Fragwürdige Mittel im Kampf gegen die Kartelle
Washington - Verdeckte US-Suchtgiftfahnder haben einem Zeitungsbericht zufolge für mexikanische Drogenkartelle Millionen Dollar gewaschen oder über die Grenze geschmuggelt. Die Ermittler hätten damit herausfinden wollen, welche Wege die illegalen Profite nähmen, berichtete die "New York Times" am Sonntag unter Berufung auf Regierungsbeamte. Die Agenten hätten meist für die US-Anti-Drogenbehörde DEA gearbeitet und das Geld auf eigene oder der Schmuggler Konten eingezahlt.
Die Transaktionen werfen der Zeitung zufolge "heikle Fragen" über die Wirksamkeit des amerikanischen Anti-Drogen-Kampfes auf, wenn die Ermittler schon zu solchen Mitteln greifen müssten. Überdies würden die Grenzen zwischen Überwachung und Unterstützung von Verbrechen verwischt: "Indem sie Drogengelder wäscht, erlaubt die Behörde den Kartellen oft, ihre Suchtgiftgeschäfte über Monate oder sogar Jahre fortzusetzen, bevor es zu Razzien oder Festnahmen kommt."
Die Praktiken der US-Ermittler im Kampf gegen die Drogenbosse jenseits der südlichen Landesgrenze stehen schon seit einiger Zeit im Kreuzfeuer der Kritik. So hatte die Behörde für Waffenkontrolle ATF Mittelsmänner seit 2009 tausende Pistolen und Gewehre über die Grenze nach Mexiko schmuggeln lassen. Ziel der verdeckten Operation "Fast and Furious" (schnell und wütend) war herauszufinden, auf welchen Wegen die Schießeisen bei Drogenbanden landen. Doch die ATF versagte bei der Überwachung und verlor bis zu 2.000 Waffen aus den Augen. In den vergangenen fünf Jahren wurden in Mexiko 94.000 Waffen sichergestellt, 64.000 kamen nach offiziellen Angaben aus den USA. (APA)