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vergrößern 498x500Ljubljana/Graz - Das überraschende Votum der Slowenen hält für die Rechte eine klare Botschaft bereit: So ungeschickt kann ein Sozialdemokrat sich gar nicht anstellen, dass das Volk noch einmal dieser Opposition ihr Vertrauen schenken würde.
Janez Jansa hat die Wahl zu Recht verloren. Gemeinsam mit der Volkspartei, den Christdemokraten und der katholischen Kirche führt der konvertierte Marxist-Leninist seit fast zwei Jahrzehnten einen verbissenen und geradezu irrationalen Kulturkampf gegen "Kommunisten", die entweder schon lange keine mehr sind oder nie welche waren.
Die große Mehrheit der Slowenen hat es aber satt, stets aufs Neue die Rolle der Partisanen und der Heimwehrleute im Zweiten Weltkrieg und deren Folgen für die Rückerstattung von Kirchengütern zu diskutieren. Slowenien hat drängendere Probleme. Jeder weiß, dass es nicht um Ideologie geht und dass in beiden Lagern die politischen Talente nicht eben zahlreich sind. Da kam eine Liste für ein "Positives Slowenien" gerade recht. Wenn sie wieder auf die Beine kommen will, muss die Rechte endlich anerkennen, dass zur Nation immer rechts und links gehören und sich auch die Linke um Slowenien bleibende Verdienste erworben hat.
Flüchtiges Charisma
Der Sieger wird es trotzdem schwer haben. Wie man ein ganzes Land regiert, ohne eine echte Partei hinter sich zu haben, muss Zoran Jankovic noch vormachen. Seine Liste besteht vorwiegend aus Amateuren. Alles alleine machen kann auch der beste Chef nicht. Die Slowenen allerdings wollen es so. Auch die Liste des viertplatzierten Gregor Virant wurde in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft, und selbst die etablierte SDS von Jansa lebt weit mehr von der düsteren Aura ihres Vorsitzenden als von einer aktiven Mitgliedschaft.
Wenn es jetzt darum geht, schmerzhafte Kürzungen durchzusetzen, dürfte das Charisma der neuen Helden jedoch bald schwinden. Irgendwann werden die Slowenen dahinterkommen, dass es ohne Parteien nicht geht. Wenn Jankoviæ schlau ist, übernimmt er die nun wohl bald führerlosen Sozialdemokraten. (DER STANDARD Printausgabe, 6.12.2011)
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Die Ohrfeige kann nicht pauschalisiert werden, denn schließlich gibt es jetzt, eine polit. Patt. Richtig ist, dass Jansa der große Verlierer ist und es nun Chancen auf Erneuerung innerhalb der SDS gibt.
Richtig ist auch, dass Jansa zu sehr polarisiert. Andererseits scheinen Sie zu vergessen, dass die bisherige SD (inkl. dem Staatspräsidenten) und Jankovic einen seltsam absurden Kult umd die Vergangenheit praktizieren (Titostrasse & Verleihung von Orden für den ehemaligen Geheimdienstchef).
Zudem ist ja auch nicht so, dass Jankovic alleine ist wie Sie das beschreiben. Vielmehr verschoben sich komplette Netzwerke der SD zu Jankovic. Warum die SD zudem führerlos sein soll ist auch seltsam oder ist Pahor sein Sonntag nicht mehr in der SD?
... weil eine Pensionistenparte in Österreich [zumindest bis vor wenigen Jahren] sowas wie ein Nachfolger des VdU mit einem Hauch Kameradschaftsbund geworden wäre?
Inzwischen werden immerhin auch schon Leute pensioniert, die die NS-Zeit nur als Kinder miterlebt haben und die keine Täter sind. Die wählen aber meist schwarz oder grün.
Liebe Leute, kann ein Artikel über die Wahlen in Slowenien für die paar von uns Lesern, die nicht im Detail seit Monaten slowenische Innenpolitik verfolgt haben, erst einmal wie in einem guten Nachrichtentext darstellen: Wer was wie wo warum?!
"Das überraschende Votum" blabla... Damit ich das einordnen kann, muss ich erst einmal wissen wer wer ist, und wofür und wogegen, und warum!
Wer bitte ist Positives Slowenien? Und - siehe Grafik - woher kommt eine Partei mit +28,5 Prozent (also von Null auf Sieger)?
Bitte einfachen Basisjournalismus, und nicht Insiderbesserwisserei. Danke vielmals.
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