Schuldenbremse

Regierung beharrt auf Verfassungsrang

6. Dezember 2011, 10:25

Faymann will weiterhin Gespräch suchen - Vorgehen von Ratingagentur Standard & Poor's "ungerechtfertigt" - BZÖ bleibt bei Nein

Wien  - Die Regierung hat noch einmal an die Oppositionsparteien appelliert, einem Verfassungsgesetz zur Schuldenbremse zuzustimmen. Besonders angesichts der drohenden Herabstufung der Euro-Zone durch die Ratingagentur Standard & Poor's sei dies ein wichtiges Ziel, sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag nach dem Ministerrat. Sollte diese Woche im Nationalrat nur ein einfaches Gesetz beschlossen werden, wolle man weiter das Gespräch mit der Opposition suchen.

Auch der Bundeskanzler zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Opposition entweder gar nicht verhandeln wolle, oder den Ernst der Lage nicht erkenne. (derStandard.at berichtete) "Natürlich, wir geben das nicht auf", antwortete er auf die Frage, ob die Regierung weiterhin eine Verfassungsmehrheit zur Schuldenbremse suchen werde. Dafür hat er sich eine neue Deadline gesetzt. Bis 2012 soll die Schuldenbremse mit Hilfe der Oppositionsstimmen in den Verfassungsrang.

Spindelegger "betrübt"

"Ich bin äußerst betrübt darüber, was die Opposition an Schauspiel hier an den Tag legt", meinte auch Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP. Aber: "Wir haben immer noch Zeit, dass die Opposition sich am Reimen reißt." Der Vizekanzler kündigte wie zuvor Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) an, zumindest die mit den Ländern paktierten Ziele zur Schuldenbremse via 15a-Vereinbarung festzuhalten.

Das Vorgehen der Ratingagentur Standard & Poor's, welche die Länder der Eurozone auf ihre Watchlist gesetzt hat, hält Faymann für "ungerechtfertigt". Umso wichtiger sei es nun, "unabhängiger zu werden" was die Finanzmärkte, die Rating-Agenturen und derartig "übertriebene Bewertungen" betrifft. Gerade darum sei die Schuldenbremse im Verfassungsrang "zur Verteidigung unserer Bonität" wichtig. Auf EU-Ebene müsse nun beraten werden, wie man die Einhaltung der Schuldenbremsen kontrollieren werde, so etwa durch die Europäische Kommission und wenn nötig durch den Europäischen Gerichtshof. "Die Schuldenbremse ist der Rahmen, der muss gefüllt werden", meinte Spindelegger dazu.

BZÖ bleibt bei Nein

Die Appelle der Regierung, der Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung angesichts der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's doch noch zuzustimmen, stoßen beim BZÖ auf taube Ohren. Bündnis-Obmann Josef Bucher machte den Koalitionsparteien am Dienstag in einer Pressekonferenz keine Hoffnung. "Wenn sie jetzt erst draufkommen, ist das reichlich spät", sagte Bucher.

Bucher berichtet, dass es derzeit keine Gespräche mit den Koalitionsparteien mehr dazu gebe. Er schränkte jedoch ein, dass das BZÖ "immer zur Stelle" sei, wenn Gespräche gewünscht seien. Der BZÖ-Obmann hält es auch bezüglich einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit für nicht so entscheidend, ob eine Schuldenbremse beschlossen wird. Wichtiger seien die Maßnahmen, um diese mit Leben zu erfüllen. "Nicht die Verpackung, sonder der Inhalt", sei entscheidend.

"Absurd" und "skurril" findet Bucher die Versuche der Koalitionsparteien, dem BZÖ die Schuld für das Scheitern der Verfassungsmehrheit für die Schuldenbremse in die Schuhe schieben zu wollen. Die Verantwortung dafür liege bei SPÖ und ÖVP, nicht bei seiner Partei. (APA)

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Zukunftsoptimist1
00
7.12.2011, 16:34
Man mag über Bucher denken, was man will -

in diesem Fall hat er absolut Recht. Die Regierung inklusive UHBP haben geglaubt, mit ein bißchen Schuldenbremskosmetik die Ratingagenturen und damit auch die EU besänftigen zu können, mit Versprechen, welche die nächste Regierung zu halten hätte. So erbärmlich haben zuletzt die Griechen die EU hinters Licht zu führen versucht. Jetzt das BZÖ dafür verantwortlich zu machen, dass es bei diesem Zirkus nicht dabei sein wollte, ist letztklassig. Letztklassik auch die Art und Weise, wie unsere zwei unfreiwilligen Kabarettisten versucht haben, Bucher durch den Kako zu ziehen. Statt ihr Scheitern in der Budgetpolitik, ihren Willen, sich wie schon einmal, auch über die Verfassung hinwegzusetzen, einzugestehen, nun einen Prügelknaben zu suchen: PFUI!

Lord Chaos
00
7.12.2011, 16:20
Teil 2

Von den Finanzmärkten unabhängig werden ist mit 70+ % Staatsschulden unrealistisch.
Die Schuldenbremse bringt kein bisschen Unabhängigkeit sondern ist eine Beruhigungspille für die Märkte damit man weiter Geld bekommt und sich noch tiefer in die Abhängigkeit bringen kann.

Lord Chaos
00
7.12.2011, 16:18
Teil 1

Das Vorgehen der Ratingagentur Standard & Poor's, ... , hält Faymann für "ungerechtfertigt". Umso wichtiger sei es nun, "unabhängiger zu werden" was die Finanzmärkte, die Rating-Agenturen und derartig "übertriebene Bewertungen" betrifft. Gerade darum sei die Schuldenbremse im Verfassungsrang "zur Verteidigung unserer Bonität" wichtig.

Wie kann man derartigen Unsinn reden? Von den Finanzmärkten unabhängig werden bedeutet keine neue Schulden machen zu wollen. Erstens widerspricht dies sozialdemokratischen Wirtschaftsmodellen und zweitens ist die 'Schuldenbremse' hierfür ein untaugliches Mittel.

Pierre d´Aubusson
00
7.12.2011, 15:19
Die Apelle der Regierung...

Ja, ich hab sie gehört, ab dem Mittagsjournal jede Stunde. Und ich hab sie auch ghört, die bereitgelegten Antibrüssler Hakenkreuze, die da schon bereitgelegt waren.

Geht denen so der Reis, daß sie unbedingt das "Finanzwirtschaftliche Ermächtigungsgesetz" brauchen, wenns eigentlich mit Sparen auch ginge?

Und den als SPÖ-Zuchtmeister agierenden Cap hat man wohl aus Mitleid mit Faymann aus den stündlichen Nachrichten gestrichen. Daß es da im Gebälk ordentlich kracht ist unüberhörbar.

Aktive Arbeitslose
00
7.12.2011, 11:51
Warum nicht endlich auch das Recht auf EXISTENZ in die Verfassung?

Wenn die sozialen Menschenrechte endlich in den Verfassungsrang gehoben werden und das EXISTENZRECHT endlich auch im Einzelfall einklagbar wird, dann haben wir nix dagegen ...

Laut dem Wiener Universtätsprofessor Wiederin ist Österreich so ziemlich der einzige Staat der Erde der seine Bürger verfassungskonform verhungern lassen kann.

ÄäÖöÜüß
20
7.12.2011, 10:46
Wenn das BZÖ jahrelang eine Schuldenbremse in der Verfassung fordert

... sie aber dann dann verhindert, wenn sich die Gelegenheit bietet, dann ist das echt eine riesen Frechheit.

Die gesamte Opposition hat in dieser Angelegenheit klar aufgezeigt, dass Ihr politisches Kleingeld wichtiger ist, als eine gemeinsame Lösung.

Zukunftsoptimist1
10
7.12.2011, 16:36
Was die Regierung vorschlägt,

ist keine Schuldenbremse, sondern ein Riesenschmäh. Man muss sich nur die Mühe machen, die Regierungsvorlage zu lesen!

maus 14
20
6.12.2011, 19:40

die brennende frage -vorsorge

wer sichert eine vorsorge über 45jahre
anbote gibts
zb. von obv
45 jahre ist eine lange zeit

maus 14
10
6.12.2011, 19:30

regieren ratings alle schon?
wer kontrolliert ratingagenturen?
schwimmen ratingagenturen im freien markt herum?
können ratingagenturen währungen manipulieren?
und staaten ruinieren oder fördern?

wieso ist europa jetzt drann , wieso nicht usa
wieso kauft china die halbe welt ein?

Zukunftsoptimist1
00
7.12.2011, 16:39
Nicht die Ratingagenturen

ruinieren die Staaten, sondern deren Regierungen mit ihren Schuldenbudgets. Wer Jahrzehnte lang auf Pump lebt, zielt auf diesen Ruin ab. Die Ratingagenturen stellen bloß fest, wer das in welchem Umfang tut. Es ist gut, dass sie sich keinen Maulkorb umhängen lassen. Da könnten die Regierungen noch 5 vor 12 umkehren - wenn sie wollten.

maus 14
10
6.12.2011, 19:14

was würde mit spareinlagen passieren , wenn der euro nicht mehr ist?

Althase
03
6.12.2011, 19:41

das selbe wie mit Schuheinlagen, wenn der Schuh nimmer ist

maus 14
30
6.12.2011, 19:57

sie müssen viele schuheinlagen haben,um über spareinlagen von echten sparern zu lächeln oder witzig rüberzukommen

daemeth
10
6.12.2011, 19:22

die wären immer noch da.

bei der geldentwertung wirds halt nur viel weniger wert sein^^

Helmut Hromadnik21
 
00
6.12.2011, 19:12
............"Regierung beharrt auf Verfassungsrang".......

Die "schuldenbremse" ist der RUIN DER WIRTSCHAFT!

Das sage nicht ich, sondern fachleute, und nicht die "NULLEN", die in dieser regierung sitzen und nur nachplappern, was MERKEL und SARKOZY "vorbeten".

Da die kapitalistischen kreditgeber auf ihr geld nicht verzichten werden, ist eine krise zu erwarten, die den kapitalismus hoffentlich "pulverisieren" wird !

Zynami
00
7.12.2011, 07:57
Kein Problem,

nach vieler Ansicht muss man nur die Schulden per Verfassungsgesetz eliminieren. Wann kommt endlich dieses Gesetz? Damit hätten wir alle Schulden schlagartig eliminiert & könnten so weiter machen wie bisher, bis es halt wieder mal so weit sein wird.

Also kein Problem.

maus 14
10
6.12.2011, 19:04

brauchen wir noch selbständige staaten ,ein europa
wenn ratingagenturen alles overrulen?

mit geld,mit devisen,mit aktien,mit gold,mit spekulations………….
ist der euro noch sattelfest?

Quacksalber 300
00
6.12.2011, 19:02
Aha

Um von den Finanzmärkten "unabhängiger zu werden" macht man also genau das, was ebenjene befehlen.
Also langsam werden die neoliberalen Erklärungsversuche (auch wenn sie von einem formalen Sozialdemokraten stammen) so richtig peinlich

Zukunftsoptimist1
00
7.12.2011, 16:44
Wer Geld borgt,

wills wieder zurück haben und Zinsen obendrein. Von schlechten Schuldnern verlangt er höhere Zinsen, weil das Risiko höher ist.
Wer sich Geld leiht, tut dies auf dem "Finanzmarkt". Der könnte nur dann unschuldig sein, wenns ihn gar nicht gibt. Dann aber kann sich der Staat auch kein Geld ausleihen, dann muss er wählen zwischen Notenpresse (Inflation) in eigener Währung oder Steuerschraube anziehen (bei allen Einkommen, sonst bringts nicht genug) = umverteilen oder beides (meistens dieses). Frage: was wollen wir?

Zynami
00
7.12.2011, 07:58
Daher alle Schulden per Verfassung streichen!

So einfach ist's.

happyhour1
 
02
6.12.2011, 18:42
Ich stelle mir die Gesichter...

... dieser beiden Herren nach der nächsten Wahl vor. Wird sich die Mehrheit, an die sie sich klammern, dann noch einmal ausgehen? 26% plus 22% macht....
Es gibt kaum mehr Schlimmeres als die demokratischen Einrichtungen der Republik in den Händen von Pröll, Faymann, Mikl-Leitner, Rudas, Fekter, Cap und Bures zu wissen...

Althase
01
6.12.2011, 18:57

Sie haben noch das Vize-Hohlogramm (Spindi) vergessen. Das muss man Ihnen aber verzeihen, denn der ist nun einmal zum Vergessen.

jimmydean
01
6.12.2011, 18:32
wo liegt eigentlich das problem

können sich die beiden totalversager nicht merken, das sie sparen müssen, wenn es nicht in der verfassung steht ?

Helmut Hromadnik21
 
00
6.12.2011, 18:00
FRAGE: Sind wir schon so weit, dass zur bezahlung der zinsen der staatsschulden neue schulden gemacht werden müssen ?

Mathias1337
00
6.12.2011, 18:38
Willkommen im Kapitalismus

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