Kritik an Wahlmanipulation

Nach Demonstrationen marschieren in Moskau Spezialeinheiten auf

6. Dezember 2011, 20:57

Ex-Vize-Regierungschef Nemzow festgenommen - Clinton: Wahl war weder frei noch gerecht - Putin plant Kabinettsumbildung

Moskau - Bei neuen Protesten gegen den Ausgang der russischen Parlamentswahl sind in Moskau und St. Petersburg mehr als 500 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Allein in der russischen Hauptstadt führten Sicherheitskräfte 300 Regierungsgegner, aber auch Menschenrechtler und Journalisten ab, wie Polizei am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax bestätigte. Unter den Festgenommenen war auch Boris Nemzow, einer der Anführer der liberalen Oppositionsbewegung Solidarnost, wurde später aber wieder freigelassen.

Die Kundgebungen waren nicht genehmigt gewesen. Nach Polizeiangaben warfen die Oppositionellen auch mit Glasflaschen auf Demonstranten der Kremljugend. Am Vorabend hatten 6.000 Menschen gegen Wahlfälschungen in Moskau protestiert. Es gab etwa 300 Festnahmen.

Arreststrafen

Zuvor hatte die Staatsmacht Sondereinheiten des Innenministeriums an wichtigen Punkten in Moskau stationiert. Sie sollten unter anderem das Parlament schützen. Mehrere Oppositionelle erhielten wegen angeblichen Widerstands gegen die Polizei mehrtägige Arreststrafen. Der Chef der russischen Menschenrechtsorganisation, Oleg Orlow, warf der Polizei vor, mit "überharter" Gewalt vorgegangen zu sein.

Präsident Dmitri Medwedew wies Kritik an der Wahl scharf zurück. Es sei Sache der russischen Regierung und nicht internationaler Beobachter, aus möglichen Mängeln bei der Abstimmung die richtigen Schlüsse zu ziehen, sagte Medwedew bei einem Treffen mit Wahlleiter Wladimir Tschurow. "Als nächstes sagen sie uns noch, wie unsere Verfassung auszusehen hat", sagte der Präsident der nach den USA größten Atommacht.

In der litauischen Hauptstadt Vilnius forderte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle Russland auf, den Hinweisen auf massive Wahlfälschungen nachzugehen. US-Außenministerin Hillary Clinton nannte am Rande des OSZE-Treffens die Wahl "weder frei noch gerecht". Das Außenministerium in Moskau wies die Vorwürfe als "unannehmbar" zurück. Die USA sollten den Weg der Zusammenarbeit mit Russland weiter verfolgen statt Stereotypen zu verbreiten.

Kritik aus Deutschland

"Der Aufmarsch der Truppen ist ein weiteres Beispiel für den Rückfall in alte Muster russischer Politik", kritisierte der Russland-Beauftragte der deutschen Regierung, Andreas Schockenhoff (CDU), in einer in Berlin verbreiten Mitteilung. "Russland braucht kein Zurück in die Vergangenheit, Russland braucht eine echte Modernisierung."

Die Wahlkommission hatte der von Regierungschef Wladimir Putin geführten Partei "Geeintes Russland" ("Einiges Russland") mit knapp 50 Prozent der Stimmen den Sieg bei der Wahl zugesprochen. In Moskau bejubelten 15.000 Anhänger der Regierungspartei den Erfolg vom Sonntag. Die Regierungsgegner hatten am Vorabend 6.000 Menschen auf die Straße gebracht. Mindestens 300 Teilnehmer waren festgenommen worden.

Der nicht zur Wahl zugelassene Oppositionspolitiker Ilja Jaschin und der bekannte Blogger Alexej Nawalny wurden wie zahlreiche andere Regierungsgegner wegen Widerstands gegen die Polizei zu 15 Tagen Arrest verurteilt. Der Anwalt und Familienvater Nawalny (35), den Medien immer wieder als möglichen Präsidentenkandidaten nennen, ist zum ersten Mal in Haft. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete ihn und Jaschin als politische Gefangene.

Putin forderte seine Partei auf, schnellstens auf die Probleme der Menschen einzugehen und die Verletzung von Menschenrechten zu verhindern. Putin kündigte für die Zeit nach der Präsidentenwahl am 4. März 2012, für die er von der Kremlpartei nominiert worden war, Erneuerungen im Machtapparat an.

Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte zuvor in einem Interview mit dem russischen Dienst der BBC gesagt, dass die Menschen einen "neuen Putin" erwarteten. Der 59-Jährige wolle als "unabhängiger Politiker" wahrgenommen werden. "Er hat die innere Reserve, um die Lage im Land zu verbessern", sagte Peskow. (APA/Reuters)

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Mathias Steinlaus
 
00
9.12.2011, 14:03
Demo der Pro-Kreml-Jugendbewgung "Stal" ("Stahl") in Moskau

Sind diese Jugendlichen auch Mitglieder der "Naschi"?

fare1
01
8.12.2011, 11:13
Revolution

Nach Syrien und Libyen ist Russland dran

Leon Garcia
00
8.12.2011, 07:01
Putin ist ein "lupenreiner Demokrat", dachte ich????

Mathias Steinlaus
 
00
9.12.2011, 14:01
... und wie jeder "lupenreiner Demokrat" ..

.. hat auch Putin seine eigene PJ (Putin-Jugend) auch "Stal" ("Stahl") genannt... klingt nicht wirklich "national" ...

and then there was silence
21
7.12.2011, 09:48

Demokratie ist schon sehr schwer zu verstehen.
Demokratie bedeutet "Herrschaft des Volkes" (aus dem Griech. - und nein, ich musste nicht auf Wikipedia nachsehen ;) )
Und zu einer funktionierenden Demokratie gehört nun mal so etwas wie Meinungs- oder Versammlungsfreiheit dazu. Die russische Regierung will´s nicht verstehen. Aber vielleicht haben sie auch nur Angst, dass sich auch in ihrem Land das Volk erhebt. Ich will nicht darüber urteilen, ob dies gut wäre. Tote und Verletzte können nie gut geheißen werden. Ich wünsche dem russischen Volk alles Gute, Durchhaltevermögen und einen demokratischen Staatsapparat.

Unterstützt bitte dieses Anliegen - und habt Geduld, Gerechtigkeit wird kommen ...

http://www.youtube.com/watch?v=7tiOClGuogY

flohimpelz
00
7.12.2011, 09:31
Schön langsam müsste auch die

größte Dumpfbacke mitkriegen wie das mit den Sicherheitsapparaten weltweit aussieht.
Die Bullen sind immer gegen das eigene Volk aufgestellt, wie man sieht nicht nur bei uns.

Salz Burger
00
8.12.2011, 14:58

Der Eindruck kommt wahrscheinlich daher, weil sich viele Demonstrierer für das ganze Volk halten. Siehe die wenigen Tausend vor einigen Wochen, die sich für 99% halten.

Horst Holzinger
04
7.12.2011, 08:28
Die gleichen, die hier heulen ob der Polizeiknüppel in Russland,

die jubeln bei den Polizeiknüppeln in Heiligendamm 2007 oder beim Wiener Presseball.

Die Bullerei unterscheidet sich nicht in Deutschland, Österreich oder Russland.

Toni Laddorfer
20
7.12.2011, 08:12
Unser lieber HBP Fischer wird seinen Kollegen aus Russland

beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel in seiner VIP Loge bei einem Hausgebrannten einmal so richtig die Leviten lesen.

Red Core
13
7.12.2011, 00:05

he oida wieso zum henker mischen sich die amerikaner da bitte ein das ist russland nicht europa oder irgend ein anderes marionetten land.ausserdem haben die amerikaner selbst daheim probleme die wallstreet demonstrationen in dem die polizei dort mit schlägen knüppeln und tränengass und anderen sämtlichen zeug auf die leute dort losgehen und jetzt habens auch noch ein gesetz dort erabschiedet was jetzt denen erlaubt einen und jeden festzunemen der nur in irgend einer weise was mit den demonstrationen zu tun hat usa ist nun jetzt ein polizeistaat.aber ok russland ist ja da und jetzt lenkens von ihren problemen dort ab stellen russland als sündenbock dar.

Prof. Wolf
00
9.12.2011, 09:32
Warum musst du die Amerikaner für jedes Statement, das sie zu einem US-Ausland-Thema abgeben mit Verweis auf US-Probleme niedermachen?

Dürfen nach deiner Vorstellung nur perfekte Länder sich zum Weltgeschehen äußern? Dann wäre es schnell ziemlich still.

Bürger Europas
71
6.12.2011, 21:40
Der 59-Jährige wolle als "unabhängiger Politiker" wahrgenommen werden.

Das hat Dr ja erreicht. Unabhängig von Volkes Willen.

tramtatam
46
6.12.2011, 20:40
Clinton:

"mein Mann hatte nie Sex mit dieser Frau! und wenn, war das weder frei noch gerecht!"

ich glaubs ihr sofort aufs Wort: sehr glaubwürdige Person! ^^

BMA
21
6.12.2011, 19:20
Kollektion der Wahlfälschungen

http://www.youtube.com/watch?v=H... embedded#!

Bürger Europas
70
6.12.2011, 19:08

Der Teufel zeigt seine Fratze.

papst benedikt
311
6.12.2011, 19:27

bei solch martialischen beiträgen denke ich mir eher:
der dummkopf zeigt sein wahres gesicht.

Bürger Europas
82
6.12.2011, 21:37

Wer geht nochmal in Russland martialisch vor?

papst benedikt
01
7.12.2011, 00:06

niemand. business as usual. da wie dort.

egal9
18
6.12.2011, 21:56

Ja wer denn?
Wie man im Rest Europas unliebsame Versammlungen auflöst:
D: Pfefferspray, Wasserwerfer (mit beigemischtem Tränengas), Knüppel, Pferde, Kampfhunde
Spanien: Gummigeschosse, Knüppel
Gr: Tränengas, Motarradschlägereinheiten
Polen: Gummigeschosse, Knüppel
F: Tränengas (auch aus Hubschraubern), Schockgranaten, Knüppel
Dänemark: Pfefferspray, Tränengas, Knüppel, Kampfhunde

Und nun Russland:
kein Tränengas, kein Pfefferspray, keine Hunde, keine Pferde, keine Gummigeschosse
Knüppel sind vorhanden, aber deren Einsatz konnte ich bisher kaum bis gar nicht feststellen

trestigres
 
00
8.12.2011, 11:23
Ach wäre es doch schön könnten all so super-durch-checker wie Sie möglichst schnell unter den real-demokratischen Bedingungen und Verhältnissen Putinstans leben...

Dort könnten Sie sich prima in die pro-Kreml Demonstranten einreihen die nicht behindert werden, während 51.000 Polizisten gegen regierungskritische Demonstrationen eingesetzt werden, um diese Mundtot zu prügeln. Der 35-jährige Moskauer Andrei Daschewski wohnt in der Nähe des Arbat – mitten im Stadtzentrum. Er war Beobachter in seinem Wahlkreis und sah, dass für Geeintes Russland in diesem Wahlkreis 296 Stimmen ausgezählt wurden. Laut
Protokoll, dessen Daten auch in den Computer eingegeben wurden, waren es allerdings 888 Stimmen für Putins Partei. „Aber der Vorsitzende und der Schriftführer unserer Wahlkommission haben das Wahllokal nach der Auszählung einfach verlassen“, sagt Daschewski.

Bürger Europas
30
7.12.2011, 09:19

Was ist also Ihre Bewertung der Lage in Russland?
Alles bestens?
Keine Medienmanipulation?
Keine massive, unverschämt offene Wahlfälschung?
Keine Unterdrückung oppositioneller Demonstranten?
Keine Nichtzulassung wirklich oppositioneller Parteien?
Keine Diktatur, deren Vertreter behaupten, das ganze Volk würde hinter stehen, während bei einer fairen und freien Wahl vermutlich eher 30-40% wären?
Keine machtgeilen Apparatschiks, die sich als Retter Russlands aufspielen aber nur an die eigene Macht denken?

Supersauberer Supersaubär
50
6.12.2011, 23:48
Genau, die sind furchtbar lieb, die Herrschaften von der OMON

Die fragen vorher immer ganz höflich wenn sie jemanden verhaften "Entschuldigen sie mein Herr, ich ersuche höflichst darum sie verhaften zu dürfen. Ich hoffe sie haben nichts dagegen!". Und im Gefängnis bekommt dann jeder einen Teddy zum kuscheln...
Komischerweise haben Augenzeugen ein ganz anderes Bild von der OMON als die ahnungslosen Putin-Lemminge. Auf der Facebook-Seite von Echo Moskau gibt es viele Berichte. Unter anderem beschreibt jemand wie ein völlig Unbeteiligter weit ab von den Demonstrationen von einem OMON-Schlägetrupp brutal attackiert wurde.
https://www.facebook.com/echomsk.r... 0688566639

Chukche
02
6.12.2011, 22:45

Nicht, dass ich behaupten würde, dass Knüppel eingesetzt würden bzw nicht - aber können Sie es? Will meinen, sind Sie vor Ort?

egal9
03
6.12.2011, 23:11

Da waren hunderte Medienvertreter vor Ort. Wenn also die Polizei brutal vorgegangen wäre, dann gäbe es davon mit Sicherheit Videos.

Die Bilderserie, die der Standard hat, ist ja auch vergleichsweise harmlos. Halt Festnahmen, aber ohne zusätzliche Gewalt
http://derstandard.at/132287302... n-Strassen
Die Videos, die andere Medien bringen, zeigen auch nichts anderes.

chacun à son gout
91
6.12.2011, 18:59
Also liebe Mitposterinnen und Mitposter,

ich darf euch ausrichten, dass wir im Westen nur einen Bruchteil der wirklich und wahrhaftigen Wahrheit hören und in Echt natürlich alles ganz anders ist.

Genosse --- öhm Präsident Putin wird natürlich ganz ein neuer sein. Alles wird gut. Nur einer weiß, was Mütterchen Russland wirklich braucht und er weiß es schon bevor ihr es wisst. Also lasst euch führen mit Herrn Präsident Putin ins Licht.
Mehr braucht ihr nicht.

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