Lernhilfe und Schulbücher in Romanes
Oberwart/Erba - Überdurchschnittlich viele Roma-Kinder in Sonderschulen - das gab es auch in Österreich. Als im Februar 1995 eine Rohrbombe im burgenländischen Oberwart explodierte und vier junge Männer tötete, waren laut Landesregierung von den 35 schulpflichtigen Roma-Kindern der Gemeinde sechs in der Sonderschule.
Nach dem Anschlag wurden Programme wie die Lernbetreuung für Roma-Kinder forciert, denn die schlecht gebildete Elterngeneration konnte ihnen bei den Hausübungen oft nicht behilflich sein. Der überwiegende Anteil der Roma-Kinder geht mittlerweile in Regelschulen, die Noten werden besser, die Zahl der Klassenwiederholungen geht zurück. Für Erwachsene gibt es seit 1999 die Volkshochschule der Burgenländischen Roma.
Ende der 1990er-Jahre wurde auch damit begonnen, die vom Aussterben bedrohte Roma-Sprache Romanes an den Schulen zu unterrichten. Die bis dahin nur mündlich überlieferte Sprache wurde verschriftlicht, mittlerweile gibt es auch Schulbücher in Romanes. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 5.12.2011)