Staatsverschuldung

Bankenaufsicht verschärft die Krise

Kommentar der anderen | Josef Christl , 5. Dezember 2011, 18:02
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    foto: apa/epa/frank rumpenhorste

    Die Regulierungsruf der Protestbewegung findet Widerhall in den Aufsichtsbehörden. - Das falsche Rezept zur falschen Zeit?

Warum eine Ausweitung von Liquiditäts- und Kapitalvorschriften in Zeiten von Staatsverschuldung just das Gegenteil dessen bewirkt, was die Regulatoren bezwecken - Von Josef Christl

Prozyklizität, also die Verschärfung von Kapital- und Liquiditätsanforderungen im Zuge eines Konjunkturabschwungs, wurde als eines der zentralen krisenverschärfenden Elemente der Finanzmarktkrise 2007 und 2008 erkannt. Daher wurden auch von den internationalen Aufsichtsgremien verschiedene Maßnahmen zur Verringerung dieser Krisenverstärkung im Abschwung ausgearbeitet, unter anderem der "Aufbau von Kapitalpuffern gegengleich zum Konjunkturverlauf" (countercyclical capital buffers) - soll heißen: In Boomzeiten sollen Banken mehr Kapital und im Abschwung weniger Kapital vorhalten.

Im Zuge der aktuellen Krisenbewältigung scheinen in Europa diese guten und vernünftigen Vorsätze aber bereits in Vergessenheit zu geraten. Denn im Moment übertreffen sich Regulatoren und Aufseher gegenseitig mit teilweise widersprüchlichen, unterschiedlichen Kapitalerfordernissen, Berechnungsmethoden und Zeitplänen. Während das Europäische Parlament daran arbeitet, bis im Sommer 2012 die Basel-III-Vorschläge in europäisches Recht zu gießen, hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde die Anhebung der engen Kernkapitalquote für die großen internationalen Banken bis Ende Juni 2012 auf neun Prozent beschlossen, wobei für das Kernkapital andere Werte herangezogen werden als die derzeit im Parlament diskutierten. Und dies obwohl die Weltwirtschaft vor einem markanten Konjunkturabschwung steht.

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) und die Österreichische Nationalbank (OeNB) haben vor wenigen Tagen zusätzlich noch ein weiteres "Maßnahmenbündel" beschlossen: Unter dem Titel "Zur Stärkung der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle der Banken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa" wurde von den Aufsehern festgelegt, dass die Basel-III-Regelungen, die eigentlich erst bis 2019 voll zu erfüllen wären, ohne Übergangsfrist bereits mit 1. Jänner 2013 voll umgesetzt werden. Außerdem sollen diese Banken einen zusätzlichen Kernkapitalpuffer - je nach Risikogehalt des Geschäftsmodells - von bis zu drei Prozent ab 2106 halten und ihre Kreditvergabe in Zentral- und Osteuropa, nicht aber in Österreich einschränken. Nur: Gut gemeint, ist nicht gut getan! - Zur Erläuterung:

Eine neuerliche Verschärfung von Kapital- und Liquiditätsvorschriften in einer Zeit, wo die Kapitalmärkte für Bankkapital und Bankschuldverschreibungen praktisch ausgetrocknet sind, kommt einer Aufforderung an die Banken gleich, ihre Kreditvergabe einzuschränken, weil zusätzliches Kapital am Markt im Moment nicht erhältlich ist. Die Aufsicht verschärft damit die Krise. Die beschlossenen Maßnahmen widersprechen dem Gedanken eines antizyklisch einzusetzenden Kapitalpuffers. Außerdem werden diese Maßnahmen weder für eine Beruhigung auf den Märkten für Staatsanleihen, noch auf den Märkten in Zentral- und Osteuropa sorgen. Vielmehr ist zu befürchten, dass sie das genaue Gegenteil auslösen.

Höhere Kapitalquoten für europäische Banken mitten in einer eskalierenden Staatsschuldenkrise und einem damit verbundenem Konjunkturabschwung zwingen die Banken förmlich dazu, Staatsanleihen zu verkaufen bzw. keine neuen zu übernehmen und bei der privaten Kreditvergabe äußerst vorsichtig zu agieren. Die europäische Staatsschuldenkrise wird nicht durch kurzfristig angesetzte, zusätzliche Kapitalanforderungen an die Banken, sondern nur durch die Beseitigung der Liquiditäts- und Solvenzprobleme der Staaten zu lösen sein.

Der Kern der aktuellen Probleme besteht im Misstrauen der Märkte gegenüber den Staatsschulden. Solange das nicht gelöst ist, sind neun, zehn oder 15 Prozent Kernkapital zu wenig, weil sich das Kapital nur auf die vergebenen Kredite und deren Risikogewichtung bezieht, die Veranlagung in Staatsanleihen aber völlig außer Acht lässt.

Schaden für Österreich

Die zusätzliche Verschärfung der Kapital- und Liquiditätsanforderungen für die österreichischen Banken in Zentral- und Osteuropa scheint vor allem auch auf eine Beruhigung der Ratingagenturen abzuzielen, jedenfalls lässt das Datum der Bekanntgabe diesen Eindruck aufkommen. Faktum ist: Die Maßnahmen beschränken zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt das Kreditangebot in unseren wichtigen Partnerländern in diesem Raum und bergen die Gefahr einer nachhaltigen Kreditklemme dort. Es wundert daher auch nicht, dass das FMA-OeNB-Maßnahmenbündel sowohl von den Aufsichtsbehörden als auch von der politischen Führung dieser Länder heftig kritisiert wurde. Es mutet im Übrigen überraschend an, wie wenig koordiniert offenbar die Vorgangsweise erfolgte.

Der gute Ruf der österreichischen Aufsicht und natürlich auch der Banken steht auf dem Spiel. Denn nur allzu leicht könnte im "aufstrebenden Europa" der Eindruck entstehen, dass diese Region in guten Zeiten zwar als Cash-Cow geschätzt, aber in schlechteren Zeiten sich selbst überlassen bleibt. Ein derartiger, sich verfestigender Eindruck würde einen erheblichen Schaden für Österreich bedeuten. (Josef Christl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.12.2011)

JOSEF CHRISTL, ehemals Chefökonom der CA und bis 2008 Direktoriumsmitglied der Österreichischen Nationalbank, ist Gastprofessor am Institut für Geld- und Finanzpolitik der WU Wien.

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Posting 1 bis 25 von 70
1 2
QUANTUM
00
10.12.2011, 17:13
. Über 560 Milliarden Euro sollen griechische Privatkunden im Ausland angelegt haben, berichtete das Handelsblatt kürzlich und berief sich auf Schweizer und griechische Finanzkreise.

http://tinyurl.com/6dhzgvs

QUANTUM
00
10.12.2011, 17:11

ist vllt gewollt das zusammentreffen beider ereignisse. umso rascher verarmt die bevölkerung.

newy1234
13
7.12.2011, 12:18
Ausgetrocknete Geldmärkte

Das ist doch wieder einmal ein Artikel, der so richtig zu lachen anregt.
1. Die Kapitalmärkte werden in wunderschönen Abständen von den Zentralbanken mit Frischgeld regelrecht geflutet.
2. Die Banken spielen fleissig an den Börsen unter Missachtung ALLER Sicherheitsvorschriften, nur um die Kapitalrendite zu befriedigen.
3. Die Aussage, dass höhere Eigenkapitalvorschriften die Realwirtschaft treffen ist schlichtweg falsch. Richtig hingegen ist, dass die Banken für Staatsanleihen kein Eigenkapital benötigen, für die Ausgaben von Krediten an Unternehmen und Private jedoch schon.
Alles in Allem wieder einmal ein Artikel, der sich unter Lobbyarbeit für Banken einreihen lässt.

mayflower2
11
7.12.2011, 11:29

Seit wann,haben die Bankenaufsicht und die österr.Banken einen guten Ruf ?
Die Aufsicht hat nicht nur ein mal versagt.
Die Landesbanken und auch Raiffeisen haben wie die Wilden ohne zu zögern viele Gemeinden abgezockt.
Ich traue schon seit Jahren keiner Bank und keiner Versicherung.
Warum ?
Man braucht sich nur einen Kreditvertrag oder eine Versicherungspolizze anzusehen.Die sind so verklausuliert abgefasst,dass sogar manche Rechtsanwälte ihre liebe Not damit haben.
Man fragt sich warum die Politik solche Verträge zu läßt.Ganz einfach,es sind ja genug Ausichtsräte für aktive und ehemalige Politiker zu vergeben.
Na ja,wenn`s um`s liebe Geld geht...........

Franz Pschastak
02
7.12.2011, 10:11

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!

systemfehler1
00
8.12.2011, 08:55
Das Handerl das füttert, tut man eben halten, nicht beissen.

Amen.

Protagoras v. Abdera
02
7.12.2011, 09:58
Schöner Auftragsartikel

Herr Christl ist sein Geld sicher wert für die Eigentürmer der österreichischen Banken. Das Spielfeld, das er sich absteckt, ist allerdings (bewusst) viel zu klein gewählt, um die Dimension der aktuellen Krise zu erfassen. Eigenkapitalquoten alleine werden nicht genügen, um die Unglerichgewichte in der gegenwärtigen Konstellation des Kapitalismus zu beseitigen, daher ist es müßig, über sie als isolierte Maßnahme zu diskutieren. Tatsächlich gibt es genug Liquidität in den Kapitalmärkten, das Problem ist, das sie in die falschen Anlageformen fließen (Immobielienboom, Rohstoffboom) anstatt in die Güterproduktion. Es wird es eines viel radikaleren Bruchs mit dem Neoliberalismus bedürfen, inklusive Vergesellschaftung des Bankenkapitals.

alpenmilch
01
6.12.2011, 17:07

Was viele Poster hier anscheinend nicht verstehen: Es geht in diesem Kommentar um Kapitalanforderungen an Banken und nicht um die Bankenaufsicht.

Wer den Unterschied nicht versteht sollte vielleicht nicht lauthals seine Meinung rausbrüllen...

Erwin Wolfram
01
6.12.2011, 23:53
...

die oesterreicher kennen die "art" der aufsicht und daher wird wohl keine erhoehte sicherheit resultieren, da geht der krug zum brunnen und dann bricht er eben... wenn die aufsicht darauf sicht dass sie rauf sicht anstatt auf die kunden, bei denen gehts naemlich ums leben - ich kann sowas nicht vertreten, es gibt aber genug korrupte juristen die sich gegen zahlung alles einfallen lassen was kunden kostet und nichts nutzt, denn das geld ist ja "garantiert" gelt?

ZwischenZeilen
00
6.12.2011, 21:12
Na da sind wir aber froh....

Denn im Moment übertreffen sich Regulatoren und Aufseher gegenseitig mit teilweise widersprüchlichen, unterschiedlichen Kapitalerfordernissen, Berechnungsmethoden und Zeitplänen. tja, Weihnachten naht... beste Grüße

J. Reichhart
04
6.12.2011, 17:42
genau!

und gerade die fehlende eigenkapitaldeckung der banken hat zu der bankenkrise geführt! im prinzip sind auch die geforderten 9% ein witz!

91% der kreditsummen sind ungedeckt, luftgeld - und wenn die krachen, dann darf der depperte steuerzahler wieder her halten!

fram
00
6.12.2011, 17:10

und wer stellt anforderungen an banken bzgl deren Kapitalien? Richtig: Die Aufsicht....darum gehts in dem artikel!

fram
00
6.12.2011, 15:52
Fraglich ist lediglich

warum für Staatsanleihen kein geeignetes Risikogewicht in den Baseler Papieren zu finden ist.

Ich bin kein Basel-Experte, aber soweit ich mich erinnere, sah Basel II vor Staatsanleihen von EU_Mitgliedsstaaten mit einer Ausfallswahrscheinlichkeit von 0% zu bewerten.

Wurde das in Basel III geändert? Wenn ja, dann besteht kein Drang bzw. wie oben geschrieben "Zwang" diverse Titel zu verkaufen.

Und natürlich macht es Sinn die Kernkapitalquote möglichst hoch zu halten. Allerdings nur dann, wenn Krnkapital ausschließlich aus "brauchbaren" Werten besteht.

Für interessierte: http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Wirtsc... asel3.html

Dude please
02
6.12.2011, 17:49
Es geht nicht um die Ausfallswahrscheinlichkeit

sondern um die Eigenkapitalunterlegung. Nach Basel II müssen Staatsanleihen nicht unterlegt werden. Die Banken wurden gezwungen, ihre Staatsanleihen zu wertberichtigen (gemäß aktuellen Marktpreisen) und gleichzeitig die Kernkapitalquote auf 9% zu erhöhen, i.e. zwei separate Massnahmen. Beide zusammen sind jedoch eine Doppelbelastung für die Banken da zum einen eine Wertberichtigung gebildet und zugleich Kapital erhöht werden muss. Da letzteres derzeit schwierig ist, werden Bestände verkauft und das Neugeschäft eingeschränkt. D.h. genau das was die Wirtschaft derzeit nicht braucht. Dazu müssen nur private Investoren (Banken) wertberichtigen, andere (wie z.b. die EZB) aber nicht.

fram
00
6.12.2011, 18:07

Die Eigenkapitalunterlegung hat nichts mit Ausfallswahrscheinlichkeiten zu tun? Ich hoffe sie arbeiten nicht in diesem Bereich.

FYI: Egal ob KSA oder IRB (auch da egal welcher) Ansatz gewählt wurde, die Ausfallswahrscheinlichkeit spielt immer eine Rolle (Schon mal "PD" gehört? Steht für "Probability of Default"). In KSA nimmt eine Ratingagentur die Einschätzung dieses Faktors ab, im IRB macht mans selbst.

Zu den Wertberichtigungen: Daran sind die Banken bzw. Ratingagenturen selbst schuld. Wenn man darauf spekuliert, dass nur z.B.: 0,5% aller meiner Staatsanleihen ausfallen, dann darf ich die sogenannten "Fat Tails" nicht vergessen.

Und nochwas: Nicht alle Staatsanleihen durften mit 0 € hinterlegt da stehen.

Dude please
00
6.12.2011, 18:45
gebe Ihnen recht

bei Firmenkrediten etc aber bei Staatsanleihen (Investment Grade) spielte die Ausfallswahrscheinlichkeit eine untergeordnete Rolle.
Zu den WBs: eine selektive und gezwungene WB war mE der falsche Ansatz, va im Zusammenhang mit der Erhöhung der Kerkapitalquote.

fram
00
6.12.2011, 19:34

Wie sensitiv etwaige RWAs hier reagiern, kann ich nicht beurteilen. Aber da de PD - zumindest im KSA-Ansatz - vorgegeben ist (durch das externe Rating), kann man sich relativ leicht ausrechnen wie hoch dies sein müsste. Hinter einem AAA verbirgt sich ja mit auch die AUsfallswahrscheinlichkeit.

Zu den EWB: Nun, so sind nun mal unsere Bilanzierungsvorschriften. :-) Aber bald gibt es ja IFRS 9.....da wird die Welt wieder "leichter" :-)

Zur Kernkapitalquote: Das Problem - in meinen Augen - ist garnicht die Quote selbst, sondern die Güte des zu beschaffenden Eigenkapitals. Tier III fällt ja mit Basel III weg, und Erweiterungskapital wird auch "höherwertiger"...

Wie gesagt, ich bin kein Spezialist, aber teuer wird CRD IV alle mal! :-)

Dude please
00
7.12.2011, 10:28
EWBs

was mir fehlt ist die Markosicht. Ich kann nicht die Investoren selektiv bestrafen (nicht private Investoren wie die EZB mussten nicht wertberichtigen) die für die Staatsfinanzierung hauptverantwortlich sind. Da müsste die EU eher mit den Banken zusammenarbeiten, um eine erfolgreiche bondauktionen in diesen schwierigen Zeit zu sichern.
zur Kernkapitalquote: Finanzierungen werden mit Sicherheit teurer, hätte eigentlich schon mit Basel II passieren müssen.

Erwin Wolfram
00
7.12.2011, 00:01
...

da muss man nicht hart rechnen, es geht darum einerseits die anleger zu vertreiben damit der eurkurs passt und andererseits die positionsinfos und das geld mit allen tricks ab- und anzuziehen gegen diese "krisen" und wenn man das macht, dann erheoht sich das ausfallsrisiko und es ist auch eine umstrukturierung europas, da die banken die wirtschaftlichen werte vorgeben und niemand wird sich die noetigen aenderungen und zwar halbjaehrlich geben lassen und es ist auch egal wie die buchhaltung aussieht, denn das marktrisiko wird so hoch sein, dass man es nicht mehr erfassen kann und sie werden einfach das papierzeugs faelschen muessen - ich seh nicht wo die eu die schweiz ist, da ist es noch wahrscheinlicher, dass die eu die schweiz annektiert

Dude please
00
6.12.2011, 18:41
Gebe Ihnen recht

J. Reichhart
04
6.12.2011, 14:22
wie bitte?

kontrolle der banken verschärfe die krise?

die ganze misere haben uns unter anderem leichtfertige und fahrlässige banken eingebrockt!

und verantwortungslose schuldenpolitiker!

Herr Christl! treten sie zurück, sie sind untragbar und eine gefahr für das land!

unglaublich. diesen kommentar werde ich mir ausdrucken und aufhängen. wer weiss, in einem jahr glaubt mir das vielleicht keiner!

J. Reichhart
00
6.12.2011, 14:39
hab in der empörung das 'ehemalig' überlesen,

immerhin war herr christl mal in leitender funktion. schlimm genug.

Dude please
11
6.12.2011, 14:15
Endlich eine korrekte und ausgewogene Darstellung der Situation

Die im Oktober beschlossenen Massnahmen (Griechenland haircut nur für private Investoren und damit defacto Subordinierung) hat mit Sicherheit die Krise nochmals verschärft da die Banken quasi gezwungen wurden, ihre GovBond Bestände zu verkaufen. Dies führte zu Regierungsrücktritten (Ital, Griech, Span.) und zu Sparpaketen die in weiterer Folge Wachstum verhindern werden. Es stellt sich auch die Frage wer die Banken als GovBond Investor ersetzen wird denn diese werden sich in Zukunft bei Bond Auktionen zurückhalten. Schärfere Eigenmittelunterlegungsvorschriften sind richtig – aber der Zeitpunkt der Einführung ebenfalls. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sie definitiv prozyklisch.

Sidlo
02
6.12.2011, 13:50
Den österreichischen Banken scheint die eigentliche Ursache der jetztigen Misere völlig fremd zu sein:

Kredite wurden viel zu leicht vergeben, wenn man berücksichtigt, dass das Risiko dafür wegen des 'too big to fail' die Allgemeinheit trägt. Banken haben also bisher föhlich ihre Mittel in Form von üppigen Bonis und Gewinnausschüttungen verteilt, während der Staat im Fall des Konkurses mit den gigantischen Schulden, die bisher nur mit lächerlichen 5% Eigenkapital besichert werden mußten, sitzen bleibt.
Unter Abwälzung des Risikor auf den dummen Staat wurde also bisher blendend verdient. Verschärft wurde das ganze in Österreich noch dadurch, dass dieser Staat im Vergleich zur Größe einen viel zu großen Banksektor hat, und wohin das führen kann zeigt ja das Beispiel Irland. Solange sie schwach sind, sollte man daher die Banken regulieren.

Schnapphahn
03
6.12.2011, 13:34
Bankenaufsicht verschärft die Krise?

Mit Verlaub, aber das ist ein Schmarrn Herr Christl.
Erst die fehlende Bankenaufsicht hat uns die Krise gebracht.

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