Studie: Von 189 Begnadigungen unter Präsident Bush nur 13 für Nicht-Weiße
Washington - Weiße Straftäter in den USA haben einer Studie zufolge
in den vergangenen Jahren eine deutlich höhere Chance auf eine Begnadigung durch
den Präsidenten als Nicht-Weiße gehabt. Die Zeitung "Washington Post" zitierte
am Samstagabend aus der Studie der Redaktion "ProPublica", welche die Amtszeit
von Ex-Präsident George W. Bush untersuchte. Bush hatte bei seinem Amtsantritt
entschieden, sich in dieser Frage fast ausschließlich auf die Empfehlungen eines
Anwaltsbüros zu verlassen, das die Gnadengesuche prüfte.
Der Studie zufolge erhielt Bush zwischen 2001 und 2008 mehr als 1900
Begnadigungsanträge, meist in Fällen von Drogen- und Finanzdelikten. Er
begnadigte in 189 Fällen, nur in 13 Fällen waren die Antragsteller nicht weiß.
Sieben Schwarze, vier Hispanics, ein Asiate und ein amerikanischer Ureinwohner
wurden demnach begnadigt.
Fred Fielding, ehemaliger Mitarbeiter Bushs im Weißen Haus, sagte der
Zeitung, die Untersuchungsergebnisse seien sehr beunruhigend. "Wir hatten keine
Ahnung von der Rasse der Antragsteller", sagte er. (APA)