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Mehr Genugtuung als Zoran Jankovic kann man in der Politik wohl nicht erfahren. Sechs Jahre ist es her, dass der damalige Premierminister Janez Jansa den Chef der staatsnahen Handelskette Mercator im Rahmen einer großen politischen Umfärbung feuerte. Im Jahr darauf war der Entlassene wieder da und wurde als unabhängiger Kandidat überraschend zum Bürgermeister von Ljubljana gewählt. Jetzt verhagelte Jankovic seinem Widersacher Jansa sogar den sicher geglaubten Wahlsieg.
Der füllige, pragmatische 58-Jährige ist geradezu das Gegenbild zu dem hageren, asketischen und dogmatischen Jansa. Er passt damit weit besser zum Selbstbild der kleinen Nation, die ein Trinklied zur Nationalhymne gemacht hat und viel Wert auf Wein und Gemütlichkeit legt. Dabei ist Jankovic nur ein halber Slowene: Der Vater kam aus Serbien, wo der kleine Zoran auch seine Kindertage verbrachte, bevor er als Elfjähriger aus der Obhut der serbischen Großeltern zu Vater und Mutter nach Ljubljana zog. Trotz der Sprachbarriere schaffte er das Gymnasium, blieb auch zum Studium der Betriebswirtschaft in Slowenien und begann 1984 die Ochsentour bei Mercator. In seinen acht Jahren als Generaldirektor, 1997 bis 2005, fällt der fulminante Erfolg der Kette auf dem gesamten Balkan. Erfolgreiche Manager werden in Slowenien nach der jugoslawischen Tradition weit höher geschätzt als Politiker.
Jankovic kam aus dem "roten" Firmen-Establishment; das genügte, ihn politisch zu verorten. In Wirklichkeit hielt er sich noch als Hauptstadt-Bürgermeister aus ideologischen Spiegelfechtereien heraus und präsentierte sich lieber als effizienter, unermüdlicher Bauherr. An seiner liberalen Grundhaltung lässt er dabei keinen Zweifel; Sprüche gegen Roma oder Schwule, wie sie Jansas Parteigängern von den Lippen kommen, sind von ihm nicht zu hören.
Nach seinen Jahren als Präsident des Basketballklubs Olimpija gründete er im Handball, wo das kleine Slowenien eine Großmacht ist, einen Frauenverein. Der Name seiner Liste, "Positives Slowenien", ist Programm und richtet sich gegen den ewigen Streit um die Vergangenheit, den die Rechte hingegen zelebriert.
Der Vater zweier erwachsener Söhne ist ein Mann der schnellen Entschlüsse. Zur Kandidatur entschied er sich erst vor sieben Wochen, gedrängt von den großen alten Männern des Landes, allen voran Ex-Präsident Milan Kucan und dem Ökonomen Joze Mencinger. (Norbert Mappes-Niediek, DER STANDARD, Printausgabe, 6.12.2011)
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