Gendarmerie geht gegen Demonstranten vor
Paris - Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind am frühen Montagmorgen in eine Atomanlage hundert Kilometer südöstlich von Paris eingedrungen. Wie die Organisation erklärte, wollte sie mit der Aktion in Nogent-sur-Seine demonstrieren, dass keine Lehren aus dem katastrophalen japanischen Atomunfall von Fukushima gezogen worden seien und dass es keine sicheren Atomkraftwerke gebe. Sie brachten auf der Kuppel eines Reaktors ein entsprechendes
Spruchband an. Die Gendarmerie bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass neun Aktivisten in die Anlage eingedrungen seien.
Die Aktion hat nach Ansicht des Pariser Innenministeriums keine generellen Sicherheitslücken aufgedeckt. Die "Unversehrtheit der Atomanlagen war in keinem Augenblick in Gefahr", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag.
Aktivisten versuchten in mehrere Anlagen einzudringen
Laut Greenpeace brauchten die Mitglieder nur rund 15 Minuten, um in das Herz des AKW in Nogent-sur-Seine vorzudringen. Die neun Aktivisten wurden nach Angaben des Innenministeriums festgenommen. Greenpeace zufolge schmuggelten sich Mitglieder auch in andere Anlagen, deren Orte die Organisation aber nicht nannte. Außerdem versuchten Mitglieder, an vier AKW Spruchbänder anzubringen.
Der staatliche französische Stromkonzern EDF betonte, dass die AKW-Gegner nur in Nogent-sur-Seine in den Komplex vordrangen. Greenpeace hatte das Atomkraftwerk für seine Aktion ausgewählt, weil es am nächsten zu Paris liegt und im Falle eines Unfalls mehr als zehn Millionen Menschen gefährdet wären. (APA)