Fachfrau mit Temperament konnte bei Vorstellung der Pensionsreform ihre Bewegung nicht unterdrücken
Rom - Blut und Tränen verlangt der italienische Premier Mario Monti von seinen Landsleuten, um Italien vor einer Staatspleite zu retten, die den ganzen Euro-Raum in den Abgrund reißen könnte. Tränen vergoss auch die strenge Arbeitsministerin Elsa Fornero bei der Vorstellung der Eckpunkte ihrer drastischen Pensionsreform, als sie den Italienern live verkünden musste, dass die meisten Pensionen in Zukunft nicht mehr an die Inflation gekoppelt seien und damit de facto sinken würden.
Mitgenommen wirkte Fornero bei der Auflistung der Punkte ihrer umstrittenen Reform, die eine Anhebung des Pensionseintrittsalters vorsieht, so dass Männer und Frauen 2018 mit 66 Jahren in den Ruhestand treten werden. Als sie am Schluss dann aber noch hinzufügen wollte, dass die jährliche Anpassung an den Inflationsindex ausfallen würde, konnte sie den Gefühlsausbruch nicht mehr unterdrücken. „Wir müssen Opfer verlangen...", brachte die Ministerin noch heraus. Das Wort „Opfer" konnte sie aber praktisch kaum mehr aussprechen. Fornero schluchzte vor laufenden Kameras während die Fotografen sie gnadenlos abblitzten. Premier Monti musste die Ausführungen selbst zu Ende führen.
Die weinende Ministerin ist zum Star in den italienischen Medien und zum Symbol der Schmerzen Italiens in dieser schwierigen wirtschaftlichen und politischen Phase aufgerückt. „Auch Fachleute haben ein Herz", kommentierte die römische Tageszeitung „La Repubblica". „Das Expertenkabinett um Monti, die kühlste Regierung in der republikanischen Geschichte Italiens zeigt, dass sie Gefühle hat", analysierte das Blatt.
Dabei galt die 62-jährige Fornero, die seit knapp zwei Wochen das heikle Arbeits- und Sozialministerium führt, alles andere als gefühlsbetont. Die Wirtschaftsexpertin, Professorin an der Turiner Universität und Spezialistin für Sozialfürsorge, die auch den Aufgabenbereich Chancengleichheit übernommen hat, zeigte am Sonntag all ihr Temperament als sie mit Monti an einer Konsultationsrunde mit Vertretern eines „Forums der Jugendlichen" teilnahm. Als sie feststellte, dass die junge Delegation ausschließlich aus Männern bestand, verließ sie aus Protest den Saal. „Wenn nicht einmal Jugendliche begreifen, dass der Beitrag der Frauen in den Vordergrund gestellt werden muss, können wir wenig anfangen", meinte die Ministerin. Es sei „kulturell ein Fehler" die Beteiligung der Frauen am öffentlichen Leben nicht zu fördern.
Premier Monti verzichtet auf Gehalt
Italiens Premier Mario Monti verlangt von seinen Landsleuten beträchtliche Opfer zur Eindämmung der Staatsschuld, will aber mit gutem Beispiel vorangehen. Als privaten Beitrag zu den Sparbemühungen verzichtet der Regierungschef auf sein Gehalt als Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Die Fachleute-Minister und jene Staatssekretäre, die keine Parlamentarier sind, werden nur den Grundbetrag und die Pensionseinzahlungen für ihre Arbeit im Kabinett in Anspruch nehmen, erklärte Monti. Ob er auch auf sein Gehalt als Senator auf Lebenszeit verzichten wird, wollte Monti nicht bekanntgegeben.
„Ich wollte ursprünglich mein Gehalt einer Wohltätigkeitsorganisation zuschanzen. Ich denke aber, dass es das Beste ist, mein Gehalt den Staatskassen zufließen lassen", betonte der Premier. Er fügte hinzu, dass es allerdings nicht unmoralisch sei, dass Regierungsmitglieder für ihre Leistungen bezahlt werden. Die Regierungsmitglieder wollen volle Transparenz ihrer Einnahmen garantieren, bekundete Monti. Das Fachleutekabinett um Monti ist seit 18 Tagen im Amt. Die Regierung soll bis Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2013 im Amt bleiben. (APA)
Parteikoordinator reichte Rücktritt ein - Ex-Premier will zentrumsorientierten Block gegen Linke aufbauen - Montezemolo plant Kandidatur für Parlamentswahlen 2013
Die "Grillini" entwickeln sich zum gefährlichen Gegner für die italienischen Traditionsparteien. Diese mussten bei den Kommunalwahlen massive Verluste hinnehmen - ein Zeichen für die Wut und den Unmut der Wähler.
… das sehe ich als eindeutiges Indiz dafür, dass er von den den Nutznießern seiner Maßnahmen am Ende noch viel fürstlicher vergütet wird. Wir wissen ja aus welchem Stall er kommt … da macht man es über Boni. Da würde ich also seinen Gehaltsverzicht eher als Offenbarungseid klassifizieren.
Aber das Unterhaltungsformat Italien wird uns schon nicht abhanden kommen, jetzt halt noch etwas amerikanischer: „Monti fürs Grobe und Marge beruhigt die Banken“ … frei nach den Simpson:
der Mann hat dieses Land al Premier politisch und ökonomisch ruiniert. Als Unternehmer hat er betrogen und massiv Steuern hinterzogen. Da kommen nicht nur der Ministerin die Tränen sondern den vielen Millionen Menschen dir vor dem Nichts stehen.
Pardon, aber ich habe (nicht nur ref Italien) NULL VERSTÄNDNIS, wenn....
"die Regierung spart" übersetzt wird mit "Streichung von Rechten für die Menschen ein Leben lang gespart haben" &/oder indem man anderen (meist eh den Ärmsten und Schwächsten) noch mehr weg nimmt.
"Sparen" heisst weniger verjuxen, und nicht "klauen", damit man im Grunde weiter auf großem Fuß leben kann.
Schlimm wie es "normal" geworden ist, daß weiter Unsummen in jedem Budgetposten für allerlei Unsinnigstes verballert werden, und das letztlich immer auf Kosten des Wichtigsten:
* Sicherung einer Ausbildung für Alle
* Kompromisslose Gesunden/Kranken-Versorgung
* Garantie eines (finanziell) sorglosen Lebensabends.
schau, ein volk, das fast 20 jahre lang kriminelle wie berlusconi & co wählt, hat sich einiges auch selbst zuzuschreiben ...
natürlich ist das ganze dann ungerecht den vielen ehrlichen bürgern gegenüber, die es in italien ganauso gibt wie in jedem anderen land (österreich und deutschland sind nicht die einzig "ehrlichen" nationen, wie manche hier oft meinen!).
ich wäre wirklich froh, wenn es monti, wie versprochen, gelingen würde, diese "cultura dei furbi e dei piu' forti", die unter berlusconi ausnahmslos(!) herrschte, auf ein minimum zu reduzieren (ausmerzen kann man sowas wohl nie, da es immer und überall irgendwelche kriminelle geben wird, die ihren lebensinhalt hauptsächlich darin sehen andere zu bescheißen und auf kosten anderer zu leben).
einige korrekturen an dem paket können sicher noch angebracht werden, viele wahrscheinlich nicht ...
Spätestens dann, wenn die stärksten Volkswirtschaften auch ruiniert sind kommen Sie vielleicht darauf, dass schlechte Regierungen, Korruption usw. die kleinsten Übel sind.
Totale Umverteilung und Demokratieabbau sind das Ziel, die Politik spielt mit oder setzt nichts entgegen, bzw. verstärkt nur den geistigen Wirrwarr.
Die Agonie der Eurozone dient nur die Zeitverzögerung um den Verlust der Banken zu minimieren.
In dem Finanzkrieg will Amerika die Konkurrenten des angeschlagenen Dollars aus dem Rennen werfen.
Ohne die Dame zu kennen und daher einschätzen zu können. Aber dass ihr das Heulen kommt, wenn sie sieht, was der Berlusconi so hinterlassen hat, find ich mal nicht so abwegig.
die kann sich halt was unter den getroffenen maßnahmen vorstellen und begreift auch die konsequenzen.
bei unseren knallchargen reicht einfach der geistige horizont nicht aus, um betroffenheit zu entwickeln. ergo dessen wird man das von unserer regierung auch nicht zu sehen bekommen.
Solang's nicht um ihr eigenes Geld geht, ist der Fekter das wurscht. Wie z.B. wenn Österreich vor die Hunde ginge. So etwas stört ÖVPler nicht, solang die eigene Brieftasche befüllt ist.
die staatlichen Pensionen bei € 3.000.-/M zu deckeln,
den Bundesrat, die Landesregierungen, die Bezirkskammern abzuschaffen, denn all das ist Arbeitslosnegeld auf höchstem Niveau und gibts billiger.
Eine Pension über € 3.000/M ist durch nichts zu rechtfertigen.
"Eine Pension über € 3.000/M ist durch nichts zu rechtfertigen."
Doch(!) - Sorry(!) - auch wenn ich ansonsten durchaus mit Ihnen konform gehe,...
ABER:
Ist sie schon, zu rechtfertigen, wenn man nämlich ein ganzes langes Berufsleben lang entsprechend hohe Beiträge in das System hineinbezahlt hat.
Durch Nichts zu rechtfertigen ist es mMn, wenn man den Leuten sagt: "Ihr habt ein halbes Jahrhundert brav einbezahlt, aber jetzt wo ihr in Pension geht und die "angesparte Leistung in Anspruch" nehmen wollte, ist es leider [Mittelfinger]."
Wenn Du 50 Jahre lang, jedes Monat, x-€ auf ein Sparbuch einbezahlt hast und dann, wenn Du das Geld abheben willst, weint der Banker rührende Tränen und sagt "leider, Konto leer" .... hast Du dann auch Verständnis?
Wenn Sie das ganze Leben gut verdient haben, hatten Sie auch die Möglichkeit, selbst etwas anzusparen. Niemand sagt etwas gegen eine sorgenfreie Pension. 3000 ist schon viel, in vielen europäischen Ländern sind die Höchstpensionen niedriger. Und für mich als 40-Stunden arbeitenden Menschen ist es nicht verständlich, dass z. B. Politpensionisten, obwohl sie genug auf der Kante haben, auf meine Kosten weitere 30 Jahre auf den Weltmeeren herumschippern.
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