Post, traumatisch (II)

Einserkastl4. Dezember 2011, 18:28
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Die Personalmanager der Post haben ihre Aufgaben "großartig" erledigt

Vergangene Woche war hier vom Irrsinn zu lesen, der im Umgang mit der Post einkalkuliert werden muss. Dass der Service fast schon aus Prinzip grottig ist, legen die vielen Reaktionen nahe. Etliche E-Mails, keine Briefe: Die trudeln vielleicht noch ein - irgendwann halt.

Sebastian F. etwa wundert sich, dass sich auf seinem Postkasten Briefe stapeln, die anderswo zugestellt gehörten. Sein Hinweis darauf ist tags darauf verschwunden, dafür liegt frische Post mit demselben fremden Adressaten auf dem Stapel. Christine G. aus Langenzersdorf schreibt von herrenlos herumkugelnden Paketen in ihrem Stiegenhaus.

Wolfgang R. wiederum hat als Ferialzusteller für die Post gejobbt und wurde von Kollegen angefahren, dass er zu effektiv arbeite: "Heast Oida, brems di ein, du haust uns die Zahlen zsamm!" Eine derart unerfreuliche Steigerung der Produktivität müsse abgestellt werden.

Die Arbeitsmoral vieler Postler mag tatsächlich fragwürdig sein. Irgendwie lässt sich das aber nachvollziehen: Immerhin dürfte die Post AG heuer ein "Rekordergebnis" einfahren, weshalb das Wirtschaftsblatt die Aktie als "Pflichtinvestment" empfiehlt. Das Management habe nämlich beim Personalmanagement alle Haus-aufgaben "großartig" erledigt - ein schöner Euphemismus für die Schließung zahlloser Postämter samt massivem Job- abbau. Dass die Moral bei den Hacklern da unterm Hund ist - wen wundert's. (DER STANDARD, Printausgabe, 5.12.2011)

  • Die Post bringt allen was - manchmal sogar Briefe mit fremden Adressaten.
    foto: helmut fohringer

    Die Post bringt allen was - manchmal sogar Briefe mit fremden Adressaten.

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