ATX Fundamental

Fundamentaldaten zählen auch in der Krise

Christian Scheid, 5. Dezember 2011, 11:01

Seit Ende Juli kennen die Kurse nur eine Richtung: nach unten

Ein rabenschwarzes Jahr erlebt der ATX: Seit Ende Juli kennen die Kurse nur eine Richtung: nach unten. Knapp 1.000 Punkte oder rund 35 Prozent hat der Wiener Leitindex allein in den letzten vier Monaten verloren. Der Verlust seit Jahresbeginn beträgt sogar satte 43 Prozent. Mit einem Minus von „nur" 34 Prozent steht der ATX Fundamental um einiges besser da. Der Index setzt sich zwar genau aus den gleichen Aktien wie der ATX zusammen, jedoch erfolgt die Gewichtung nicht anhand des Börsenwerts, sondern nach fundamentalen Daten wie Gesamtkapitalrendite, Dividendenrendite und Kurs-Buchwert (KBV) der vergangenen drei Jahre.

Mitte Juni 2009 hat die Wiener Börse den ATX Fundamental gelauncht. Der Startwert des Auswahlbarometers wurde per 24. März 2009 mit 2.191,59 Punkten festgesetzt. Mit den Schwergewichten Telekom Austria (9,42 Prozent), Österreichische Post (6,82 Prozent) und Mayr-Melnhof Karton (6,71 Prozent) ist der ATX Fundamental wesentlich ausgewogener zusammengesetzt als der ATX. Das hat ihn vor einem noch schlimmeren Absturz bewahrt. Wie beim ATX wird die Zusammensetzung des ATX Fundamental vierteljährlich durch ein Komitee überprüft. Alle indexrelevanten Infos wie Richtlinien, Zusammensetzung, Beobachtungslisten und Änderungen sind für Investoren auf dem Indexportal der Wiener Börse unter www.indices.cc zugänglich.

Der Index wird real-time in Euro berechnet und veröffentlicht. Konzipiert als handelbarer Index, kann der ATX Fundamental als Basiswert für strukturierte Produkte sowie für standardisierte Derivate (Futures und Optionen) herangezogen werden. Bislang haben drei Emittenten Index-Zertifikate auf den ATX Fundamental begeben: Commerzbank (ISIN DE000CZ23YZ7), Raiffeisen Centrobank (ISIN AT0000A0DYD8) und Unicredit onemarkets (ISIN DE000HV5ATX6). Den niedrigsten Spread weist derzeit der Commerzbank-Tracker auf.

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