Hierzulande bekannt durch Wiener Rapper Money Boy - Ursprünglich ist "swag" in einem Lied des US-Rappers Soulja Boy aufgetaucht
München - Wer früher auf beneidenswerte Art cool und lässig war,
ist heute "Swag": Das durch Rap-Musik populär gewordene Wort aus dem
US-Amerikanischen ist das Jugendwort des Jahres 2011. Wie der
Langenscheidt-Verlag am Montag in München bekannt gab, beeindruckte die Jury bei
der Wahl von "Swag" besonders dessen schnelle und riesige Verbreitung.
Das Wort sei ursprünglich in dem Song "Turn my swag on" des US-Rappers Soulja
Boy aufgetaucht und habe dann in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Bekanntheit durch die Coverversion "Dreh den Swag auf" des Wiener Rappers Money
Boy erlangt. Übersetzt steht der Begriff demnach für eine "beneidenswerte,
lässig-coole Ausstrahlung" sowie eine "charismatisch-positive Aura".
Auf den Plätzen ...
Laut Langenscheidt beteiligten sich etwa 40.000 Interessierte an der Wahl des
Jugendwortes. Auf dem zweiten Platz landete ebenfalls ein Begriff aus dem
Englischen, in diesem Fall "Fail" beziehungsweise "Epic Fail" für grober Fehler
und Versagen. Auf Rang drei landete als Neuschöpfung nach der Plagiatsaffäre des
deutschen Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg "guttenbergen" als
Synonym für abschreiben.
Den vierten Platz schaffte "Körperklaus", eine andere Bezeichnung für
Tollpatsch und Grobmotoriker. Auf Rang fünf das schon seit längerem für die
Suche im Internet etablierte "googlen" - die Jugendlichen nutzen das Wort aber
inzwischen auch, wenn sie etwa in einem herkömmlichen Lexikon suchen.
Das österreichische Jugendwort des Jahres wird am Mittwoch präsentiert. Zur Auswahl stehen: "chillexen", "egosurfen", "liken", "planking", "Scriptkiddies" und "swag".
Das Voting in Deutschland
Vorschläge zur Wahl des "Jugendworts des Jahres", eine Initiative des Langenscheidt-Verlages, werden gesammelt. Aus den rund 250 Begriffen und Wendungen, die für ein Wörterbuch der Jugendsprache ausgesucht werden, werden die 30 beliebtesten Wörter im Internet zur Abstimmung gestellt. Die 15 Begriffe mit den meisten Stimmen werden einer Jury vorgelegt, die diese nach sprachlicher Kreativität, Originalität, Aktualität und Verbreitungsgrad bewertet. Im Dezember steht der Sieger fest. Die Meinung der Jury war in diesem Jahr erstmals deckungsgleich mit jener der
Internet-Voter.
Im Jahr 2008 hatte die "Gammelfleischparty" (eine Party mit/von über 30-Jährigen), 2009 das Verb "hartzen" (arbeitslos sein, rumhängen) und im vergangenen Jahr der "Niveaulimbo" (das ständige Absinken des Niveaus) das Rennen gemacht. (APA/red)