Kopf des Tages

Kirchenmann "auf der Höhe der Zeit"

4. Dezember 2011, 18:02
  • Artikelbild
    foto: apa / hochmuth

    Der neue griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis wurde in einer feierlichen Zeremonie in der Wiener Dreifaltigkeitskathedrale inthronisiert

Archimandrit Arsenios Kardamakis ist seit Sonntag neuer Metropolit von Austria

Der Administrator war nur wenige Wochen nötig: Am Sonntag wurde der Nachfolger des im Oktober verstorbenen Metropoliten Michael Staikos inthronisiert. Archimandrit Arsenios Kardamakis ist der neue "Metropolit von Austria".

Im Oktober 1973 geboren, ist der aus Heraklion stammende Grieche überraschend jung für einen Kirchenoberen. Bis zur Ernennung war er Generalvikar der Metropolie von Frankreich.

Dass Kardamakis als Mann der Ökumene gilt, hat ihm schon Vorschusslorbeeren seitens der österreichischen römisch-katholischen Kirche eingebracht. Deren Lehre kennt der Grieche mindestens genauso gut wie die der Orthodoxie. Denn neben dem Studium der orthodoxen Theologie in Athen und Thessaloniki studierte er an der Marc-Bloch-Universität in Straßburg auch katholische Theologie. In Frankreich hat er ab 2005 als Kosekretär des Ökumenischen Rates zusätzlich praktisches Know-how gesammelt. "Es ist mein Wille, auf diesem Weg weiterzuarbeiten", bekannte er bei seiner Bischofsweihe Ende November. In der orthodoxen "Göttlichen Liturgie" bete man für die Einheit der Christen: "Ich wünsche mir, dass Gott mir die Möglichkeit gibt, alle Kirchen vereint zu sehen."

Hirte auch für Ungarn

Im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich wird er als "kirchlichen Amtsträger auf der Höhe der Zeit" beschrieben. Als "Metropolit von Austria" ist Kardamakis nicht nur oberster Repräsentant der orthodoxen Kirche im Land, als Exarch von Ungarn ist er auch für die dortigen Gläubigen zuständig. In Österreich besteht die griechisch-orthodoxe Kirche seit dem 18. Jahrhundert. Die damals gegründeten zwei Wiener Kirchengemeinden "Zum Heiligen Georg" und "Zur Heiligen Dreifaltigkeit" sind bis heute für die Gläubigen da. 18.000 soll es in Österreich geben - die Zahlen schwanken allerdings. Insgesamt dürften mehr als 400.000 Orthodoxe im Bundesgebiet leben.

Die Seelsorge wird der 38-Jährige, der außer Griechisch auch Englisch, Französisch und Deutsch spricht, trotz seiner Jugend ohne Anlaufschwierigkeiten angehen. Da kann er auf seine Erfahrungen als Generalvikar verweisen - oder auch auf die Arbeit am Beginn seiner Priesterkarriere im Jahr 2002 in der Gemeinde in Karlsruhe in Deutschland. Zu seinen ersten Pflichten im neuen Amt wird allerdings die Betreuung eines Ehrengastes gehören: Diese Woche kommt der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. nach Wien. (Peter Mayr, DER STANDARD, Printausgabe 5.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Pierre d´Aubusson
00
Der Metropolit von Austria?

Und Rapid hat keinen?

Bei uns isses wurscht, hauptsach es sagt keiner mehr "Obervolta". Ist doch korrekt so, odr?

Herr und Frau Österreicher
 
00
14.12.2011, 10:07

Geh, das ist doch Sido!!!

Interne Notaufnahme
00
5.12.2011, 15:06

interessanter wäre, ob er verheiratet ist. meines Wissens dürfte er verheiratet Priester werden, aber als Priester nicht mehr heiraten.

Der_Klingone
01
5.12.2011, 15:29

Nur Mönche können bei den Orthodoxen Bischöfe werden und für die gilt auch Eheverbot.

Für den "Standardpriester" stimmt es aber, was Sie geschrieben haben.

wurm83
 
55
5.12.2011, 11:31
Ich wünsche mir, dass Gott mir die Möglichkeit gibt, alle Kirchen vereint zu sehen."

zum glück haben wir das neue sicherheitspolizeigesetz, jetzt können die ermittlungen gegen das gründen einer kriminellen vereinigung sofort starten!

denn das die kirche sicher mehr verbrechen begangen hat als die paar tierschützer kann nur ein völlig weltfremder mensch in frage stellen!

Frédéric B.
12
5.12.2011, 10:54
Bei dem Bild und der HL

dachte ich im ersten Moment es sei Satire. Aber doch nicht leider ...

Timagoras
 
43
5.12.2011, 09:23
"auf der Höhe der Zeit"

modisch eher nicht.

und wenn es "auf der höhe der zeit" ist, an götter, engel und dämonen bzw. an die "himmelfahrt einer gottesgebärerin" zu glauben, dann gute nacht ;o)

sainty1
63
5.12.2011, 09:17
Hab gehört

in China ist ein Sack Reis umgefallen!!

##V+##
06
5.12.2011, 10:48
Hab gehört dass Sack Reis Postings schon 1995 nicht mehr lustig waren

sainty1
00
6.12.2011, 10:17
haben sie ien smiley gesehen?

ich finds ganz und gar ned lustig!

byron sully
00
5.12.2011, 16:16

danke, sie sprechen mir aus der seele!

thomas 2
44
5.12.2011, 07:59
"Höhe der Zeit" und Kirche? - Ein Widerspruch in sich...

nussbaum2.0
00
4.12.2011, 22:01

aha - mit 38 zählt man also heute zur "Jugend"

hiesiger Greis
11
5.12.2011, 07:05

30 Jahre sind in der Kirche gar nix. Wieviele Sonntage muss einer hingehen, bis die Hostie zu wirken anfangt ? Das geht so langsam, daß das Evangelium schneller vergessen wird, als man es verbreitet. Generationen sterben weg und die Nachkommenden wissen wieder nix. Wieviele Briefe hat allein der Petrus geschrieben und doch hat es 1150 Jahr gedauert, bis jemand den ersten Ziegelstein von der Stephanskirche hingetragen hat. Die Evangelisierung Europas steht noch am Anfang. Irgend jemand sollte immer etwas Neues erfinden, um die 2000 Jahr alte Geschichte aufzuwärmen, aber es ist niemand da, weil die sterben alle unbeachtet weg, bis einer als Heiliger erkannt wird.

m_M
12
4.12.2011, 22:26
auf dem Bild gleicht er eher einer "aufgeputzten Nonne!! fertig zum Schauspiel...

francesco11
115
4.12.2011, 19:43

die griechisch-orthodoxen, die protestanten...alle geben sie ein besseres bild ab als "unsere" katholen...

m_M
00
5.12.2011, 20:53
das kann ich verstehen!!

und zwar darum !!

http://hotdox1.webnode.com/news/ursp... -kirche%2F

Chien de Pique
00
5.12.2011, 12:57

Nichts gegen den Metropoliten, aber was genau ist da jetzt das gute/bessere Bild?

providentissimus
15
4.12.2011, 20:28
@francesco11: "unsere" katholen...

Gälte das auch für die www.atheistische-religionsgesellschaft.at (als Kontrastbeispiel)? Geben geistliche Katholiken ("Katholen" klingt sowas von gar nicht höflich...) wirklich so ein schlechtes Bild ab?

Ich weiß nicht, ob es dem ökumenischen und auch dem interreligiösen Dialog wirklich gut tut, wenn jeder Neue sofort vor dem Hintergrund "unserer" Katholiken betrachtet wird. Ich finde es viel wertschätzender, den neuen griechisch-orthodoxen Metropoliten Dr. Arsenios Kardamakis vorurteilsfrei als eigenständige Persönlichkeit und ohne ständigen Blick auf römisch-katholische Amtsträger wahrzunehmen.

In diesem Sinne: Alles Gute für das neue Amt und herzlich willkommen in Österreich!

Quintus Beckloeffel
35
4.12.2011, 20:11
"Besseres Bild"

Kennen Sie sich in der ökumenischen Malerei aus oder schreiben Sie halt einfach mal ein Sätzlein, weil ihnen gerade danach zumute ist?

Der Ruhestifter
 
12
5.12.2011, 01:40
Ökumenische Malerei? Kommissionspoesie?

Amtslyrik? Normkonforme schöngeisterei? Ministeriell beglaubigte und genehmigte hochkultur?

Käse! Die bildnerische darstellung von klerikern war eine historisch relativ kurze zeit durchaus auch thema bedeutender künstler. Mit tizian war's dann aber vorbei. Wer sich danach noch im purpur malen ließ, bewies allenfalls eitelkeit und schlechten geschmack.

Quintus Beckloeffel
11
5.12.2011, 07:40
"Mit Tizian war's vorbei"

Von wegen. Denke an Francis Bacon! (nein, nicht DEN).

Der Ruhestifter
 
00
5.12.2011, 20:10
Ok, ich korrigiere:

Dass kleriker sich für die abbildung durch maler in einem 'guten bild' inszenieren, also zur illustration des anspruchs auf macht und autorität, war vorbei. Was insofern interessant ist, als pompöse rituale durchaus weiter bestehen.

slothrop
21
5.12.2011, 12:59
Denke nicht,

daß es bei Francis Bacons "Innozenz-Serien" um klerikale Abbildungen ging! Bei Bacon ging es eher um den menschlichen Körper und die blosse Existenz. Er malte auch nicht diesen papst um ihn abzubilden, sondern beschäftigte sich mit dem Gemälde des papstes Innozenz gemalt von Velazquez. Ihr Einwand greift ins Leere.

Es ist Brechreizerregend wie sie als ein rückwertsgerichteter rechter Prokleriker einen meiner Lieblingsmaler für ihre Zwecke instrumentalisieren!

Quintus Beckloeffel
10
5.12.2011, 13:07
Ich hab da ein Adventkalendertürchen für Sie aufgemacht:

http://en.wikipedia.org/wiki/Straw_man

Vielleicht lernen Sie ja was draus...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.