Keine Verfassungsmehrheit

Vollbremsung für die Schuldenbremse

5. Dezember 2011, 22:34
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    Drei potenzielle Verfassungsmehrheitsbringer für die Regierung: FPÖ, BZÖ, Grüne. Aber alle drei wollten etwas, das SPÖ und/oder ÖVP nicht geben wollten: Josef Bucher begehrte eine Ausgabenobergrenze, ...

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    ... Eva Glawischnig Vermögenssteuern ...

Dann eben ein Symbol mit einfacher Mehrheit: Nach dem Nein des BZÖ zur Schuldenbremse in der Verfassung wollen ÖVP und SPÖ sie am Mittwoch als einfaches Gesetz beschließen

Der Weg ist zu Ende." So erklärte BZÖ-Chef Josef Bucher Montagfrüh die Vollbremsung in Sachen Schuldenbremse - die zumindest das Aus für die Verankerung der Bremse in der Verfassung, wie von SPÖ und ÖVP angestrebt, bedeutet.

"Es macht keinen Sinn mehr", sagte Bucher und warf den Regierungsparteien mangelnde Ernsthaftigkeit vor. Das BZÖ habe den Kompromissvorschlag gemacht, die Deckelung der Steuer- und Abgabenquote erst für 2017 festzuschreiben, auch bei der BZÖ-Forderung nach Sanktionen im Fall einer Nichteinhaltung der Schuldengrenzen seien SPÖ und ÖVP nicht gesprächsbereit gewesen.

Davor waren Gespräche mit den Grünen, die Vermögenssteuern und ein Konsolidierungspaket forderten, gescheitert. "Die Regierung muss zur Kenntnis nehmen, dass wir bei einer Überschrift nicht dabei sind", begründete Bundessprecherin Eva Glawischnig dies. Die FPÖ war mit ihrer Forderung "Kein Geld mehr nach Brüssel" ohnehin nie Verhandlungspartner.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) warf der Opposition umgehend Verantwortungslosigkeit vor. Die Entwicklung sei "bedauerlich". Sicher sei, dass weiter reformiert und ein Sparkurs eingeschlagen werde. Das kündigte auch ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf an und betonte: "Steuern sind Gift für Leistungsbereitschaft und Wirtschaftskraft."

Spitze, aber nicht sexy

Bezogen auf Ausgaben, meint er: "Dort Spitze zu sein, halte ich nicht unbedingt für sehr sexy."

Dem BZÖ warf der ÖVP-Klubchef "Scheingespräche" vor und den "Versuch, sich aus der politischen Bedeutungslosigkeit eine Zeitlang ins Rampenlicht zu spielen." Am Ende hätten BZÖ und Grüne, gezeigt, dass ihnen "Ernsthaftigkeit und ein Stück weit staatspolitische Verantwortung fehlt" . Beide hätten "unvernünftige" Forderungen gestellt.

So hätte er, Kopf, "liebend gern" die vom BZÖ geforderte Ausgabenobergrenze mitbeschlossen, für die SPÖ sei das aber eine unmögliche Forderung, genauso wie das grüne Drängen auf "Milliardensteuern" für die ÖVP "völlig inakzeptabel" gewesen sei. "So wie es derzeit ausschaut", werde die Schuldenbremse nun eben am Mittwoch im Parlament mit einfacher Mehrheit beschlossen.

SP-Klubobmann Josef Cap konnte die skeptischen Gewerkschafter und oberösterreichischen Abgeordneten in SPÖ-Boot holen. Sie knüpften ihr Ja an "Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung". Darin wird verlangt dass es zu mehr sozialer Gerechtigkeit kommt, und nicht zum Sozialabbau; die Forderung nach "vermögensbezogenen Steuern" wird bekräftigt, Sparfolgen für sozial Schwache und Arbeitsmarkt müssten vermieden werden.

Das Nein zur Schuldenbremse im Verfassungsrang hätte sehr reale politische Konsequenzen für die Opposition gehabt, "wunderte" sich Kopf. Sie verzichte damit auf ein neues Minderheitenrecht. Denn: Mit der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse hätte die Opposition künftig jedes Budget mit einem Drittel der Stimmen beeinspruchen können, wenn das Budget dem Bremsprinzip widersprochen hätte. Mit einem einfachen Gesetz sei das nicht möglich.

Ohne die Verbindlichkeit der Verfassung sei es auch schwieriger, die Länder budgettechnisch an die Kandare zu nehmen, erklärte Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk. Für diese wäre ein einfaches Gesetz bloß "eine unverbindliche Absichtserklärung".

Nach der Weigerung der Opposition, der Regierung ein Ja zur Schuldenbremse zu schenken, war es am Montag an der Gemeinde Bad Aussee, in Wien ein Geschenk zu überreichen: Der diesjährige Weihnachtsbaum für das Parlament kommt aus der Steiermark und ist so groß, dass er erstmals vor dem Hohen Haus steht und nicht drin. (Saskia Jungnikl, Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 6.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 164
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Columbo_der_neue
01
6.12.2011, 10:50
Griechenland, Wirtschaftskrise, Ratingagenturen, Eurobonds, Schuldenbremse?

.Wirtschaftskrise
Nichts anderes als eine Umverteilung.

.Ratingagenturen
SIND PRIVATE, gewinnorientierte Unternehmen, die gewerbsmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen aller Branchen sowie von Staaten und deren untergeordneten Gebietskörperschaften bewerten.

.Eurobonds
Zur Stützung des Anleihenmarktes hat die Europäische Zentralbank ihr Grundkapital erhöht. Das ist notwendig geworden, um weiterhin Anleihen von Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien kaufen zu können. Mit der Erhöhung des Grundkapitals wurde ein Sicherheitspuffer aufgebaut, um mögliche Abschreibungen oder Zahlungsausfälle im Anleihen-Portfolio besser verkraften zu können. Das frische Kapital schafft zusätzlich noch Platz für weitere Anleihen-Käufe.

ceterum censeo faymanem esse d...
00
6.12.2011, 09:56
Wer kann mir einen Grund nennen, warum...

... übertriebenes Schuldenmachen nicht per Verfassungsgesetz verboten werden sollte?

Ich höre immer "Flexibilität" - so ein Schmarren! Warum schreiben wir denn unseren Banken vor, wie viel ihres Kapitals sie an Krediten vergeben dürfen? Die hätten garantiert großes Interesse an "Flexibilität"...
Nur bei Regierungen, dort wo opportunistische Laien entscheiden, deren Horizont genau bis zur nächsten Wahl reicht, ausgerechnet da muss plötzlich "Flexibilität" her?

Und die Angehörigen der Stimmviehklasse in unserer Gesellschaft sind auch skeptisch... Ja warum denn?
Weil sie die Option nicht aus der Hand geben wollen, ihre längst verspielte Bequemlichkeit noch um ein paar Jahre zu verlängern. Auf Kosten einer noch katastrophaleren Zukunft!

Wolfgang56
04
6.12.2011, 09:54
Wozu eine Schuldenbremse in der Verfassung?

Es ist doch ein Armutszeugnis, daß die Regierungsparteien eine Schuldenbremse in der Verfassung benötigen.
Wollen sie damit ihre Unfähigkeit in der Verfassung dokumentieren?
Keiner hindert sie daran, weitere Staatsschulden zu vermeiden!
Im Gegenteil, das ist doch der Auftrag der Wähler an die Regierung, Österreich nicht durch weitere Schuldenpolitik in eine Krise zu führen!

faxmonkey
 
00
6.12.2011, 10:21
das 56

im Nick soll doch wohl das Geburtsjahr sein, oder ? Dann solltest du mittlerweile mitbekommen haben, dass die österreichischen Wähler immer begeistert die Parteien gewählt haben, die ihnen am Meisten auf Kosten Anderer versprochen haben. So haben wir ein kaputtes Pensions und Gesundheitssystem bekommen und einen absurden Verwaltungsdschungel.
Unsere Politiker sollen gar keinen Ausweg mehr haben als zu sparen, denn sonst "investieren" sie wieder in unsere Zukunft und das hat bis jetzt noch jedes mal geheißen, dass irgendwelche Sozialutopien finanziert werden, oder Kleptokraten sich die Marie einnahen.
Her mit der Schuldenbremse und gleich noch 20 Jahre Haft für Politiker die ein Defizit zu verantworten haben.

Ricardo Montalban
00
6.12.2011, 10:17

Es wäre ein starkes Zeichen nach außen.

F. T.
21
6.12.2011, 09:32
Könnten die Strache-FPÖ und das Buchner-BZÖ nicht eine Vorreiterrolle spielen?

Und einen Strafkatalog mit anständigen Strafen für "ihr" Bundesland Kärnten einführen? Falls die Schulden dort zunehmen sollten?

Würde ihnen doch sicher viele Stimmen bringen! Also, los geht's, FPÖ und BZÖ! Her mit den Strafen!

gracilis
07
6.12.2011, 08:57
Ein Versuch es mit Hausverstand zu erklären

Mein Konto ist seid Jahrzehnten überzogen, das Minus bewegt sich gefährlich nahe an unteren Ende des Überziehungsrahmens. Die Umschuldung habe ich ohne Besserung der Lage hinter mich gebracht.
Als letztes Mittel gibt es eigentlich nur noch eines: Ich erkläre der Bank, in meine Hausordnung einen neuen Punkt aufzunehmen zu wollen, in dem ich verspreche die exponentiell steigende Verschuldung, in naher Zukunft zu bremsen. Wie ich das machen will ?? Darum geht es jetzt nicht !!

altbürgermeister
21
6.12.2011, 08:53
BZÖ?

Gabs da nicht vor vielen Jahren eine von Jörg H. gegründete Partei gleichen Namens?

Rudolpho der I
05
6.12.2011, 08:53
Gratuliere der Oposition ,das sie nicht zustimmen..

Diese Regierung ist unfähig,was nützt die Bremse in
die Verfassung zu nehmen,wenn Spindelegger und
Faymann nicht einmal in der Lage sind das Bremspedal
zu drücken

Hugo S
20
6.12.2011, 08:41
dei EZB sollte so wie alle anderen (USA, UK,..)

anfangen massenhaft Euros zu drucken um die komplette Eurozone massiv abzuwerten und so die eigene Wirtschaft über mehr Export und mehr BinnenNachfrage durch teurere Fernorstimporte zu stützen. Würde helfen die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Einzig größerer Nachteil wären die teureren Ölimporte - welche im Zusammenhang mit Klimawandel gesehen sowieso endlich einzuschränken sind. Mittels billigen Euro, etwas höherer Inflation und mehr Beschäftigung sollten dann die Schulden der Nataoinalstaaten langsam abgebaut werden. Diese Schulde sollten vor der Entwertung noch von zB Doller auf Euro umgeschichtet werdne (EZB)

Eleazar Halevy
01
6.12.2011, 08:40
Da kann man nur mehr der ÖVP zur Wahlwerbung

für das BZÖ gratulieren: gut gemacht!

Harry Meier
 
00
6.12.2011, 08:35
Kein Geld mehr in die schmierigen Finger von

Fpoe und Bzoe. Und Uwe geh' endlich in Haef'n.

Zynami
00
6.12.2011, 10:12
"Uwe geh' endlich in Haef'n."

Soll er etwa freiwillig - so ohne Urteil???

Harry Meier
 
00
7.12.2011, 08:23
Es gibt ein Urteil.

Zynami
00
7.12.2011, 17:39
Rechtskräftig?

Wie viele Monate Freiheitsentzug?
Bedingt oder nicht?

F. T.
20
6.12.2011, 08:25
Auch das BZÖ rührt ja bezüglich dieser Ausgaben wegen einer Verfassungsbestimmung(!) kein Ohrwaschel.

Schutz der Reichsten und Wohlhabenden vor dem Heranziehen zur Staatssanierung (Besteuerung) ist ihr wichtigstes Ziel.

Nur ganz allgemein gegen zu große Schulden sein, kann ja jeder. Es ist aber doch wohl von größter Bedeutung, wofür und für wen Schulden gemacht werden.

Deshalb sollten wirklich Strafen eingeführt werden, vor allem für die Erfinder der Schuldenbremsen, wenn sie insbesondere mit oben angeführten Ausgaben, die in der Regel der österreichischen Bevölkerung absolut nichts bringen, die Schulden Österreichs steigern. Die Hauptnutznießer dieser Wohltaten (vor allem Banken, Großaktionäre, Finanzjongleure, Industriebosse u. dgl.) haben nämlich keineswegs vor, zur Sanierung der Staatskassen beizutragen.

F. T.
00
6.12.2011, 08:24
Da faseln die üblichen Parteien der Macher im In- und Ausland zwar ständig von einer Schuldenbremse,

aber keineswegs von einer verfassungsmäßigen Verhinderung von Ausgaben(!). Vor allem von Ausgaben, die keineswegs der Bevölkerung zufließen, sondern in immer kürzeren Abständen und mit immer größer werdenden Beträgen den Großpleitiers und Großversagern im In- und Ausland sowie politisch(!!!) unverbesserlichen Ländern in- und sogar außerhalb(!) der EU. Auch vielen zahlreichen, viel zu großen und oft völlig unnötigen EU-Subventionstöpfen und EU-Projekten.

Und dort in der Regel und ohne Aussicht auf Besserung der Politiker und ihrer schutzbefohlenen Großpleitiers und Obermacher meistens auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Von den teuren Militäreinsätzen (praktisch in der gesamten EU total gegen den Volkswillen) einmal abgesehen.

bon sai1
00
6.12.2011, 08:17
Fehlende Zustimmung

Da sieht man wieder wie ernst es die Opposition mit der Verantwortung nimmt.
Eine wichtige Zustimmung zu verweigen für die man vor kurzem noch eingetreten wäre ist wirklich beschämend.

ferdl90
10
6.12.2011, 07:44
der HC schaut schlecht aus, hat der irgendwas?

Elron Abarth
00
6.12.2011, 09:05
vielleicht hat er grad nix?

Kirian Lu
01
6.12.2011, 08:47
na, der braucht was!

Harry Meier
 
01
6.12.2011, 08:36
Wobei der Wehrsport ja so gesund sein soll.

Beamter sein muß sich lohnen
00
6.12.2011, 08:27
Das ist doch eh bekannt!

Und, man sieht es nicht nur an seinem Aussehen.

Es ist auch die Stimme.

Auch das, was er sagt und wie er es sagt, zeigt, dass er "irgendwas" Gröberes hat.

Aber ich sage es auch nicht, was es ist.

Norbert66
03
6.12.2011, 07:36
Neuwahlen, jetzt!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
6.12.2011, 07:23
Pfiat Di, AAA

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