Die Drohne, das unbemannte Wesen

Florian Gossy, 6. Dezember 2011, 06:15
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    foto: kirsty wigglesworth, file/ap/dapd

    Eine "Predator"-Drohne der USA landet auf der Kandahar Air Base in Afghanistan.

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    foto: reuters/gil cohen magen

    Die israelische "Heron TP"-Drohne auf der Tel Nof Air Force-Base bei Tel Aviv.

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    foto: euters/iranian defence ministry handout/vahidreza alaii

    Die Präsentation der iranischen Langstrecken-Drohne "Karrar" im August 2010. (Präsident Mahmoud Ahmadinejad freut sich.)

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    foto: cc-pd-mark

    Die US-amerikanische Stealth-Drohne "Sentinel".

Sie sind schnell und günstig, bergen aber einige Gefahren: Das internationale Wettrüsten am Drohnenmarkt geht weiter

Lange Zeit war sie nur ein Mythos. Es gab keine offiziellen Bestätigungen, lediglich Spekulationen. Dass das "Biest von Kandahar" exisitiert, bestätigte die US Air Force erst vor knapp zwei Jahren - damals gab man den Einsatz der Drohne vom Typ RQ-170 "Sentinel" zu. Nun will der Iran am vergangenen Sonntag eine dieser von Lockheed Martin nur in geringer Stückzahl produzierten Drohnen in seinen Besitz gebracht haben. Erst hatte es noch geheißen, die Drohne wäre „abgeschossen" geworden; mittlerweile kann man jedoch davon ausgehen, dass eine auf elektronische Kriegsführung spezialisierte Einheit der iranischen Armee die Drohne zu Boden gebracht hat. Dies würde auch erklären, warum der Iran die Drohne als „leicht beschädigt" bezeichnete. Hätte ein Geschoss die Drohne getroffen und aus dieser großen Höhe zum Absturz gebracht, wäre sie wohl kaum „leicht beschädigt".

Dutzende Staaten verwenden Drohnen

Der Drohnenzwischenfall zwischen dem Iran und den USA ist aber nur ein Fall von vielen, der diese relativ kleinen, unbemannten Luftfahrzeuge ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Vor allem die USA unter Präsident Barack Obama haben ihr Drohnenprogramm verstärkt. Amerikanische Drohnen werden über Somalia eingesetzt, beim Tod Gaddafis in Libyen war ebenso eine Drohne beteiligt wie beim Tod des Hasspredigers Anwar al-Awlakis im Jemen. Dabei sind die USA nicht die einzige Nation, die Drohnen nützt. Mindestens 40 Staaten haben im Moment Drohnen im Einsatz, berichtete die UNO im vergangenen Jahr (pdf), die genaue Zahl kann jedoch nur geschätzt werden. Bewaffnete Angriffe sollen aber erst von Großbritannien, Israel und natürlich den USA durchgeführt worden sein.

"Predator", "Global Hawk" und "Heron"

Die fortschrittlichsten Drohnen werden in den USA und in Israel hergestellt; diese beiden Länder sind auch die Hauptexportländer. Vor allem die USA beschränken aber den Export. Man will seinen technologischen Vorsprung gegenüber Feinden und Konkurrenten nicht so ohne weiteres hergeben. Das führt in der Industrie zu schwerem Unmut, Hersteller wie General Atomics („Predator", „Reaper", „Grey Eagle"), Northrop Grumman (Modelle „Hunter", „Global Hawk") oder Lockheed Martin („Sentinel") würden gern verstärkt exportieren - denn die Nachfrage steigt. So zeigt etwa die Türkei Interesse an „Reaper"-Modellen, was vom Kongress mit Verweis auf die diplomatischen Unstimmigkeiten zwischen der Türkei und Israel abgelehnt wurde. Pikant: Die einzigen Drohnen, die für die Türkei im Einsatz sind, wurden von den Israel Aerospace Industries (IAI) gekauft. Das Modell „Heron" gilt als israelischer Exportschlager und ist unter anderem für Deutschland, Frankreich und Israel selbst im Einsatz. Deutschlands Verteidigungsminister Thomas de Maiziere hat im Sommer eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der deutschen Bundeswehr und IAI ausverhandelt.

Iranische und chinesische Drohnen

Doch auch andere Länder arbeiten mit Hochdruck an ihren Drohnenprogrammen, zum Beispiel der Iran. Unter anderem werden die Modelle „Karrar", „Ababil" und „Mohajer" verwendet. Für die Hisbollah sollen „Ababil" und „Mohajer"-Drohnen fliegen, nach Venezuela sollen Modelle vom Typ „Ababil" verkauft worden sein. Umtriebig ist auch China, „Dark Sword" und „Soaring Dragon" heißen die bekanntesten Drohnen. (Eine Auswahl bekannter Drohnen findet sich bei den Kollegen vom Dangerroom.)

Pakistan: 20 Prozent zivile Opfer

Obwohl der Krieg per Joystick günstig und ohne Gefährdung eigener Soldaten erfolgt, hat die militärische Anwendung dieser Technologie viele Schattenseiten. Drohnen können lediglich für gezielte Luftschläge eingesetzt werden. Oft genug kommen aber auch bei den so genannten "gezielten" Angriffen Zivilisten ums Leben. Peter Bergen, der Leiter des Forschungsprogramms Nationale Sicherheit bei der New America Foundation, hat den US-Drohneneinsatz in Pakistan analysiert; er kam zum Schluss, dass etwa 20 Prozent aller Opfer keine militanten Islamisten, sondern Zivilisten sind.

Fragwürdige Legitimation

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelnde juristische Legitimation des Drohneneinsatzes. Als Anwar al-Awliki - ein amerikanischer Staatsbürger - im Jemen getötet wurde, wurde eigens ein Dokument angefertigt, welches die Tötung genehmigte. Die Obama-Regierung vertritt weiterhin die Rechtsauffassung, dass die Drohnenschläge durch das vom UNO-Sicherheitsrat nach den 9/11-Anschlägen zugesprochene Recht auf Selbstverteidigung legitimiert seien. Die Kritik an diesen Einsätzen (bzw. an der rasant gestiegenen Zahl der Einsätze) wird jedoch immer größer.

Internationale Abkommen in weiter Ferne

Es gilt jedoch als wenig wahrscheinlich, dass die USA ihr Drohnenprogramm zurückfahren werden. Das zeigt sich schon an den involvierten Führungskräften: Präsident Barack Obama und vor allem sein Vizepräsident Joe Biden sind vehemente Verfechter des Drohneneinsatzes, da damit die Entsendung von eigenen Truppen in die Region nicht mehr notwendig ist; diese Ansicht teilen sie mit Verteidigungsminister Leon Panetta und CIA-Direktor David Petraeus. Das ist aber nicht verwunderlich, denn die Drohneneinsätze werden von der CIA durchgeführt. Panetta war vor seinem Posten als Verteidigungsminister der Chef des CIA, während Petraeus den ISAF-Einsatz in Afghanistan kommandierte.

Das einzige, was die immer häufigeren Drohneneinsätze stoppen könnte, wäre wohl ein internationaler Vertrag, der den Einsatz juristisch regelt und gegebenenfalls auch sanktioniert. Doch solange die USA den technischen Fortschritt ausnützen können, scheint ein solcher Vertrag in weiter Ferne. (flog, derStandard.at, 06.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 126
1 2 3 4
Alf von Melmak
 
00
21.2.2012, 17:16
"Sie sind schnell und günstig, bergen aber einige Gefahren..."

'
Eine derartige Beschreibung für eine Waffe mutet etwas seltsam an.

"...hat die militärische Anwendung dieser Technologie viele Schattenseiten."

Könnte einmal jemand die "Sonnenseiten" dieser Technologie aufzählen?

Geheimdienst
01
8.12.2011, 15:05
Debakel im Iran

.
Die USA erwogen, die im Iran abgestürzte CIA-Drohne durch einen Kommandoeinsatz zu bergen oder zu zerstören. Das Flugzeug war Teil einer CIA-Kampagne gegen Teheran.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/a... y/27988247

notsostandard
00
8.12.2011, 03:08
Wann sehen wir Beitraege von Menschen....

an dem "receiving end" dieser wunderwaffe ?

Oder sind die alle schon tot ?

Diese von menschen der zivielbevoelkerung ausgefuehrte gezielte toetung bringt zweifellos vergeltungsaktionen direkt in die mitte der grossstaedte von wo diese terroraktionen ausgehen.

Und dann wundern sich die "guten buerger" ......

W A R U M ?

Peacefaktor
12
7.12.2011, 20:28
Einem US-Soldaten platzt der Kragen. Er sagt, was Sache ist:

http://www.youtube.com/watch?v=Z... r_embedded

hoffentlich werden es immer mehr, die durchschauen, was real gespielt wird, und wie wir Menschen gegeneinander ausgespielt werden ( wenn es für eine kleine Gruppe finanzielle Vorteile gibt), in Kriege gehetzt werden ( wenn es einer kleinen Gruppe finanzielle Vorteile bringt), ...

Zuckerlilly Zuckerlilly
20
8.12.2011, 08:43
Hochstapler? Ich weiß nicht warum Leute wie er, die den ganzen Tag hinterm Bildschirm hocken, immer davon träumen,

was sie nicht alles gesehen und erlebt haben. Der Kerl war lt. seiner Akte nie in einem Außeneinsatz, kann also das Gesagte niemals selbst erlebt haben, was auch erklärt, warum er so unspezifisch bleibt und niemals Ort und Datum eines Vorfalles, geschweige denn Einheit nennt. Er ein anti-Rassist? Lachhaft, er pflegt seinen eigenen pro-arabischen vs. anti-jüdischen Rassismus.

Peacefaktor
00
8.12.2011, 15:52
ja ja, immer die Leute, die etwas berichten

herabwürdigen, Behauptungen aufstellen, die man schwer überprüfen kann, und ihn unglaubwürdig darstellen.
Und dann später behaupten, es hat ja nie jemand was gesagt. Sie hätten gut ins 3.Reich gepasst. Da hat auch niemand was gewusst, wurden die, die was gesagt haben verleumdet und niedergemacht.
Aber Danke für Ihr Outing.

Zuckerlilly Zuckerlilly
20
7.12.2011, 14:33
Also mir ist ncht klar, warum es diesen Aufschrei gegen Drohnen gibt. Schließlich hat jedes Land das Recht seine Soldaten

so gut als möglich zu schützen.

Die MQ 9 Reaper im Irak

http://www.dvidshub.net/video/438... q-9-reaper

DieBo
14
8.12.2011, 10:44
"Seine Soldaten zu schützen" ?? es geht darum seine Bürger zu schützen und nicht erst ein Krieg vom Zaun zu brechen. Es hat die US Amrikaner keiner eingeladen nach Afghanistan zu kommen.Im Gegenteil. Sich jetzt hinstellen "Soldaten schützen" ist doch

nahe der Schizophrenie....

Zuckerlilly Zuckerlilly
00
8.12.2011, 15:14
Einen Krieg vom Zaun brechen? Wenn ich mich recht erinnere, war die überwältigende Mehrheit der Mitgliedsstaaten der

Vereinten Nationen für diesen Krieg.

Peacefaktor
01
8.12.2011, 17:43
dann erinnern Sie sich falsch;)

Franz Brandtwein
00
7.12.2011, 07:39
In Top Gun 2

kommen nur noch Drohnen zum Einsatz, gesteuert von pickeligen Nerds die Football zur am PC spielen und 1000 Facebook Freunde haben ;-)

Erwin Wolfram
00
7.12.2011, 00:03
...

ja ich hab gehoert die army macht jetzt ein computerspiel da kann jeder player weltweit teilnehmen und es ist ganz neu und das ist nicht illegal und sowas... (natuerlich genau so ein schwachsinn wie der artikel, denn die drohnenpiloten werden noch durch die strassen getrieben werden)

Verdammt Coole Schreckschrauwe
00
6.12.2011, 23:54
Dronen sind wohl wirklich das einzige ObjektSubjekt zu sein, welche UNBEMANNT sein dürfen...

Jonathan Möwe
11
6.12.2011, 22:09

Wäre äußerst aufschlußreich gewesen, wenn im Artikel auch stehen würde, was Drohnen so im allgemeinen sind, können, und wozu sie eingesetzt werden. Aber statt dessen zu 98% journalistisches Geschwafel. Gehts noch?

Kauft's mehr Klumpert!
01
6.12.2011, 21:20
Sogar österreichische Frimen (z.B. die Fa. Stiebl in NÖ) haben Drohen ins Ausalnd verkauft und sich keinen Deut um die Verwendung geschert.

Beliefert wurden auch Diktatoren wie Gadadffi, die die Drohen zur Bürgerüberwachung benutzten. Das Bereitstellen der Drohnen war also gleichbedeutend mit Inhaftierung, Folter und Mord.

Von der ÖVP wurden die Hersteller dieser Technologie indes als "Leistungsträger" gefeiert.

fat albert1
01
6.12.2011, 22:28

Ich glaub' du meinst Schiebel.
http://www.schiebel.net/

Aber ansonsten stimme ich voll zu.

Kauft's mehr Klumpert!
00
7.12.2011, 11:58
Ja, genau das ist der Saftladen.

WiKaBot
00
6.12.2011, 20:37
Wer mag es etwas krasser?

Da gibt es einen kleinen feinen Aufsatz zu den Vorzügen der Drohen …

http://qpress.de/2010/10/2... %E2%80%9C/

… vom 8 Stunden Arbeitstag an der Front, wie man sich ganz familienfreundlich die Punkte für den Weltfrieden erballern kann und vor allem eben, wie man mitten im Krieg stecken kann und dann nach getaner Arbeit wieder gemütlich nachhause Fährt. Dann liegen die Leichen auch nicht auf dem eigenen Heimweg vom Schlachtfeld, sondern sie verbleiben irgendwo in der Wildnis, abseits der Blicke und wen der heitere Blitz aus dem Himmel nun getroffen hat, meine Güte, wen intressierts … da scheint ja auch der Liebe Gott nicht sorgfältiger zu sein … also alles im Lot? Ja, bis sie bei uns am Himmel kreisen.

FatFaceRicky
21
6.12.2011, 17:55

Früher oder später wird man wohl die Piloten auch in der zivilen Luftfahrt nicht mehr benötigen.

Der Mensch ist ja in gewisser Hinsicht nur eine teure, ineffiziente Fehlerquelle - und sollte so weit als möglich ersetzt werden.

ChesneyB
01
6.12.2011, 19:19

Nur leider ist bei einer technischen Fehlfunktion nur ein Mensch in der Lage, geeignete Schritte zu unternehmen. Daher glaube ich, daß das so bald nicht der Fall sein wird.

weil ich nicht mehr an euch glaube
00
7.12.2011, 00:26

bei einem modernen fluggerät hat der mensch auch keine chance mehr, es am himmel zu halten, wenn kernkomponenten (trotz redundanz) versagen.

ein doppeldecker geht noch aber alle modernen konzepte hängen an der ständigen regelung durch elektronik.

Zuckerlilly Zuckerlilly
00
7.12.2011, 14:27
"....aber alle modernen konzepte hängen an der ständigen regelung durch elektronik."

Eben, auch jedes noch so teure bemannte Flugzeug.

Michel Berger
00
6.12.2011, 20:25
Ich denke, die Passagiere werden mit Begeisterung einsteigen wenn keine Piloten und statt Stewardessen nur noch ein Colaautomat im Flieger ist!

Träume sind Schäume.....
1511
6.12.2011, 17:53
Drohnen sind unterm Strich ein zivilisiertes Kriegsmittel

Was die übliche tobende und kreischende Anti-USA Meute übersieht.
Die gängigen Gegner des Westens in der Region, also Taliban, Al-Quaida etc.

Würden bei 20% ziviller Verluste lachen.
Im Gegenteil sind sie Feiglinge und greifen eben die Unbeteiligten gezielt an, wie man an Selbstmordattacken sieht.
Weil leicht zu treffen.

Auf 99 tote Frauen, Kinder und Unbeteiligte Allgemein kommt bei dennen höchstens ein feindlicher Soldat.
Wer's nicht glaubt Statistiken lesen.

Also der übliche Bobo der irgendwechen Mist von barbarischer Kriegsführung von sich läßt.
Sollte mal einen Marktplatz voller zerfetzter Leichen nach dem üblichen monatlichen Talibananschlag begutachten.

Da sind gezielte Drohnenattacken kriegsrechtlich weit überlegen.

Peacefaktor
00
7.12.2011, 18:39
jaja, die Geschichte vom humanen töten von Drohnen.

gestorben ist aber gestorben, und es hat niemand das Recht jemanden anderes Leben zu beenden, weder durch Selbstmordanschlag, noch durch Drohnen. Da wir in einem Rechtsstaat leben haben auch Verbrecher das Recht auf einen fairen Prozess. Anstatt sie also ferngesteuert per Drohnennagriff auszuschalten und umzubringen, unschuldige Opfer miteinkalkulierend, sollte man sie gefangen nehmen und ihnen den Prozess machen, wie es in einem zivilisiertem Land üblich ist. Aber von Zivilisation sind wir ja meilenweit entfernt, wenn wir Drohnen und das Töten durch Drohnen als Fortschritt und Meilenstein betrachten.
Unschuldige Opfer gibt es bei Drohnenattacken und Terrorattacken. Es ist das Gleiche, nur mit anderen Mitteln.
Getötet bleibt getötet.

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