Rund ein Fünftel der Europäer besitzt das entsprechende Gen
London - Albert Einstein brauchte angeblich elf Stunden Schlaf, während
Anthroposoph Rudolf Steiner mit weniger als einem Drittel davon auskam. Wem die
empfohlenen sieben bis acht Stunden Schlaf pro Tag nicht genug sind, der hat ab
sofort eine neue gute Ausrede: Ein Forscherteam fand nämlich heraus, dass
Besitzer des Gens ABCC9 - ein Fünftel der Europäer - rund eine halbe Stunde
länger im Bett verbringen als alle anderen.
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschafter um Jim Wilson (Uni Edinburgh)
10.000 Freiwillige von den Orkney-Inseln, aus Kroatien, den Niederlanden,
Italien, Estland und Deutschland. Die Untersuchungsteilnehmer lieferten
Blutproben ab und berichteten über ihre Schlafgewohnheiten an jenen Tagen, an
denen sie ohne Wecker aufstehen.
Wie die Forscher im Fachblatt "Molecular Psychiatry" schreiben, zeigte
sich bei den Vergleichen der Angaben und der Gen-Analysen, dass Personen mit dem
ABCC9-Gen deutlich mehr Schlaf als acht Stunden benötigen. Zur Kontrolle wurde
der Einfluss des Gens bei Fruchtfliegen untersucht. Dabei zeigte sich, dass
Tiere ohne ABCC9 gar mit drei Stunden weniger Schlaf auskamen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. Dezember 2011)