Grenze liegt bei Bruttogehalt von 3.000 Euro
Wien - Der am Sonntagabend vereinbarte Gehaltsabschluss für
die Beamten bedeutet, dass rund 60 Prozent der Bediensteten die
Inflation abgegolten bekommen. Bezieher bis zu einem Bruttogehalt von
rund 3.000 Euro erhalten zwischen 3,36 und 2,95 Prozent Lohnerhöhung.
Wer mehr verdient muss einen Reallohnverlust hinnehmen, bis zum
Sektionschef schmilzt die Erhöhung auf 2,68 Prozent zusammen.
Erreicht wird diese soziale Staffelung dadurch, dass man für alle
Einkommen eine Erhöhung von 2,56 Prozent plus 11,10 Euro vereinbart
hat. Das bedeutet für die kleinsten Einkommen eben eine Erhöhung um
3,36 Prozent, für die höchsten hingegen nur um 2,68 Prozent, im
Schnitt genau die Inflationsrate von 2,95 Prozent. Weil der Abschluss
erst im Februar in Kraft tritt, liegt die durchschnittliche Erhöhung
über das Jahr gerechnet nur bei 2,7 Prozent.
Beispiel-Rechnungen
Die maximale Steigerung um 3,36 Prozent greift beispielsweise bei
einem jungen Portier, dessen Gehalt von 1.388 auf 1.435 angehoben
wird. Ein Polizist etwa mit einem bisherigen Gehalt von 2.306 Euro
bekommt 3,12 Prozent und damit ab 1. Februar 2.378 Euro. Genau die
Inflationsabgeltung von 2,95 Prozent erhält beispielsweise ein
Pflichtschullehrer, der nun statt 2.811 künftig 2.894 Euro auf seinem
Gehaltszettel vorfindet. Das Gehalt eines Sektionschefs wird um den
kleinsten Prozentsatz von 2,68 Prozent von 9.594 auf 9.851 Euro
angehoben.
Die Kosten des Abschlusses von durchschnittlich 2,95 Prozent gibt
das Beamtenministerium mit 328 Millionen Euro an, die aber in dieser
Höhe nicht zum Tragen kommen. Weil die Erhöhung erst mit 1. Februar
wirksam wird, reduzieren sich die Kosten um 28 Mio. auf 300 Mio.
Euro. Eine weitere Ersparnis von rund 30 Mio. Euro bringt die
Streichung der Jubiläumszulage von vier Monatsgehältern für
Frühpensionisten nach 35 Dienstjahren. Das Beamtenministerium gibt
die Kosten des Abschlusses deshalb mir insgesamt rund 280 Millionen
an.
Mit der Streichung der Jubiläumszuwendung nach 35 Jahren wird der
sogenannte Golden Handshake für Frühpensionisten abgeschafft. Wer 40
Dienstjahre aufweist, bekommt die vier Monatsgehälter weiterhin,
ebenso bleibt das Jubiläumsgeld nach 25 Jahren bestehen. (APA)