Razzia 67 Jahre nach SS-Massenmord

6. Dezember 2011, 07:59

Sechs deutsche Beschuldigte zum Massaker von Oradour befragt, bei dem 1944 642 Zivilisten ermordet wurden - Keine "wesentlichen Beweismittel" aufgetaucht

Dortmund/Düsseldorf - Gut 67 Jahre nach dem SS-Massaker an Zivilisten im französischen Oradour-sur-Glane haben Ermittler die Wohnungen von sechs mutmaßlichen Mittätern in vier deutschen Bundesländern durchsucht. Bei den Verdächtigen im Alter von 85 und 86 Jahren wurden aber keine "wesentlichen Beweismittel" aufgefunden, wie die NRW-Zentralstelle für die Aufarbeitung von NS-Massenverbrechen in Dortmund und das Düsseldorfer Landkriminalamt am Montag mitteilten. Die Beschuldigten hätten die Beteiligung an den Tötungshandlungen bestritten oder seien nach ersten Eindrücken der Ermittler nicht vernehmungsfähig gewesen.

Die Beschuldigten sollen als Angehörige des Panzer-Grenadier-Regiments "Der Führer" im Juni 1944 in Oradour-sur-Glane an der Tötung von mindestens 642 Einwohnern des Ortes beteiligt gewesen sein. Die Wohnungsdurchsuchungen fanden den Strafverfolgern zufolge bereits in den vergangenen Wochen statt. Die Verdächtigen leben demnach in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Brandenburg. Durchsucht wurden Wohnungen in Köln, im Großraum Bielefeld, im Großraum Berlin, bei Darmstadt sowie zwei weitere Wohnungen im Großraum Hannover.

Das Massaker von Oradour nahe der Stadt Limoges gilt in Frankreich als Symbol für die Nazi-Barbarei. In Oradour hatten am 10. Juni 1944 etwa 200 Mitglieder der SS-Division "Das Reich" die 642 Zivilisten, darunter 247 Kinder, grausam ermordet. SS-Männer pferchten die Männer des Dorfes in einer Scheune ein und erschossen sie mit Maschinengewehren. Frauen und Kinder wurden in der Dorfkirche eingesperrt, die dann angezündet wurde. Oradour-sur-Glane wurde zum Symbol für die Grausamkeiten der Nazi-Besatzung in Frankreich.

Der Österreichische Auslandsdienst ist seit 2001 mit Zivildienstpflichtigen vor Ort, die bei der Aufarbeitung der Verbrechen helfen. (red/APA/AFP)

Kommentar posten
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der_kleine_pariser
 
00
7.12.2011, 22:44

Das alte Dorf wurde übrigens als Ruine erhalten.

da steht noch der ausgebrannte 202er Peugeot des Dorfarztes auf der Strasse, Nähmaschinen, Hausrat...

Jedenfalls eines der beeindruckendsten Zeugnisse der Nazi-Barbarei.
http://fr.wikipedia.org/wiki/Orad... -sur-Glane

stimme zu
00
7.12.2011, 10:53
Also man muss schon ein großer Optimist sein ...

wenn man glaubt dass man nach 67 jahren noch beweise findet.

razzia nach 67 jahren - ganz gleich in welchem fall - find ich unnötig weil massiv zu spät

Bibabutzemann
00
10.12.2011, 20:32

Wieso nicht?
Tagebuchaufzeichnungen, Briefe etc.

Mord verjährt nicht.

gas karl
00
7.12.2011, 15:31
wer weiß-nachzuschauen ist doch billig

A.Monk
00
6.12.2011, 13:26
die waren damals 18 bzw 19 Jahre alt !

also einfache Soldaten die sicher keine Tötung befehlen konnten.
Was soll das Ganze also ?

Jürgen Rembremerding
00
6.12.2011, 17:24
"also einfache Soldaten die sicher keine Tötung befehlen konnten. "

Aber durchführen!

Jurist0815
00
6.12.2011, 13:23
Welch Überraschung

dass man nach 67 Jahren nichts mehr findet!

Lord Chaos
00
6.12.2011, 17:24

Sicher? Auch damals wurde fleissig fotografiert, Tagebücher geschrieben usw.
Woher glaubst Du zb dass die Fotos von der Wehrmachtsausstellung kommen?

Poldi Fesch
00
6.12.2011, 14:37
speziell bei

denen daheim

der_kleine_pariser
 
00
7.12.2011, 22:46

Naja, was die Leut' so alles aus >nostalgischen< Gründen zu Hause herumliegen haben wenn sie sich in Sicherheit wiegen.

Versuch war's wert.

Poldi Fesch
00
7.12.2011, 22:50
naja, wenns hoch kommt

Uniformteile

der_kleine_pariser
 
00
10.12.2011, 22:29

Photos, Tagebücher...

Poldi Fesch
00
11.12.2011, 00:07
:) die Handykamera

1944 ? bzw. Tagebuecher des Schuetzen Arsch ?

Richtig2
10
6.12.2011, 12:48
Welchen Sinn hat es da jetzt noch zu ermitteln?

Die Tatverdächtigen sterben doch eh vor einem Prozess und wenn nicht, dann werden sie eh aus Gesundheitsgründen nicht zu einer Strafe verurteilt.

yoda3
10
6.12.2011, 13:14
profilaktisch

alle noch lebenden ssler in den knast, deren pensionen auf mindestpension reduzieren, wahlrecht entziehen.

Lord Chaos
00
6.12.2011, 17:25

Ist etwas drastisch. Ab '44 konnte man auch zur SS eingezogen werden. Dies betraf v.a. Ungarndeutsche.

flohimpelz
02
6.12.2011, 12:27
Amphetamin Junkies beim letzten Gefecht,

die waren so zugedröhnt dass sie nur mehr schießen und killen wollten. Die haben ihre Aggressionen noch ohne Computerspiele ausgelebt.

quick & dirty
30
6.12.2011, 12:46
was will uns ihr dummes posting sagen?

.

flohimpelz
00
6.12.2011, 13:43
googeln sie "Wehrmacht" und "Pervitin"

informieren müssen sie sich selbst, auch wenn es viel verlangt ist.

Mann40
00
6.12.2011, 14:48

hochinteressant, danke, wusste ich noch gar nicht

Schinkenfleckerl 3000
15
6.12.2011, 12:10

So ist's recht! Schnelle Justiz- und Polizeiarbeit, da hat man kaum Zeit verloren....

Rabanter
06
6.12.2011, 11:49
Empfehlung -> Es lohnt die ganze Geschichte des Massakers zu lesen...

"Am 13. Februar 1953 verurteilte ein Militärtribunal in Bordeaux 21 im Prozess anwesende SS-Soldaten, darunter 14 Elsässer (Anm: Elsässer = Französische Staatsbürger).... Das Urteil sorgte im Elsass für so große Unruhen, dass das französische Parlament ein Amnestiegesetz erließ. Das Urteil gegen die Elsässer wurde dadurch komplett aufgehoben. Die Urteile gegen die Deutschen wurden in Haftstrafen umgewandelt und die Verurteilten kurz darauf entlassen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Mass... on_Oradour

Mann40
00
6.12.2011, 11:38

wow, so schnell, das ist ja fast eine Lichtgeschwindigkeitsaufklärung, alle Achtung

Cucumuch
19
6.12.2011, 10:00
Mal abgeseehn von der Sensibilität des Themas

würde mich interessieren wie diese "Aufarbeitung" aussieht!
Da sprechen dann Maturanten mit Borderoutfit mit 80 jährigen Franzosen über die Grausamkeiten des Krieges??
Tut mir leid, aber die Sinnhaftigkeit stelle ich schwer in Frage! Sieht mir eher nach bezahltem Frankreichaufenthalt aus wenn ich ehrlich bin.

Der österreichische Gedenkdienst ist seit 2001 mit Zivildienstpflichtigen vor Ort, die bei der Aufarbeitung der Verbrechen helfen.

rewq
01
6.12.2011, 11:01

Wenn es Sie interessiert, könnten Sie auch obigen Link anklicken und wären schon schlauer. Gedenkdiener müssen nämlich einen Tätigkeitsbericht ans Innenministerium schicken. Ich hab Ihnen freundlicherweise mal einen rausgesucht. http://gd.auslandsdienst.at/deutsch/b... thaler.pdf

PS. Den Verein Auslandsdienst nicht mit dem Verein Gedenkdienst verwechseln. Zusammen mit "Niemals Vergessen" sind das die 3 Vereine, die Gedenkdienst anbieten (neben Sozial-und Friedensdienst, die auch als Auslandszivildienst abgeleistet werden können)

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