Donaupark

Anzeige gegen Sanierung des Papstkreuzes in Wien

Michael Matzenberger, 5. Dezember 2011, 12:55
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    foto: apa/guenter r. artinger

    Das Papstkreuz in Wien-Donaustadt: Symbol weltanschaulicher Auseinandersetzungen

Verein wirft Erzdiözese fehlende Baubewilligung vor – Widersprüche um Berücksichtigung von Denkmalschutz

Die Renovierung des Papstkreuzes im Wiener Donaupark könnte ein gerichtliches Nachspiel haben. An dem Stahlkreuz, das 1983 anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. errichtet wurde, laufen seit September "Sanierungs-, Ergänzungs-, Entrostungs- und Wiedermontagearbeiten", wie Harald Gnilsen, der Baudirektor der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung mitteilte.

Der Verein "Religion ist Privatsache" sieht darin gesetzeswidrige Arbeiten, da das 40 Meter hohe und 56 Tonnen schwere Kreuz vollständig abgetragen und neu errichtet würde. Für eine solche Wiederaufstellung sei nach § 60 der Wiener Bauordnung eine Baubewilligung nötig, die allerdings nicht vorliege.

Baustopp-Forderung

Der Verein erstattete nun Anzeige wegen der nicht genehmigten "Errichtung von einem sonstigen Bauwerk über der Erde" und forderte die Wiener Baupolizei (MA 37) auf, einen sofortigen Baustopp zu verhängen.

Eine offizielle Stellungnahme der Behörde habe der Verein bisher noch nicht erhalten, sagt Vorstandsmitglied Eytan Reif gegenüber derStandard.at. Ebensowenig sei trotz Auskunftspflicht ein bereits im September verschickter Fragenkatalog zu Bauverfahren und -bewilligungen beantwortet worden.

Instandsetzungsmaßnahmen

Otto Krenn, der stellvertretende Dienststellenleiter der MA 37, misst der Anzeige nur geringe Erfolgsaussichten bei: "Weil Sockel und Fundamente im Boden verankert blieben und nur der Aufbau des Monumentes abgetragen wurde, kann man von einem Fortbestehen des Konsenses ausgehen – quasi eine Instandsetzungsmaßnahme", erklärt Krenn auf Nachfrage.

Auch Harald Gnilsen von der Erzdiözese geht bei der Wiedererrichtung des Papstkreuzes nicht von bewilligungspflichtigen Arbeiten aus: "Das Kreuz wird nach der Sanierung mit den identen Teilen wieder aufgebaut. Dafür genügt eine einfache Bauanzeige", weist Gnilsen die Vorwürfe zurück.

Kreuz steht unter Denkmalschutz

Wie Recherchen von derStandard.at ergaben, wird in dem Fall aber noch ein weiterer Aspekt zu berücksichtigen sein: Das Papstkreuz steht laut Auskunft des Bundesdenkmalamts unter Denkmalschutz. Für solche Bauwerke gelten in der Regel strengere Restaurierungsvorschriften als für andere Gebäude.

"Wir haben immer ein gutes Verhältnis zur Erzdiözese gehabt und uns in gemeinsamen Gesprächen geeinigt, dass hier kein besonderer Antrag oder eine Bewilligung erforderlich sind", sagt Friedrich Dahm vom Bundesdenkmalamt. Baudirektor Harald Gnilsen war im Gespräch allerdings nicht bekannt, dass das Papstkreuz unter Denkmalschutz steht.

"Öffentliche Zurschaustellung des Machtanspruches"

Der Verein "Religion ist Privatsache" nimmt die Anzeige unter anderem zum Anlass, die "öffentliche Zurschaustellung des weltlichen Machtanspruches einer Kirche" zu kritisieren. Heinz Oberhummer, Vorstandsmitglied des Vereins: "Ich würde niemandem raten, sein Haus ohne Bewilligung abreißen und anschließend, auch in unveränderter Form, neu errichten zu lassen. Das geht hierzulande offensichtlich nur wenn man die entsprechenden weltanschaulichen Privilegien genießt und zusätzlich die politischen Kontakte hat." Darüber hinaus beanstandet der Verein, dass für die Renovierung auch öffentliche Mittel der Stadt herangezogen würden.

Das Bauwerk war ursprünglich nur für die Zeit des Papstbesuchs errichtet worden und ist laut Erzdiözese Wien "ganz einfach stehengeblieben". Wegen sicherheitstechnischer Bedenken entschieden sich die Gemeinde Wien und die Erzdiözese Anfang des Jahres für eine Sanierung. Die auf 220.000 Euro veranschlagten Arbeiten sollen noch im Dezember abgeschlossen und das Kreuz wieder zusammengefügt werden. (mm, derStandard.at, 5.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 388
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chilli p.
12
7.12.2011, 06:00
nun gut, da etliche meiner steuereuros für die sanierung des überflüssigsten denkmals in wien verwendet wurden,

und weil dies auf das massive lobbying der kathkirche zurückgeht, fühle ich mich nunmehr berechtigt, heuer weder der caritas noch den sternsingern was zu spenden.

damit samma wieder pari.

opryde
21
7.12.2011, 09:44

es wird viel geld für viel rausgehauen ... ich erinnere mich nicht, dass du bei einem bankenrettungsthema geschrieben hättest, du löst jetzt dein konto auf, weil du die banken eh steuerlich querfinanzierst und man mit dem geld jeden menschen europas von der straße holen könnte ..

ich liebe selektive moral.

Steak vom Milchlamm
02
6.12.2011, 20:15
56 Tonnen

Eisen, und nur weil es wegen einem Polen aufgestellt wurde, haben die andere Polen es noch nicht heimlich abgebaut und zuhause eingeschmolzen.

Bitten diesn Schrott wegräumen, das ist weder ein Christussymbol noch Kunst, ab in den Hochofen.

opryde
11
7.12.2011, 09:31

ich finde es interessant, wie die rassistischen klischees hier abgefeiert werden (die polen stehlens deshalb [nicht], weil bla ..) und im selben ressort völliges entsetzen herrscht, weil jemand noch "negerbrot" zum verkauf anbietet ;)

Steak vom Milchlamm
02
7.12.2011, 11:34

bah, ich habe negerbrot als kind geliebt, wo gibt es das noch?

Erasmus_01
01
6.12.2011, 16:33
...und Kathweb liess uns soeben alle wissen,

...was die Kirche von dieser Diskussion bzw. den Bedenken hält:

http://www.kathweb.at/site/nach... 43503.html

man kann sich jetzt schon auf die Jubelmeldungen noch vor Weihnachten freuen. Hr. Schönborn wird sich sicher auch bei jeder Steuerzahlerin und jedem Steuerzahler für die großzügige Unterstützung bedanekn (und bei unseren Kinder, die die öffentlichen Schulden übernehmen dürfen)

Kotzig.

dies irae
03
6.12.2011, 18:28
Aus dem Artikel:

"Nach der Gesamtrenovierung werde das Papstkreuz der Stadt Wien einschließlich der Erhaltungspflicht übertragen, weil es sich auf einem öffentlichen Platz befinde, so Gnilsen."

Wahrscheinlich mit der ewigen Zusage, das Ding nie abzutragen, ähnlich dem Russenmonument am Schwarzenbergplatz.

Zukunftsoptimist1
40
6.12.2011, 20:43
Denkmal für Che vergessen?

dies irae
02
7.12.2011, 13:36
Der relativ bescheidene

Kostenpunkt von EUR 28.000

http://wiev1.orf.at/stories/279603

wurde durch private Spenden zusammengetragen.

Hier

http://www.wien.gv.at/rk/msg/20... 9/023.html

können Sie mehr über Denkmäler im Donaupark lesen.

Die Katholen haben damals

http://kreuz.net/article.8028.html

keine Spur von jener Toleranz gezeigt, die sie ständig, und auf ferchste Art, für sich selbst einfordern. Der Schutzpatron der Knidesrchänder hat damals sein temporäres Mosnrtum aufgestellt bekommen, wohl aber nicht mit einer Zusage, dass es mit Steuermitteln über seine natürliche Lebensdauer hinaus erhalten werden sollte.

Dr Stänkerer
05
6.12.2011, 15:50
Öffentlicher Grund!

Versuchen Sie einmal als Privatperson eine 40m hohe Struktur 20 Jahre lang auf öffentlichem Grund abzustellen, und dann die Stadt um deren Renovierung auf Steuerkosten zu bitten. Zuerst gibts eine 6-stellige Rechnung, und dann den ausgestreckten Mittelfinger. Der Kirche gebührt dasselbe!

SpiegelEule
02
6.12.2011, 15:25
Weg damit!

Unglaublich, dass ich mir diesen Mist ansehen muss! Es ist groß, hässlich und ich muss sicher nicht jeden Tag an die katholische Kirche erinnert werden. (bei dem was sich in diesem Verein abspielt!)
Das Geld, das für die Sanierung ausgegeben wurde, hätte lieber an Bedürftige gespendet werde sollen!

Thank God I'm A Country Boy
02
6.12.2011, 15:17

gibt es jemanden, dem das Kreuz gefällt?
hat es irgendeinen Wert, ob historisch oder künstlerisch oder architektonisch oder wegen mir auch religiös?
Nein?
Warum muss dann die Stadt das Teil renovieren? Soll das doch die Kirche machen, wenn ihnen soviel liegt an dem komischen Teil.

Sosehr ich als Atheistin dafür bin, dass schöne Kirchen renoviert werden, auch auf unsere Kosten, weils halt historisch und kulturell wichtig wäre, aber wenn so ein Kram drunterfällt, dann mag ich bitte auch, dass die Stadt das Baumhaus im Garten meiner Oma renoviert, weil da haben wenigstens meine kleinen Cousinen und Cousins was davon... Der kulturelle Wert dürfte in etwa gleich hoch sein.

opryde
00
7.12.2011, 09:32

als sich in sbg eine statue selber angepisst hat, sprach man von der freiheit der kunst und das man das nicht objektiv beurteilen kann.

hier kann man das wohl schon.

Thank God I'm A Country Boy
10
7.12.2011, 09:58

behauptet denn jemand, dass das Kreuz Kunst ist? Zum Beispiel der, ders geplant hat? Oder hat der einfach nur ein Kreuz gebaut.. ganz ohne künstlerischen Anspruch?

kMan
00
7.12.2011, 04:36

ob es irgendeinen Wert hat?
natürlich, die Schrottpreise bewegen sich je nach Qualität zwischen EUR 0,80 und EUR 1,20 pro Kilo.

Der Unkurze
016
6.12.2011, 11:33

Wozu? Wozu will man hier mit Steuergeld ein Kreuz sanieren welches einerseits mal alles andere als eine Schönheit ist, und andererseits komplett unnütz.

Ich meine, wann wurde das letzte mal in Österreich jemand gekreuzigt? Ich würde es ja verstehen wenn man sagt "Ah das Kreuz ist so praktisch um Verurteilte darauf zu kreuzigen, das sollten wir also erhalten." aber es wird ja nicht genutzt, steht nur in der Gegend rum, ähnlich wie das Kraftwerk in Zwentendorf.

Einundzwanzig
00
6.12.2011, 11:47

You made my day :)

Emil Sacklinger
 
130
6.12.2011, 11:14
religion ist privatsache

intoleranz desgleichen.

(möge sich jeder selbst ein bild machen)

legal eagle
 
08
6.12.2011, 12:29

ach herrjeh! wo soll man da anfangen?

vielleicht damit: kritik an der verwendung von steuergeldern für die historischen privatinteressen einer religiösen vereinigung ist kritik und keine intoleranz, sie geistesriese.

intoleranz wäre es, wenn man sie aus diesem forum verbannen würde, weil sie anderen mit ihrem religiösen furor auf die nerven gehen.

www.kirchenaustritt.at
04
6.12.2011, 11:20
Falsch!

Religion muss endlich privatsache werden!

opryde
20
7.12.2011, 09:33

religion IST privatsache oder zwingt man dich einer religionsgemeinschaft beizutreten?

Gallons of Guinness
03
12.12.2011, 10:54
Daher, eben, den Steuerzahlern

*kein* Geld für die Anliegen der katholischen Kirche aus der Tasche ziehen!

Herzerzog Johann
01
6.12.2011, 10:48
Wien ist ein großer Kindergarten.

Gruß aus Graz!

SpiegelEule
02
6.12.2011, 15:27
Ihr könnt das Kreuz gerne habe!

www.kirchenaustritt.at
13
6.12.2011, 10:22
Bravo.

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