Verwirrung rund um Uni-Ausbildung für Imame

Ankündigung von Integrations-Staatssekretär Kurz wird von Bildungsministerium dementiert: "Derzeit kein Thema"

Zurück von seiner Deutschland-Reise, verkündete Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz über den Info-Kanal Twitter, er "habe aus Deutschland zwei konkrete Vorhaben für 2012 mitgenommen: 1. Imame in Österreich ausbilden, 2. an unserem Schulsystem arbeiten... "

Ja, es gebe das Vorhaben, Imame universitär auszubilden, bestätigte das Büro des Staatssekretärs auf derStandard.at-Anfrage. Die Tatsache, dass ein Teil der in Österreich tätigen Imame von der türkischen Regierung abgesandt werden, sei angesichts der Trennung von Kirche und Staat "kritisch zu sehen", heißt es. Bislang gebe es aber nur das Ziel, Imame auszubilden - konkrete Gespräche werde man erst im kommenden Jahr angehen.

Bildungsminsterium: "Keine Rede"

Dem widerspricht der Pressesprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied, Josef Galley: "Derzeit ist keine Rede von einer Imam-Ausbildung", so Galley, der sich über Kurz' Ankündigung verwundert zeigt. "Wir führen immer wieder Gespräche mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft", sagt Galley - dieses Thema sei bislang aber noch nicht aufs Tapet gekommen. 

Zekirija Sejdini, Sprecher der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), wünscht sich eine Imam-Ausbildung "so bald wie möglich". Diesbezügliche Gespräche mit dem zuständigen Ministerium habe er bereits geführt, sagt Sejdini.

Moscheen müssten überzeugt werden

Der Wiener Religionspädagoge Ednan Aslan hält die Gründung einer Islamisch-Theologischen Fakultät "in frühestens zwei Jahren" für realistisch. Abgesehen von der politischen Willensbildung müsse man aber auch die Moscheen erst dafür gewinnen, die gut ausgebildeten Imame letztlich auch zu beschäftigen.

Von den rund über 250 in Österreich tätigen Imamen stellten die von der Türkei abgesandten ATIB-Imame rund ein Drittel, sagt Aslan. "Wird die Türkei bereit sein, auf europäisch orientierte Imame umzusteigen?", fragt Aslan. Bei anderen, konservativen Moscheebetreibern wie Mili Görüs oder der Islamischen Föderation stelle sich die Frage, "wie gut ihnen unsere Absolventen gefallen".

Weniger skeptisch zeigt sich IGGiÖ-Sprecher Zekirija Sejdini: "Die Moscheevereine teilen unsere Ansicht, dass es eine Imamausbildung dringend braucht", so Sejdini. „Man kann nicht immer kritisieren, dass Imame importiert werden - aber gleichzeitig keine Ausbildung im Land zur Verfügung stellen." Was ATIB betreffe, gibt es laut Sejdini die Möglichkeit, zwei Imame pro Moschee einzustellen - "einen türkischen und einen hier ausgebildeten Imam".

Deutschland als Vorbild

Eine weitere Hürde stelle die Finanzierung dar, sagt Ednan Aslan. Allein für einen auf zehn Jahre befristeten Lehrstuhl sei eine Million Euro zu veranschlagen, dazu käme noch der Aufwand für Assistenzstellen, Sekretariat, Infrastruktur, Lehrplanentwicklung.

Aus Geldgründen auf die Lehrstuhlgründung zu verzichten, sei jedoch der falsche Weg, meint Aslan: "Das kann sich kein europäisches Land leisten." Er verweist auf Deutschland, wo derzeit 30 Professuren für Islamische Theologie an sechs verschiedenen Universitäten ausgeschrieben sind. "Da geht es um Millionen-Investitionen", sagt Aslan. Der deutsche Wissenschaftsrat hatte sich im Frühjahr 2010 ausdrücklich für die Einrichtung von Imam-Studien ausgeprochen. (Maria Sterkl, derStandard.at, 6.12.2011)

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"wissenschaft", "glaube", "staat" und "religion"

es geht bunt durcheinander und solange nicht klar ist, um was es geht, kann wohl keine vernünftige diskussion statfinden.

solange die jeweils dominanten glaubensbrüder sich mit weltlicher macht in das leben aller bürger einmischen, leben wir auf der stufe des mittelalters.

wer gerade gewinnt, die katholen oder evangelen oder juden oder muslime macht zwar für den einzelnenen menschen einen großen unterschied aber das grundproblem ist der besitz der "einzigen wahrheit" bei allen eingötteranbetern. solange diese nicht von der staatlichen macht getrennt werden, wird es immer wieder krieg und tod geben und nicht den frieden, von dem sie all faseln.

Ahja ...

waere auch Zeit, saemtliche vom Staat finanzierte theologische Fakultaeten abzuschaffen, dieser Hokuspokus und Kaderschmieden von Religionsgemeinschaften haben auf Universitaeten naemlich wirklich nichts mehr verloren.

da der alevitische Islam die menschlicher Version der islamischen Auffassung vertritt, denke ich das alle Europäer (die das wollen) diese Islam-Auffassung lernen/lehren sollten

Willst uns

verarschen?.So kanns ja nicht gehen.Auch der Rechthaber kann nicht so großgoschert daherkommen.So net.Mir leben im Herzmanovskischen Universum.Und des is net so schlecht.Zumindestens lustig.

Ihnen ist bewusst, dass das was sie hier machen in einigen moslemischen Staaten gesetzlich verboten ist, nämlich Missionierung... ;)

Aber interessant, wenn jemand bei Religion von einer "menschlicheren Auslegung" spricht...

: ))) wer weiss vlt. wird der euro-islam alevitisch ; )

Ich freu mich schon

auf die erste Frau, die durch die www.atheistische-religionsgesellschaft.at die geistliche Zulassung als Professorin an der Atheistisch-Theologischen Fakultät einer österreichischen staatlichen Universität erhält! ;-)

Unglaublich

für welche Ausreden der Islam schon herhalten muss.

"Girl gang who kicked woman in the head while yelling 'kill the white slag' freed after judge hears 'they weren't used to drinking because they're Muslims'"

http://www.dailymail.co.uk/news/arti... FREED.html

http://www.youtube.com/verify_ag... 6IU9UeLlJQ

Wer kann mir das erklären

Wird die Türkei bereit sein, auf europäisch orientierte Imame umzusteigen, wird oben im Text gefragt.

Ich dachte, diese Moscheen stehen in Österreich?

Die Islamische Lehre ist in "Erlaubtes und Verbotenes im Islam" bestens zusammengefasst.

Der Autor Jusuf al Qaradawi ist in der arabischen Welt hoch geachtet. Sein Buch war 10 Jahre lang Schulbuch in Österreich. Dann wurde es verboten. Ich bitte kenntnisreiche Personen um Aufklärung, ob und wenn ja, welcher, Islam in Österreich gelehrt werden darf.

Am Besten gar keiner.

Den Islamophoben hier schlottern schon wieder die Knie.

Den Frauenhassern zittern schon wieder die Knie, wenn man sich Zwecks Unterdrückung von Frauen nicht einmal mehr auf eine Religion berufen kann, was... ;)

Wie kommen sie darauf?? Ich bin ungläubig, habe aber trotzdem keine Angst!!!!

Ungläubig heißt ja nicht islamophob. Ich hab also sicher nicht Sie gemeint.

Idiotie der Presse?
Sorry lieber Standard aber sind Twitter Meldungen jetzt offizielle Presseaussendungen?
Da kommt ein Poltiker von einer Reise zurück und posted im Wortsinn etwa "hab da 2 gute ideen gehört"..

und dann wird gleich nachgefragt wie weit der Plan ist beim Ministerium?

Steht ja nirgends, dass das eine Presseaussendung von ihm war. Und schreiben dürfen sie, worüber sie wollen, wenn die Info stimmt.

Also ich hab da nix dagegen, wenn getwitterte Meldungen von Politikern erst genommen werden.

Ich hab schon was dagegen wenn man Politkern das nachdenken nicht erlaubt. Magst du anders sehen. aber ok.

Ein Fall für den Verein:

"Religion ist Privatsache"?

Genauso wie die politische, sexuelle orientierung

Oder sportinteressen privatsache sind, die kann mir der staat auch nicht vorschreiben und doch foerdert der staat in diesem bereich initiativen, vereine und vorhaben...

ist das nun ein fall für den verein oder nicht?

Zeit wird's, dass das auch in Österreich eingerichtet wird.

http://tinyurl.com/6u36vgk

Der Islam ist Teil unsrer Gesellschaft, daher gibt es keinen Grund, warum das nicht auch in Österreich auf universitäres Niveau gehoben werden soll.

Der ausschließliche Import von Immanen kann doch keine Dauerlösung sein. In Zukunft sollte natürlich ein Imman, egal, wo er ausgebildet ist - z.B. an der Uni Tübingen oder in der Türkei oder sonstwo - in Österreich arbeiten können. Die Anerkennung bzw. Nostrifizietrung von Ausbildungen gehört zu so einem Paket auch dazu.

Im Übrigen finde ich es toll, dass es in einem Denkzentrum der Theologie wie Tübingen - Ratzi was here, Küng ist immer noch da, und die evangelischen sind auch gut aufgestellt - jetzt auch noch die islamische Theologie mitmischt.

der Imam kann nicht in einer staatlichen "Schule" ausgebildet werden

der IMAM ist ein Person die aus der Nachfahrenschaft des Propheten stammen muss
UND
der IMAM muss ausreichend Wissen über den ISLAM haben, und dieses auch praktizieren (als gut als möglich)
UND
der IMAM muss von der Gruppe an Menschen, denen er das Wissen beibringen möchte / leiten möchte akzeptiert werden

Ansonsten gibt es noch einige andere Feinheiten. Aber das ist das Grundgerüst das einen IMAM ausmacht.

nachfahrenschaft? solltes es vielleicht gleich der mehdi sein? noch andere wünsche?

warum so viel rot?

stimmt doch haargenau!

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