König ernannte eineinhalb Jahre nach Wahl neuen Premier

6. Dezember 2011, 16:20

Viele alte Gesichter in der neuen Regierung unter französischsprachigem Sozialisten Elio Di Rupo

Eineinhalb Jahre nach der Parlamentswahl hat Belgien wieder einen regulären Premierminister. König Albert II. ernannte den französischsprachigen Sozialisten Elio Di Rupo am Montagabend zum neuen Regierungschef. Der Palast veröffentlichte zudem die Liste der zwölf künftigen Minister. Am Dienstag Nachmitag sind die vereidigt worden, der neue Ministerpräsident, der frankophone Sozialist Elio Di Rupo, und seine zwölf Minister und sechs Staatssekretäre legten am Dienstagnachmittag auf Schloss Laeken im Norden von Brüssel vor König Albert II. den Amtseid ab. Sie gelobten "dem König Treue, der Verfassung und den Gesetzen des belgischen Volkes Gehorsam".

Die meisten der neuen Minister waren auch Mitglieder der geschäftsführenden Regierung unter dem früheren Premierminister Yves Leterme. So wird der amtierende liberale Finanzminister Didier Reynders Außenminister, der flämische Christdemokrat Steve Vanackere wird Finanzminister. Die derzeitige Arbeitsministerin Joelle Milquet von den französischsprachigen Christdemokraten wird Innenministerin. Hinzu kommen sechs Staatssekretäre, von denen zwei bereits in der geschäftsführenden Regierung Leterme vertreten waren.

Am Kabinettstisch sitzen künftig Sozialisten, Liberale und Christdemokraten. Jede Gruppierung hat jeweils eine französisch- und eine flämischsprachige Partei. Die Machtverteilung zwischen diesen Gruppen ist im vom Streit der Landesteile zerrissenen Belgien politisch heikel. Die Hälfte der Ministerposten geht an Vertreter des französischsprachigen Südens, die andere Hälfte an Repräsentanten der Niederländisch sprechenden Flamen.

Nationale Parteien gibt es im zerstrittenen Belgien nicht. Die flämische Separatistenpartei N-VA, die im Parlament die meisten Sitze hat, bleibt in Opposition. Deren Chef Bart De Wever plädiert für eine Abspaltung des reichen Nordens von der wirtschaftlich schwachen Wallonie im Süden.

Die weltrekordreifen eineinhalb Jahre unter einer ungewählten geschäftsführenden Regierung waren den Spannungen zwischen den beiden Sprachgemeinschaften geschuldet. (APA)

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21 Postings
Frohe Weinnächte
 
00
6.12.2011, 11:58
wie lange geht das gut? 2 jahre, 2 monate?

FS 4
00
6.12.2011, 14:49

Ist ja kein Problem, zusammen mit den nächten 1,5 Jahren Regierungsbildung bleibt die aktuelle Regierung dann 3,67 Jahre im Amt, das ist fast eine ganze Legislaturperiode!

partysan
30
6.12.2011, 09:23
Gratuliere, Belgien hat einen Premier der die Sprache der Mehrheitsbevölkerung nicht beherrscht.

Ich denke, das dies nur ein weiterer Schritt in Richtung selbstständiges Flandern ist, den die meisten Flämen können sich nicht vorstellen das Sie jemand vertreten soll der sie nicht einmal versteht. Ich finde es sowieso komisch das jemand in die höhere Politik eintritt der die Sprache der Mehrheitsbevölkerung nicht versteht, und es nicht für nötig befindet sie zu lernen. Ist ungefähr so wie wenn ein schweizer Ministerpräsident nicht Schwitzerdütsch verstehen würde, dort unvorstellbar. Nochdazu ist Belgien wirtschaftlich ein bisschen angeschlagen und die Eurokrise wird auch nicht gerade zum Aufschwung beitragen. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Andreas Hofer10
00
6.12.2011, 23:34

Das mit der Sprache ist nicht so schlimm: da gibt es ein sehr verantwortungsbewusstes Staatsoberhaupt und der kann beide Sprachen. Wenn der neue Regierungschef Probleme mit der anderen Sprache hat, dann wird er sich bei Albert melden.

vheissu
03
6.12.2011, 17:20

Dafür glaubt er nicht, dass die Marseillaise die Hymne von Belgien ist...

Andreas Hofer10
00
6.12.2011, 23:36

Sicher nicht. "Gott erhalte, Gott beschuetze..."

diamant
01
6.12.2011, 17:04
Also Di Rupo ist nicht perfekt in Niederlaendisch, klar,

aber fuer das Amt reicht es leicht!

Er spricht ueberdies ausgezeichnet Italienisch! was braucht man mehr?

Groetjes vanuit Brussel....

Mormoloc
01
6.12.2011, 14:40
Wer versteht schon die 'Flämen'?

Und hätten Sie wenigstens "Bundeskanzler" geschrieben... den gibt es immerhin in der Schweiz. Zur Zeit übrigens eine Bundskanzlerin mit dem schönen Namen Casanova.

gays-come-first
02
6.12.2011, 14:22

flaemisch entlockt den nederlanders ein lachen und das belgische franzoesisch den franzosen ein stirnrunzeln - also was soll's ?
groetjes van s'gravenhage

altbürgermeister
01
6.12.2011, 12:05

Also mit drei dass/das-Fehlern und "den" statt "denn" würde ich mich an Ihrer Stelle nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, was die Sprachkenntnisse anderer Personen betrifft.

Außerdem gibt es in der Schweiz weder das Institut des Ministerpräsidenten noch des Staatspräsidenten.

Nicht genügend, setzen!

vheissu
01
6.12.2011, 10:52

Was ist ein Schweizer „Ministerpräsident“?

Andreas Hofer10
00
6.12.2011, 23:36

Die spinnen, die Roemer.

siu
13
6.12.2011, 09:53
ich kann Ihnen versichern, di rupo versteht wesentlich besser flämisch als z.b. calmy-rey oder burkhalter schwitzerdütsch.

Frohe Weinnächte
 
10
6.12.2011, 11:57
nein tut er nicht.

siu
03
6.12.2011, 14:30

also hier ein beispiel wie di rupo in flämisch kommuniziert: http://www.youtube.com/watch?v=VjsRGabvM-8

er versteht es sehr wohl (hat bei den verhandlungen übrigens auch keinen übersetzer gebraucht), spricht es aber mit starkem akzent.

von calmy-rey oder burkhalter finden Sie ganz sicher keinen einzigen beleg, wo einer der beiden in schwitzerdütsch kommuniziert. im gegenteil, die verstehen schwitzerdütsch gar nicht, geschweige denn dass sie es aktiv sprechen könnten!

vheissu
02
6.12.2011, 17:07

Allerdings muss man dazusagen, dass in der Schweiz offiziell Schweizer Hochdeutsch Amtssprache ist, und nicht Schweizerdeutsch (diese ist die gebräuchliche Umgangssprache), und die Romands «la langue de Goethe» lernen, und nicht den Dialekt.

Hier gibt’s ein Interview mit Calmy-Rey, wo sie Hochdeutsch spricht:
http://www.youtube.com/watch?v=pFcrkD8wWQk

spiehsbürger
00
6.12.2011, 16:51

klingt ned besser wie a franzose der glaubt er spreche englisch ;-)

JdW
00
6.12.2011, 16:33
Passt doch!

Wenn der auf diese Weise mit den Bewohnern Flanderns kommuniziert, dann wird ihn jeder verstehen. Außerdem haben sie etwas zum Schmunzeln... Schmunzeln würden die Wallonen im umgekehrten Fall eines Flämischen Ministerpräsidenten übrigens genauso.

Mormoloc
00
6.12.2011, 17:15
Ich sag nur - Paul Vanden Boeynants.

Mormoloc
00
6.12.2011, 14:38
Wie steht es so schön in einem der beiden Kommentare zu dem Ausschnitt?

"Hij doet het zo slecht nog? niet in het Nederlands. Een beetje meer oefening zal wonderen doen."

Andreas Hofer10
00
6.12.2011, 23:38

Dieses Rezept habe ich auch schon einmal probiert. Wenn man dann in den letzten zehn Minuten Kochzeit etwas Cognac dazu gibt, schmeckt es hervorragend.

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