Elemente 114 und 116: "Flerovium" und "Livermorium" vorgeschlagen

4. Dezember 2011, 17:23
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Zwei Transactinoide wurden im Juni anerkannt - in ein paar Monaten werden sie dann "getauft"

Zürich - Derzeit heißen sie noch "Ununquadium" und "Ununhexium" - doch das sind provisorische Bezeichnungen, die die Position der beiden Metalle im Periodensystem der Elemente angeben: 114 und 116. Entdeckt bzw. erzeugt wurden sie erstmals 1999/2000 im Flerow-Labor des russischen Instituts für Kernforschung in Dubna, wo mit Rutherfordium und Dubnium bereits in den 60er Jahren Elemente erzeugt wurden. Wie 114 und 116 zählen sie alle zur Gruppe der Transactinoide.

Transactinoide können nur künstlich erzeugt werden, indem beispielsweise leichtere Atomkerne beschleunigt und auf schwerere geschossen werden. Die so erzeugten Elemente sind allesamt radioaktiv und haben eine sehr kurze Halbwertszeit. Element 116 wurde erzeugt, indem man Kalzium-Ionen mit Curium kollidieren ließ - das neuentstehende Element zerfällt dann rasch zum Element 114. Letzteres kann aber auch direkt erzeugt werden, indem man das gleiche Verfahren anwendet, jedoch statt Curium Plutonium verwendet.

Die Neuen

Im Juni diesen Jahres wurden die Elemente von den zuständigen Organisationen International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) und International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) nach einem dreijährigen Prüfverfahren anerkannt. Die Zeit der Prüfungen ist damit aber noch nicht vorbei: Jetzt dauert es noch einmal fünf Monate, bis es grünes Licht für die vorgeschlagenen Namen gibt. Eigentlich eine Formsache, doch will man noch der Fachöffentlichkeit Zeit geben, die Vorschläge zu kommentieren.

Vorgeschlagen wurden "Flerovium" mit dem Symbol Fl für Element 114 - dies in Anerkennung des Dubna-Forschers Georgij Flerow - und "Livermorium" mit dem Symbol Lv für die Nummer 116. Letzteres soll die Zusammenarbeit des kalifornischen Lawrence Livermore National Laboratory mit dem Dubna-Team würdigen.

Ein paar andere Transactinoide - die Nummern 113, 115 und 118, die im Zeitraum von 2003 bis 2006 erstmals erzeugt wurden - befinden sich derzeit noch in der Warteschleife zur offiziellen Anerkennung. (red)

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