NÖ Mobilfunkpakt sparte Betreibern bisher 28 Mio. Euro

6. Dezember 2011, 15:19

Bei Ausrollung von LTE noch mehr Potenzial vorhanden

urch den 2005 zwischen dem Land Niederösterreich und den Mobilfunkanbietern geschlossenen Mobilfunkpakt, wonach Handymasten mehrfach genutzt werden sollen, haben die Betreiber laut einer Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung bereits rund 28 Mio. Euro eingespart. Für die begonnene Ausrollung der vierten Mobilfunkgeneration, dem LTE-Netz (Long Term Evolution), seien in ganz Österreich Einsparungen von rund 65 Mio. Euro möglich, sagte Studienautor Christian Helmenstein am Dienstag in einer Pressekonferenz in St. Pölten.

"Steuerungseffekt"

Laut Landeshauptmann Erwin Pröll (V) ist der "Steuerungseffekt" und damit das "vorderste Ziel" beim Beschluss des Paktes gelungen. 2005 habe es in Niederösterreich noch 800 einzeln genutzte Masten gegeben. Von den 1.355 derzeit im Bundesland verwendeten Handymasten würden 913 mehrfach und 442 einzeln genutzt. Die Mehrfachnutzung liege daher bei 67 Prozent, im Österreich-Durchschnitt bei 48 Prozent. 43 Masten seien in den vergangenen sechs Jahren zur Gänze abgebaut worden.

Daneben habe das Bundesland auch wirtschaftlich und technologisch profitiert. Die Endkundenpreise seien seit 2005 um 65 Prozent gesunken, wozu die Mehrfachnutzung der Handymasten beigetragen habe, meinte auch Helmenstein. Außerdem sei die Versorgung mit Breitbandanschlüssen nicht nur, aber auch im ländlichen Raum seit damals deutlich gestiegen - laut der Studie von 35 auf 84 Prozent. Der Versorgungsgrad mit UMTS liege bei 77 Prozent. Dies sei für das Wirtschaftswachstum ein entscheidender Impuls, betonte der Ökonom.

"Weisheit des Rückblicks"

Orange-CEO Michael Krammer sah in der Mehrfachnutzung auch die Zukunft für den Mobilfunk. Aus der "Weisheit des Rückblicks" könne man sagen, dass die Idee einen "Trend eingeleitet" habe. Ein Land wie Österreich sei zu klein, um darin vier parallel betriebene Infrastrukturen wirtschaftlich führen zu können. Künftig werde auch die statische Problematik wegfallen: Früher musste jeder Betreiber seine eigene - oft sehr schwere - Antenne auf den Mast montieren, was dank einer seit zwei Jahren existierenden Technik hinfällig geworden sei, da man nun über eine Antenne mehrere Frequenzen fahren könne, erklärte Krammer. Dies sollte zu noch weniger Standorten und Kosten - das Aufstellen eines Mastes kostet rund 80.000 Euro, für den Zweit- und Drittnutzer etwa 85 Prozent davon - bei besserer Versorgung für die Kunden führen.

Der Mobilfunkpakt war im Herbst 2005 nach monatelangen heftigen Diskussionen zwischen dem Land NÖ und den Mobilfunkbetreibern beschlossen worden. Ausgangspunkt war, dass das Land den Betreibern im Juni 2005 eine Handymastensteuer auferlegte, um dem "Wildwuchs an Sendeanlagen", wie es damals hieß, entgegenzuwirken. Von den Unternehmen und den politischen Gegnern wurde das Vorgehen scharf kritisiert und als "reine Geldbeschaffungsaktion" bezeichnet, Kostensteigerungen für die Kunden wurden angedroht. Erst Ende Oktober wurde der Streit, der auch fast zu einem EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich geführt hätte, beigelegt, das Gesetz zur Handymastensteuer im Dezember im Landtag wieder aufgehoben. (APA)

Barnsly66
00
7.12.2011, 13:14
Der Herr Pröll hat wieder mal eine Studie

zu seinen Gunsten beauftragt. Die Zahlen sind absoluter Schwachsinn. Wenn sich die Mobilfunker soviel sparen würden, dann würde es längst in ganz Österreich einen Mobilfunkpakt geben.

Eva Winter
00
6.12.2011, 22:33
Und wie war das mit den neuen Masten für den Behördenfunk

.. da wurden einige Masten errichtet.
Tja, wenn das Land beteiligt ist, dann geht es.

TicTacMoe
00
6.12.2011, 18:07

handymastensteuer?
bremst den ausbau von infrastruktur im ländlichen raum künstlich, sehr sinnvoll liebe politiker..

naja ist ja zum glück abgeschafft worden

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