schulpartner, direkt an den Standorten aktiv zu werden und für gesündere Schulbuffets einzutreten."

Bio-Kost am Mittagstisch

Als Unterstützung gebe es den Nationalen Aktionsplan für gesunde Ernährung mit Beratung und Richtlinien für Schulbuffets. "Dazu gehört es etwa auch zu den Kriterien für das Gütesiegel für Tagesbetreuung, dass der Mittagstisch - streng vom Schulbuffet zu unterscheiden - natürlich gesunde, meist sogar Bio-Kost beinhalten muss, um dieses Gütesiegel überhaupt zu erhalten. Wir achten auch darauf, dass die Direktionen der Bundesschulen für die Tagesbetreuung gesunde Ernährung beim Mittagstisch anbieten", so Galley.

Um gegen Konkurrenz wie Würstelstand und Pizzawagen bestehen zu können, müsse das Angebot an den Schulbuffets gesund und gleichzeitig attraktiv sein, betonte Fußeis: "Das ist aber machbar."

Ernährungsexperten empfehlen für die Jause Vollkorngebäck, Müsli, Obst, Gemüse, ein Milchgetränk oder Joghurt und kalorienarme Getränke wie Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Als Belag eignen sich magerer Schinken, fettarme Wurst, Käse, Gemüse, Obst oder frische Kräuter.

Übergewicht

Oft beginnt das Problem aber schon viel früher: Bei Schuleintritt haben viele Kinder bereits mit Übergewicht zu kämpfen. Laut dem jüngsten Ernährungsbericht aus dem Jahr 2008 sind 19 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen in Österreich zu dick, acht Prozent sogar fettleibig. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 61
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mirko burijan.
00
23.2.2012, 20:19
transfette-verbot wäre doch schon mal was.

Mirabeau
00
20.2.2012, 21:56
Brüsseler Logik.

Das Fast Food Verbot in der Schule würde EU-Recht widersprechen. Das Glühbirnenverbot in unseren Wohnungen dagegen nicht.

Semper Fi
01
16.2.2012, 14:35

Ich finds ehrlich gesagt ein bisschen Strange, dem Fastfood die Schuld an den Körperformen der Menschen zu geben. Ich bin Fastfoodfrei aufgewachsen (auch in den Staaten gibts das...) und war ein sehr dünnes Kind - ich esse aber nachwievor kein Fastfood (garkeines! Nichtmal beim Würschtler ;) - schmeckt mir einfach nicht) und bin, mittlerweise, recht umfangreich. Ich ess aber nur selbstgekochtes Bio Essen oder halt 1-6 mal im Monat auswärts (auch da nix was allzuschnell geht :>), dafür aber gleich 2-4 Portionen auf einmal - hab halt einfach Hunger! Vom Fastfood kann ich halt einfach weniger essen, als vom frischen selbstgekochten, aber ein Burger/Langos/Schnitzelsemmel/...ab und an hat noch niemanden Fett gemacht, es geht um die Maßlosigkeit

Mathias1337
10
20.2.2012, 15:35
Der letzte Halbsatz hätte auch gereicht

carbonara
00
27.1.2012, 19:38
Was ist so schlecht am fast-food ?

Wie bei allem, macht´s die Dosis (vgl. Paracelsus).

insigma
00
24.1.2012, 19:52
" nur etwa die Hälfte der Kinder bekommt von zu Hause eine Jause mit"

aha. und deshalb soll ein flächendeckendes verbot her. rauchen geht nach wie vor, immerhin schneidet der staat da nicht unwesentlich mit.

wären die eltern nicht zu faul, den kindern was gscheits mitzugeben, gäbe es dieses problem nicht.

sonne-licht
 
00
20.12.2011, 11:29
rechtlich nicht möglich!

eine fettsteuer wär schon was bei menschen!

wer gelesen hat wie ein ca. 150 kilo mann bei zusammenbruch mit einem kran geborgen wurde - wer zahlt das? und die auswirkungen bei den frauen sieht wie sie zunehmen aus frust dann noch psychisch labil wirken, kann sich ausmalen was in zukunft für schwere gesundheitliche belastungen rollen auf uns zukommen!

übermut tut eben selten gut!

Freddy alien merkury
00
11.12.2011, 13:03
Wann gibt's endlich a gscheide Stelzen zum Frühstück statt dem faden Macky-klumpert.

Salz Burger
00
10.12.2011, 15:55

Ich verstehe die Kinder. Gleich nach dem Aufstehen habe ich auch keinen Hunger und möchte da nichts essen.
Ich plädiere für Frühstücksangebote in den Schulen bis 10 Uhr Vormittag. Ham & Eggs sind schnell gemacht, billig und eine vollwertige Nahrung.

Freddy alien merkury
00
11.12.2011, 13:08
Ham & Eggs sind zu wenig, a Stelzen muß her!

Salz Burger
00
11.12.2011, 13:26

Ich esse gerne und viel Fleisch. Aber eine Schweinshaxe zum Frühstück, das ist sogar mir zu viel.

>t<
00
10.12.2011, 11:39
fettsteuer einführen!!!

jazzica
02
9.12.2011, 17:59

Es nützt eh alles nix, denn solange ein BigMac + Coke für einen Jugendlichen cool und ein Vollkornweckerl mit Biokäs drin + frischgepresster Orangensaft uncool ist......gut, den Rest kann man sich denken.
Aufklärung hilft? Im Träumeland ja. In Ö schaffen's es ja nicht einmal, das Nichtrauchen an öffentl. Orten per Gesetz radikal durchzusetzen. An Schulen, in Restaurants und Cafes wird weiter gepafft wie eh und jeh...die Nichtraucher im unfreundlichen, die Raucher im kuschelig gemütlichen Teil des Areals....
Und in einem solchen FaulekompromisseLand sollen Kinder ein Schulbuffet mit lauter gesunden Sachen vorgesetzt bekommen? Da lachen nicht einmal mehr die Legebatteriehühner.

Salz Burger
11
11.12.2011, 13:31

Rechnen wir mal zusammen:
Vollkornweckerl: Enthält hauptsächlich Kohlenhydrate und außerdem Giftstoffe mit denen sich das ganze Korn davor schützt, gefressen zu werden.
Biokäse: Überteuert. Normaler Käse hat die selben Inhaltstoffe, ist aber viel billiger, weil man damit keine Pseudo-Religion mit dem ganzen Kontrollwahn zahlen muss.
frischgepresster Orangensaft: Recht viel Zucker. Zusammen mit dem Weckerl verdauungsmäßig nicht gerade optimal. Aber Kinder stecken so was leichter weg, deshalb wird es nicht auffallen.

Heavyweather
21
7.12.2011, 23:39

Einfach nur vegetarische Buffets ausschreiben...

In den Schulen gibt es echt Kebab, Pommes und Käseleberkäs...

Aufklärung auch im Unterricht. Fleisch ist ein Klimakiller und wir können uns auf Dauer auch nicht so weiter ernähren oder sind noch größere Hungersnöte und Unterernährung wirklich so erstrebenswert.
Jeder hat es in der Hand...kein Fleisch mehr essen.

Freddy alien merkury
00
11.12.2011, 13:06
Und wer wird das essen? Die Kinder sicher nicht!

Liebe Österreicher und Österreicher
00
9.12.2011, 17:39
Interessant

ist, dass der Mensch auch dann, wenn er nur vegetarisch isst, immer Fleisch daraus macht, nämlich sich selbst.
Phänomenal, oder?

john lebovski
04
8.12.2011, 22:59

ja wurstsemmeln in schulen unbedingt verbieten! weil, wenn unser kinder in der schule keine wurstsemmeln mehr essen dürfen, dann freut sich unser klima und die hungernden in afrika. echte win-win situation. wir sollten überhaupt mehr verbieten!

Vorstadtmama
 
00
9.12.2011, 10:46

Die Kinder kaufen sich die Wurstsemmeln eh am Schulweg. Oder sie bekommen sie von den Eltern mit. Verbieten bringt nix.

LL MM
21
8.12.2011, 18:18

Jetzt wollen wir mal nicht übertreiben....

Franz Bim
 
00
7.12.2011, 21:52
Reine Symptombekämpfung

Gesunde Ernährung ist in der Schule im derzeitigen System prinzipiell unmöglich. Die Pausen sind viel zu kurz, LehrerInnen sorgen für zu wenig Disziplin, daher ist es zu laut, MitschülerInnen machen unappetitliche Sachen, wie zum Beispiel mit angespukten Papierkugeln herumzuwerfen, wem da nicht der Appetit vergeht, hat zumindest so viel Stress, dass es schon ziemlich egal ist, ob das, was er/sie hineinwürgt nun viel Zucker und Fett enthält, oder nicht.

coolio
00
7.12.2011, 14:18
mit verboten kommens sofort

weil das stimmen bringt. mit förderungen, anreizen etc. nicht. dann doch lieber kampagnen. also sinds so nötig wie ein kropf.

Hupfauf
03
7.12.2011, 13:07
Verstehe ich nicht ...

Wenn ich eine Kantine bzw. Buffet zur Pacht ausschreibe kann ich doch wohl in den Vertrag hineinschreiben was verkauft werden darf oder nicht !

[(x+y)]
02
8.12.2011, 14:03

könnens machen, ob sich dann ein betreiber findet ist eine andere sache. die wollen gewinn machen, verständlich, und den fährt man nicht mit bioprodukten ein sondern mit dem billigen zuckerlzeug und der schnell zur verfügung stehenden fertignahrung. das muss alles schnell schnell in den 5' pausen unters volk gebracht werden.

fibiundchillie
00
7.12.2011, 14:17

richtig, bei Neuausschreibung. bei bestehenden verträgen könnte es anders sein, wenn die änderungen so weit gehen, dass die vertragsgrundlage verlassen wird.
wie immer das juristisch heisst. müßten aber heftige änderungen sein.

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