OeBS-Skandal

Banknotendruckerei vor Umbau und Jobabbau

Renate Graber , 5. Dezember 2011, 19:32

Die Gelddrucker nehmen künftig nur noch Aufträge aus dem EWR-Raum an - ein massiver Stellenabbau wird folgen

Der Banknotendruckerei OeBS steht eine tiefgreifende Umstrukturierung samt Mitarbeiterabbau bevor. Das haben der Gouverneur der Nationalbank, Ewald Nowotny, und sein Vize, Wolfgang Duchatczek, am Montag vor dem Finanzausschuss des Parlaments erklärt. Die OeBS werde künftig nur noch Aufträge aus dem EWR-Raum annehmen - andere Auslandsaufträge wie jene, für die hohe Provisionen gezahlt wurden, werden daher wegfallen.

Die Umstrukturierung war immer wieder Thema in der Notenbank gewesen; dabei war von einer Halbierung der Jobs (derzeit 200) die Rede. Die beiden Notenbanker wurden im Parlament zu ihrer Rolle als OeBS-Aufsichtsräte befragt.

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Wien - "Zentralbanken und Regierungen weltweit vertrauen auf die Integrität der OeBS und auf die Sicherheit unserer Banknoten. Zentralbanken und Regierungen weltweit sind gut beraten - heute, morgen und in Zukunft." Diese hübsche Darstellung auf der Homepage der affärengeschüttelten Banknotendruckerei OeBS wird wohl nicht mehr lange Geltung haben. Denn: Die 100-prozentige Tochter der Nationalbank (OeNB) wird nun nur noch Aufträge aus dem EWR-Raum (EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen) annehmen dürfen. Das haben OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny und sein Vize, Wolfgang Duchatczek, am Montag vor den Mitgliedern des Finanzausschusses des Nationalrats erklärt.

Der Ausschuss hat die beiden in einer außerordentlichen Sitzung in ihrer Funktion als Aufsichtsräte der Gelddruckerei befragt. In der Causa OeBS ermittelt die Justiz u. a. wegen Verdachts auf Bestechung und Bildung einer kriminellen Vereinigung, sie vermutet hinter den hohen Provisionen für Auslandsaufträge Schmiergelder. Beschuldigt sind Ex-OeBS-Manager und alle (Ex-)Aufsichtsräte. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Vor dem Ausschuss haben Nowotny und Duchatczek ihre bisherige Verantwortung aufrechterhalten. Sinngemäß sagten sie, sie hätten stets korrekt gehandelt und keinen Anlass gehabt, hinter den Provisionszahlungen Bestechungsgelder zu vermuten. Die Aufseher beriefen sich zudem auf die jährlichen Berichte der Wirtschaftsprüfer und die Geldwäscheermittlungen, die ohne Ergebnis geendet hätten. Tatsächlich haben die Geldwäscheverdachtsmeldungen der Bawag 2008 und der UniCredit Bratislava 2009 (es ging um Konten, über die die Provisionen flossen) zu Ermittlungsverfahren gegen die beiden involvierten Anwälte bei der Staatsanwaltschaft geführt. Sie wurden aber 2009 und 2010 eingestellt - und nun wiederaufgenommen.

Vom Bonus in den Malus

Die Verkleinerung der Gelddruckerei war in der OeNB und im OeBS-Aufsichtsrat schon lange Thema. Mit Euro-Aufträgen allein wäre die 1998 aus der OeNB ausgegliederte Gesellschaft nie ausgelastet gewesen; nur mit exotischen Auslandsaufträgen liefen die Geschäfte. 2010 etwa betrug der Bilanzgewinn 2,74 Mio. Euro. Was Belegschaft und Chefs immer wieder zu Sonderzahlungen verhalf: So beschloss der OeBS-Aufsichtsrat am 22. März 2011, den rund 200 Mitarbeitern für 2010 einen Bonus von insgesamt 324.375 Euro auszuzahlen. Das Extra für die zwei Geschäftsführer betrug 30.000 Euro pro Nase.

Das "Strukturprojekt Ausrichtung OeBS neu" lief damals längst. Denn ohne große Auslandsaufträge braucht die Druckerei maximal die Hälfte ihrer Mitarbeiter - von denen freilich rund 50 Prozent aus der OeNB stammen und daher ein Rückkehrrecht haben. Die andere Hälfte der Mitarbeiter sind Angestellte der OeBS - sowie Leiharbeitskräfte.

Alle möglichen Varianten zur Personalreduktion wurden schon überlegt. So diskutierte man im April 2010 über die Idee, die Gelddruckerei überhaupt wieder in die OeNB zurückzuholen. Fragen, die nun alle wieder aufs Tapet kommen werden.

Stichwort offene Fragen: Wo die im Oktober 2010 verschwundenen 25 Papierbögen für 500er-Euro-Noten geblieben sind, ist immer noch ungeklärt.(Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.12.2011)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
quod scripsit
00
13.12.2011, 01:02

burn motherfucker!

Marcel Bruckmann1
00
7.12.2011, 17:26
Wo hat man sie eigentlich abgeworben, Frau Grabner?

Krone? Heute? Mein Tip: nachdem sie jetzt beim Standard sind, sollten sie ihre Beiträge auch dem durchaus gehobeneren Niveau anpassen. Das beginnt mit Recherche. In den von ihnen verfassten Berichten steckt so viel Unwahrheit, dass ich mich dabei ertappt habe nachzusehen, ob ich wirklich den Standard in der Hand halte.

HerrderRinge
00
7.12.2011, 13:42
OENB-Töchter sollen AUFPASSER bekommen!

einfach nur GEIL diese Meldung!!!!

was dürfen die Aufpasser den so alles tun mit den Töchtern; :-))))))))

HerrderRinge
00
7.12.2011, 10:22
Es wird scho glei du'umper, es wird scho glei Nacht!!!!!

Es weihnachtet sehr in der OEBS!
Flexwork Mitarbeiter heimschicken!
OEBS Mitarbeiter aufs AMS schicken!

und die wenig verbliebenen Priviligierten mit den goldenen OENB-Verträgen zurück zur Nationalbank!

Man sei in der OENB beim Reinigen und Saubermachen angelangt, nachdem man Managern vertraut hat, die möglicherweise(noch gilt die Unschuldsvermutung) VERTRAUENSUNWÜRDIG sind und waren!
Die Rechnung bezahlt damit wieder nur der kleine Steuerzahler, der nun seinen Arbeitsplatz verliert!

Stille Nacht, heilige Nacht, die OENB Schläft und keiner WACHT!!!!!!

speedbrain
00
6.12.2011, 14:22

nowotny sitzt an der spitze, WEIL er nichts weiss

zweite meinung
00
6.12.2011, 11:42
Ist das ein Eingeständnis,

dass außerhalb des EWR ohne Korruption keine Verträge abgeschlossen werden können?

locken
00
6.12.2011, 11:37
Die Kleinen werden wie immer die Krot fressen !

Johann Hunger1
00
6.12.2011, 11:15
Frage als Staatsbürger: Wer kauft die Maschienen? Und in welchem Land werden dann die Noten gedruckt? Kassiert da der Staat,oder wieder diese Menschen? Pilz aufdecken! Aber wirklich! Nicht wie bei den letzten -Untersuchungsausschüssen.

da ist nichts herausgekommen,sie lieber grüner!

Gobi Todic
00
6.12.2011, 08:46

--------> Nowotny: Trilateraler.

Wie Monti und Papademos.

Tycho Brahe
03
6.12.2011, 05:38
Na sowas,

wieder 2 Unschuldsengerl welche absolut nichts gewusst haben. Was ist das für ein Saftladen?
2 Möglichkeiten, entweder sie haben wirklich nichts gewusst, dann sofort wegen Unfähigkeit rausschmeissen, oder sie haben was gewusst, dann auch rausschmeissen und rechtliche Konsequenzen.
Halt, bin gerade munter geworden und mir ist klar geworden, wir sind ja in Österreich.

N.Y. Dolgokhvostni
02
6.12.2011, 00:11
Hier wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet!

Nach erfolgter Säuberungsaktion und der noch anstehenden Verabschiedung der Verantwortlichen im Aufsichtsrat (STICHWORT UNTRAGBAR) hätte die OeBS es überhaupt nicht nötig Stellen abzubauen und, "in Sack und Asche gewandet," nur mehr in Europa zu akquirieren.

Der hier veranstaltete Zirkus ist weltfremd: Zentralbanken in Nahost sind durchaus kein Sündenpfuhl, wie das manche Selbsbereicherer und ein Haufen Schwätzer es uns glauben machen wollen. Die 12.5 Millionen Euro gingen gewiss nicht an syrische Zentralbanker!

Die OeBS erhielt den Auftrag durch ein Ausschreibungsverfahren (neben Giesecke & Devrient die bestimmt keinen Cent gezahlt haben). Eher landete das Geld, als Gegenleistung für erfolgte Schiebereien, z.T. bei Giesecke & Devrient!

Medicus58
00
5.12.2011, 22:42
Nein, nicht auch noch Mr. Sauberbanker Novotny anpatzen

Menschen, die an so vielen Baustellen der österreichischen Korruption nur ihre Bestes gegeben haben, müssen unschuldig sein.

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=48086

HerrderRinge
13
5.12.2011, 22:16
Da war doch was bei den Singapur 50 Dollar Noten!

Nur, da fehlten gleichmal einige hundert Bögen!
Da wurde dann vorm Vernichten Weißpapier unter die Makulaturen gemischt, um das Fehlen dieser Bögen auszugleichen!
Soviel zum Thema Wertesicherheit in der OEBS!!!

Vom Kunden wurden damals nur Stichproben durchgeführt, und nichts bemerkt!!!!!

Jahr 2005

Peter_23
00
6.12.2011, 12:50
Huch, schon wieder ein Insider.

Erzählen Sie das doch bitte dem Herrn Nowotny.

Denn der ist ja total ahnungslos und weiss von nichts.

HerrderRinge
12
5.12.2011, 22:08
25 Bögen für Euro 500 fehlen!

Lectori salutem
00
5.12.2011, 22:16

HerrderRinge = Insider?

ab c d ul sala dam
12
5.12.2011, 21:55

"...
...
Vor dem Ausschuss haben Nowotny und Duchatczek ihre bisherige Verantwortung aufrechterhalten. Sinngemäß sagten sie, sie hätten stets korrekt gehandelt und keinen Anlass gehabt, hinter den Provisionszahlungen Bestechungsgelder zu vermuten. ...
..."
und wen wundert das jetzt?
stichwort: supersauber

Knox le Ville
12
5.12.2011, 21:35

Bei den Verträgen und Gehältern eine Bonuszahlung von € 324.000 für 200 Mitarbeiter, das werden die nicht mal gemerkt haben - Peanuts für die Privilegienritter.

Johann Hunger1
00
6.12.2011, 11:17
Alle einsperren,bei Brot und wasser, bis einer singt.

HerrderRinge
00
5.12.2011, 22:06

Wäre genau die Bonuszahlung für die Mitarbeiter!

Solch ein Zufall; hehehe

HerrderRinge
02
5.12.2011, 22:04
50X24X500 EURO wo das Papier fehlt???

meindurstistüberwältigend
00
5.12.2011, 21:09
halihalo

hat aber lang gedauert bis zu diesem statement, dass er nichts gewusst hat. falls das stimmt bitte ich um rücktritt, da er nicht weiss, was im laden so abläuft

abdul saladam
01
5.12.2011, 21:52

ein "guvernör" tritt nicht zurück
siehe klaus liebscher

red01
07
5.12.2011, 20:58
Danke Frau Graber

wenn sie mit ihrer kampagne fertig sind, dann werden die manager schon in anderen firmen in toppositionen sitzen, die herren aufsichträte sind schlimmstenfalls mit 85 prozent des letztbezuges in pension. und sie können sicher trotzdem ruhig schlafen, weil wer macht sich schon gedanken um die 100 braven hackler mit normalen dienstverträgen, die halt als erste gekündigt werden. kollateralschaden, schade! immerhin haben die hackler ja eh 1500 als fetten bonus erhAlten, da kann man sie jetzt ruhig stempeln schicken, gibt ja genug jobs für banknotendrucker in österreich. nochmals danke frau graber, für ihren grandiosen beitrag zur weltverbesserung und für ihren differenzierten, hochqualitativen journalismus.

Bergdolm
04
5.12.2011, 19:14
Also ich würde mit dem Stellenabbau noch zuwarten

.
Vielleicht werden schon bald - in der EU(!) - viele neue Scheine mit ganz anderem Aussehen gebraucht, die möglicherweise auch nicht Euro heißen werden.

Oder man braucht bald viel, viel mehr Euro-Scheine, weil das ein klassischer Weg für Staaten ist, sich relativ rasch zu entschulden.

Und altgediente Banknotendrucker in die Frühpension zu schicken, geht ja auch nicht. Wenn wir uns vorstellen, was dann der Hans Rauscher wieder für einen Wirbel macht ...

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