Studienanfänger

SPÖ beharrt auf verpflichtender Studienberatung

6. Dezember 2011, 15:46

Trotz Einigung zwischen Wissenschaftsministerium, uniko und ÖH

Wien - Die SPÖ besteht weiter auf die Einführung einer verpflichtenden Studienberatung. Wie Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz betonte, sei diese für die SPÖ "sehr wichtig", immerhin würde sich Jahr für Jahr ein hoher Prozentsatz der Studienanfänger für nur zehn Prozent der angebotenen Studien entscheiden. Die Ansage Schmieds kommt drei Wochen nach der Einigung zwischen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), Universitätenkonferenz (uniko) und Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH), von der Verpflichtung abzusehen.

Ursprünglich war geplant, dass ab dem Wintersemester 2012/13 nur noch jene ein Studium beginnen dürfen, die vorher eine verpflichtende Studienberatung in Anspruch genommen und ein Motivationsschreiben verfasst haben. Schüler sollten im Maturajahr im Idealfall von einem entsprechend geschulten Lehrer, alle anderen bei Beratungseinrichtungen informiert werden.

Vorverlegte Inskriptionsfrist

Laut Schmied soll an diesem Plan nicht gerüttelt werden, sie erwartet in den nächsten Tagen einen Entwurf zur Neuregelung mit vorverlegter Inskriptionsfrist und erwartet, dass darin auch die verpflichtende Studienberatung enthalten ist. Bezüglich der dazu nötigen Ressourcen geht sie davon aus, "dass man die Studierendenberatung, wenn man sie leisten will, auch leisten kann". Das Wissenschaftsministerium verweist am Dienstag gegenüber der APA auf die laufenden Gespräche mit der SPÖ und darauf, dass sich uniko und ÖH geschlossen für eine Abschaffung der Verpflichtung ausgesprochen hatten.

Der im September eingebrachte Verordnungswurf des Ministeriums, der noch eine verpflichtende Studienberatung vorgesehen hat, war von den Rektoren "vehement" abgelehnt worden. Kritik kam u.a. am "hohen administrativen Aufwand und Formalismus" sowie vonseiten der ÖH an der Verpflichtung auf. Mit dem Wissenschaftsministerium wurde schließlich ein Ausbau der Studienberatung und eine Abschaffung der Verpflichtung vereinbart.

Beratung "aus Interesse, nicht aus Zwang"

Daran will die ÖH auch festhalten. "Junge Menschen sollen sich aus Interesse beraten lassen, nicht aus Zwang", betont ÖH-Generalsekretär Peter Grabuschnig (Fraktion engagierter Studierender, Fest) am Dienstag in einer Aussendung. "Wichtiger ist, dass das Beratungsangebot auf mehreren Ebenen breit ausgebaut wird, sodass es alle potenziellen Studentinnen und Studenten erreicht." Die ÖH arbeite gerade an einer Verdoppelung des derzeitigen Angebots. (APA)

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24 Postings
665
00
9.12.2011, 00:09
es gibt einen hochschulbericht

der natürlich keine inhaltliche beschäftigung mit der studienwahl ersetzt, aber information über durchschnitts-studiendauer, dropoutquoten, arbeitsmarkt, berufsbilder etc. hilft schon ganz gewaltig weiter.
aber sucht den mal, ist gut versteckt. wäre ja blös wenns die studierenden schon vorher wissen

Got Your Nose!
10
8.12.2011, 22:54

also da geh ich mal mit der ÖH auseinander. ich fände ein verpflichtende beratung okay. so als klassenlehrausgang vor der matura hätte ich das gerne gehabt. käme sicher gut an, alles ist besser als unterricht in der 8. ;)

a_ch
02
8.12.2011, 12:49
Besser wäre ...

... eine verpflichtende Beratung für Politiker: Bevor sie eine Reform beschließen, sollten sie Gespräche mit echten Praktikern (nicht: Funktionären, Gschaftlhubern etc.) führen müssen.

gwfak
00
8.12.2011, 00:05
Das sieht nach guter Lobbying-Arbeit der BFIs aus.

Es zahlt die Allgemeinheit. Es profitieren parteinahe Institutionen. Danke Frau Doktor!

Plus Lucis
00
7.12.2011, 21:58

Ich bin vor meinem Studium zur BeSt gegangen, zur ÖH-Beratung und zu einer Informationsveranstaltung einer bestimmten Studienrichtung. Außerdem habe ich mit Studenten in den ersten Jahren in mich interessierenden Studienrichtungen gesprochen.

Meines Wissens nach gibt es diese Möglichkeiten immer noch.

Chemist88
00
8.12.2011, 00:44
klar

das ist auch die beste Variante. Ein Maturant sollte fähig sein sich so zu informieren. Ansonst ist er mMn eh nicht für ein Studium geeignet.

Got Your Nose!
00
8.12.2011, 22:55

den beratungen auf der best trau ich nicht. trotz meiner eher durchschnittlichen leistung in der mathematik habe ich maschinenbau herausbekommen (wie witzigerweise alle mit denen ich dort war auch...)

Chemist88
00
8.12.2011, 23:26
wenn sie

auf der BEST etwas "herausbekommen" haben Sie was falsch gemacht...

Got Your Nose!
00
9.12.2011, 00:08

wenn ich mich an einen tisch mit einem computer und einer nett lächelnden promotion-dame setze, die form ausfülle und dann ein ergebnis herausbekomme, habe ich diesen einen schritt wahrscheinlich vorschriftsmäßig durchgeführt.
war aber eben mehr aus jux und tollerei, hatte mich eigentlich schon am vortag informiert.

Chemist88
00
12.12.2011, 00:18
ok

dann haben Sie es richtig gemacht.

Veronika Lenz
00
7.12.2011, 20:07

Studiengebühren und verpflichtende Beratung ist beides gleichermaßen undurchdacht

kleiner Schelm
00
7.12.2011, 20:00

Wenn die Studienberatung für Schmid und die SPÖ so wichtig ist, soll sie doch hingehen --- und nicht andere, die bereits wissen was sie interessiert, zu so einer Zeitverschwendung ZWINGEN.

Seria
20
7.12.2011, 18:45

wer nicht weiss was er will wird halt mal was versuchen und, vielleicht, nach 2-5 Semester wechseln. Das ist ok solange nicht die Allgemeinheit für solche Vergnügen gerade stehen muß

Got Your Nose!
01
8.12.2011, 22:57

pssst, das ist doch ganz phöse. heute hat uni ein leben am existenzminimum im stress der mindestzeit in einem der wirtschaft dienlichen studium zu sein, nicht sowas nutzloses wie selbstverwirklichung, orientierung oder trainieren der geistigen fähigkeiten auf vielen gebieten!!

Radio Eriwan
00
7.12.2011, 08:04
Justament, oder was?

metalwoman
02
6.12.2011, 21:30

Verpflichtende Studienberatung für alle? Das sieht dann so aus: ein paar hundert Leute setzen sich in einen mehrstündigen Vortrag, am Schluss bekommt jeder eine Anwesenheitsbestätigung und das wars.
Überhaupt wird bei den meisten Infoveranstaltungen meiner Erfahrung nach ohnehin nur Imagepflege für die jeweilige Uni gemacht. Wie das Studium wirklich ist, erfährt man erst, wenn man es selbst durchlebt.

fizcaraldo
00
6.12.2011, 16:54

"Schüler sollten im Maturajahr im Idealfall von einem entsprechend geschulten Lehrer, alle anderen bei Beratungseinrichtungen informiert werden."

Der Lehrer kennt dann jede in Österreich angebotene Studienrichtung im Detail?

Thomas Müller
10
6.12.2011, 22:24

Diese Studienberatung wird bereits in manchen Schulen von extra dafür geschulten Lehrern durchgeführt. Meines Wissens geht es dabei für die Schüler nicht darum, sich dezitiert für genau einen der zig Ausbildungswege festzulegen, sondern um mal abzustecken und zu reflektieren in welchen Bereich die Neigungen, Stärken und Schwächen liegen.

RS69
 
00
21.12.2011, 23:57

Gerade Lehrer haben nur Lehramt studiert, und üblicherweise auch nie in den nach den Studien zugänglichen Jobs gearbeitet - und können nicht so sehr viel aussagen.

Thomas Müller
00
22.12.2011, 22:30

Jemand der nicht Lehramt studiert hat, sondern eine andere Fachrichtung kennt wohl auch nur die dann zugänglichen Jobs aus eigener Erfahrung.

RS69
 
00
23.12.2011, 07:13

Als Akademiker - speziell als Techniker - haben's Zugang zu einer hohen Bandbreite an Jobs.

Aber: Leute, die einen Job haben wissen (wie eingeschränkt auch immer) wie es draussen zugeht. Leute, die nur unterrichten kennen den Lehrbetrieb.

Thomas Müller
00
23.12.2011, 14:53

Volle Zustimmung, vor allem zum zweiten Absatz:

Leute, die noch nie etwas anderes außer Schule, Uni und dann wieder Schule gesehen haben, haben oft eine - um es mal wertfrei zu formulieren - andere Sicht der Dinge. Weiblichen Lehrkräften fehlt auch noch die außerschulische Erfahrung beim Heer oder Zivildienst, befinden sich also vom 6. Lebensjahr an ununterbrochen in schulischen Einrichtungen.

Chemist88
00
8.12.2011, 00:43
"reflektieren"

Wie ich dieses Wort liebe. Schön dann weiß der Schüler "ich mag Naturwissenschaften, ich will etwas in die Richtung machen" und muss sich dann (so wie es früher war) sowieso selbst informieren was es nicht alles gibt weil der Lehrer davon definitiv keine Ahnung hat.

1. ist dann der Titel "Studienberatung" falsch.
2. Sollte jeder Maturant selbst wissen/in der Lage sein herauszufinden was ihm liegt.
3. Behabt man damit das Problem nicht, dass viele dann in einem Studium landen, das aber komplett anders ist als sie gedacht haben (das sollte ja die Studienberatung verhindern)

Chemist88
00
6.12.2011, 20:21
na klar

da sieht man, dass sich das Leute überlegen die keine AHnung und absolut überbezahlt sind.

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