Beamte bekommen um 2,68 bis 3,36 Prozent mehr

5. Dezember 2011, 06:12
  • Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sprach von einem "respektablen 
Abschluss", GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer von einem "sehr guten Abschluss"
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    Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sprach von einem "respektablen Abschluss", GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer von einem "sehr guten Abschluss"

  • Die Gehaltsabschlüsse im Zeitverlauf
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    Die Gehaltsabschlüsse im Zeitverlauf

Einigung nach fünfeinhalb Stunden in vierter Verhandlungsrunde erzielt - Gehaltserhöhung erst ab 1. Februar wirksam

Die Beamten-Gehälter werden um 2,68 bis 3,36 Prozent angehoben. Im Schnitt bedeutet dies eine Erhöhung um die Inflationsrate von 2,95 Prozent. Darauf haben sich Regierung und Gewerkschaft am Sonntagabend nach fünfeinhalb Stunden in der vierten Verhandlungsrunde geeinigt. Wirksam wird der Abschluss nicht mit 1. Jänner, sondern erst mit 1. Februar.

Zudem wird die Jubiläumszulage für Frühpensionisten nach 35 Dienstjahren abgeschafft. Damit bleiben die Kosten für den Staat bei rund 280 Millionen Euro und damit im Bereich der von der Regierung ursprünglich angepeilten 277 Millionen Euro.

Der Abschluss von 2,95 Prozent im Schnitt hätte das Budget mit 328 Mio. Euro belastet. Durch das um einen Monat verspätete Inkrafttreten werden 28 Mio. eingespart. Die Ersparnis durch die Abschaffung der Jubiläumszulage nach 35 Dienstjahren bringt weitere 20 bis 35 Millionen Euro.

Beide Seiten zufrieden

Beide Seiten zeigten sich mit dem Abschluss zufrieden. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger sprachen von einem "guten Ergebnis", Beamtenministerin Heinisch-Hosek von einem "respektablen Abschluss". Auch GÖD-Vorsitzender Neugebauer sah angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes einen "sehr guten Abschluss".

Technisch gesehen wird die soziale Staffelung der Gehaltserhöhung dadurch erreicht, dass man für alle Einkommen eine Erhöhung von 2,56 Prozent plus zwölf Euro vereinbart hat. Das bedeutet für die kleinsten Einkommen eine Erhöhung um 3,36 Prozent, für die höchsten hingegen nur um 2,68 Prozent, im Schnitt 2,95 Prozent. Dadurch dass der Abschluss erst im Februar in Kraft tritt, liegt die durchschnittliche Erhöhung über das Jahr gerechnet nur bei 2,7 Prozent. Beschlossen wird die Gehaltserhöhung am Mittwoch im Nationalrat.

Die beschlossene Erhöhung gilt unmittelbar für rund 220.000 Beamte und Vertragsbedienstete beim Bund sowie die Beamten in den ausgegliederten Gesellschaften und die Landeslehrer. Inwieweit die Länder die Erhöhung für die Landes- und Gemeindebediensteten nachvollziehen ist noch nicht ganz klar. In den vergangenen Jahren war dies Usus, heuer hat die Steiermark bereits eine Nulllohnrunde angekündigt und Oberösterreich will einen Prozentpunkt unter dem Bundesabschluss bleiben.

Keine Jubiläumszuwendung nach 35 Jahren mehr

Eine Jubiläumszuwendung bekommen die öffentlich Bediensteten derzeit nach 25 Dienstjahren und dann 40 Jahren. Wer allerdings früher in Pension geht, bekommt die zweite Jubiläumszuwendung schon nach 35 Jahren. Dieser frühere Bezug nach 35 Dienstjahren wird nun ab 1. Jänner abgeschafft, um die Frühpensionen einzudämmen. Die Streichung dieser Golden Handshakes bringt 30 Millionen.

Bundeskanzler Werner Faymann lobte ausdrücklich das Verhandlungsklima. Er dankte allen Verhandlern und zollte den Beamten ausdrücklich Respekt. Die Gewerkschaft habe Verständnis dafür gezeigt, dass die Regierung nicht mehr ausgeben könne. Das Ergebnis empfindet Faymann auch deshalb als gut, weil die Schuldenbremse nur dann einen Sinn habe, wenn man sie auch mit Leben erfülle. Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek freute sich, dass man gemeinsam einen "respektablen Abschluss" geschafft habe. Mit der Abschaffung des Golden Handshakes werde ein deutliches Zeichen in Richtung nachhaltiger Reform gesetzt.

Respekt von Fekter

Auch Finanzministerin Maria Fekter zollte den Beamten Respekt und freute sich über die strukturellen Maßnahmen mit der Abschaffen der Jubiläumszuwendung für Frühpensionisten. Vizekanzler Michael Spindelegger würdigte ebenfalls, dass man in einem konstruktiven Klima und mit gegenseitigem Verständnis zu einem Ergebnis gekommen sei. Österreich gehe damit einen anderen Weg als viele andere Staaten.

GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer sah in dem "sehr guten Abschluss" auch einen Erfolg der Sozialpartnerschaft. Er verwies darauf, dass man im Durchschnitt eine Abgeltung der Inflation erreicht habe. Dafür sei man der Bundesregierung mit dem späteren Inkrafttreten und beim Jubiläumsgeld entgegengekommen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger, sprach ebenfalls von einem "durchaus akzeptablen Ergebnis". Da viele Gemeindebedienstete nur kleine Einkommensbezieher sind, würden diese nicht nur die Inflation abgegolten sondern auch ein Stück vom Wirtschaftswachstum bekommen. (APA)

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Posting 876 bis 925 von 1087
Wieso sollte

Ein Euro Millionär nach 2 Jahren enteignet sein?

Nach einem Jahr ist er ja schon keiner mehr (ausgehend von einem Vermögen von 1 Mio)

Geld gehört in Umlauf gebracht und nicht gehortet. Der soll sich von mir aus einen 5. Rolls Royce kaufen, aber er soll das Geld ausgeben.

sofort

dafür unterschreibe ich sofort, und wahrscheinlich auch 90% aller mündigen.

Ja, 100 %

denn wer sollte dann noch arbeiten gehen :-).

diejenigen die in ihrer arbeit einen sinn sehen, und/oder mit dem grundeinkommen zuwenig haben, genau die.

dann würde arbeitskraft auch wieder mehr wert als derzeit bekommen wenns einen mangel gibt.

JAAAAAA

Ein Hoch auf das alles, am besten verkaufen wir alles staatliche, privatisieren und entlassen alle Staatsdiener!

Dann wird alles unter die Kontrolle der Mega-Konzerne sein, erst dann werdet ihr merken was Sklaverei bedeutet, dann würdet ihr euch wünschen wieder einen Staat zu haben, beamte & Staatsdiener die den Apparat betreuen und nicht irgendwelche billionenschweren Konzerne.

so ein blödsinn

90% der beamte könnte man ohne stress los werden, der statt wäre endlich wieder in eine rposition zu funktionieren.

oh doch...

wir werden es noch mitbekommen, glaubt es mir und ihr werdet weinen! ^^

WIR HABEN'S JA !?!

Keine andere Branche ...

... würde sich einen Abschluss unter der Inflationsrate gefallen lassen.

es arbeitet auch keine andere Branche so wenig.

Keine andere "Branche"...

...hat zusätzlich automatische Biennalsprünge von 3.6%.

Mein Biennalsprung beträgt 2,35%.

oh doch!
kaum ein privatangesteller arbeitet um den kollektivvertragslohn. natürlich gibt es da alle paar jahre gehaltserhöhungen.
ein staatsangestellter kann sich seinen gehalt nicht selbst mit deinem chef ausverhandeln. deswegen gib es diese bienalsprünge, die im unteren bereich ohnehin lächerlich gering sind.

Doch, doch. Viele Konzerne haben das.

Das ist auch nur ein Modell, um im völlig anders gelagerten Verwaltungsbereich ein Pendant zur Privatwirtschaft zu konstruieren. Die Lebensverdienst ist jedenfalls vergleichbar.

wieviel steurzahler...

.. in der produktiven wirtschaft braucht man, um das zu bezahlen?

auch die meisten öffentlichen bediensteten arbeiten produktiv.

Was der Vorposter gemeint hat,

war: dass Beamte aus dem Topf herausnehmen und es aber jemanden geben muss, der in den Topf einzahlt.

Da die Beamten jetzt noch tiefer in den Topf hineingreifen, müssen andere noch mehr einzahlen.

äh... das ist allgemein so, nicht nur bei beamten.
jeder gehalt in der privatwirtschaft muss auch von jemanden gezahlt werden. wir alle als konsumenten müssen daher jedes jahr mehr in diesen topf einzahlen. und bekommen als angestellte wieder mehr aus diesem topf heraus. genau wie die beamten.
das ganze nennt sich inflation.

Nur ein paar Banken weniger!

Und nicht zu vergessen - die Landeskaiser und ihre Parlamente.

Geh einfach Gassi, solche Aussagen sind sowas von kontraproduktiv.

beamte kaufen....

....den schrott und müll der ach so produktiven wirtschaft. der produktivste: mensdorff, meischi und hochegger. da geb ichs lieber dem faulsten beamten der erde.

nächstes Jahr gibt es wieder eine Verhandlung und eine Erhöhung für unsere Beamten.

ja, so wie es für alle anderen arbeiter- und angestellten-kollektivverträge auch ist.
was wolltest du uns damit also sagen?

Wahnsinn, was Sie uns da für Neuigkeiten bringen. Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, daß Jahr für Jahr im Herbst Arbeitnehmervertreter und Arbeitgebervertreter so gut wie aller nennenswerten Berufsgruppen einander bei Tarifverhandlungen treffen und Gehaltsverhandlungen für das Folgejahr führen. Und, Überraschung, da kommt auch so gut wie immer eine Erhöhung heraus, die im Schnitt in der Größenordnung der Inflation liegt.

Dieser Riesenskandal sollte natürlich ein für alle Mal beendet werden. Da muß man mit harter Hand aufräumen, anstatt arme Schweine Grasser und Maischberger zu verfolgen.

nächstes Jahr gibt es wieder eine Verhandlung und eine Erhöhung für unsere Beamten.

Danke, Maria Fekter.

Aber wir habns ja. Die nächste Steuerreform wird zumindest dafür sorgen, dass dieser Betrag den am schlechtesten verdienenden Arbeitern wieder aus der Tasche gezogen wird.

die lohnerhöungen der privatangestellten werden auch jedem aus der tasche gezogen. oder woher glaubst du kommt das geld dafür?

Die Gehälter

des öffentlichen Dienstes sind in Gesetzen geregelt. Und Gesetze macht der Nationalrat. Nur der Entwurf kommt von einem Minister. In diesem Fall nicht von der Finanzministerin, sondern von Frau Heinisch-Hosek.

Eine Inflation von nur 2,95 Prozent glaub ich keinem, außer wir sollen in Zukunft Flat-TV's, Handyverträge und LowCostCarrier-Airline Tickets essen.

yuhhhh, alle haben gewonnen. irgendwie versgtehe ich dieses theater nicht.

sicher besteht immer die gefahr des über den tisch gezogen werdens. darum sind ja gewerkschaften in der privatwirtschaft eh sinnvoll.

aber da könnte sich der staat vielleicht wirklich mal was überlegen.

unseren politikern ist echt nicht mehr zu helfen

zuerst schon bei den pensionisten eine milliarde rausgeschmissen, und jetzt nochmal bei den beamten hunderte millionen zustzlich aus dem fenster geworfen.

bei solchen vollididioten brauchen wir echt schnellstens mal eine schuldenbremse, sonst ist eh alles zu spät. wie sollens denn so unfähige politiker schaffen 10 milliarden pro jahr einzusparen um einmal ein ausgeglichenes budget zu erreichen wenn sie schon bei gehaltserhöhungen den schwanz einziehen?

"aus dem fenster geworfen"???
na toll, wie stellst du dir denn die entlohnung von öff. bedienstenen vor? soe niedrige gehaltsabschlüsse gibt es ohnehin in keiner anderen branche!

Ich glaube, da haben Sie nicht recht: die KV Abschlüsse im Handel sind zumeist unter den niedrigsten.

Falsch

Die Gehaltsabschlüsse im Handel waren in den letzten Jahren (und auch heuer) immer über jenen der Beamten.

Ja das ist einzigartig in Europa! Andere Länder sparen auch bei ihren "Angestellten" wie in der PW, aber Österreich hat das nicht nötig. Wir bekommen halt wieder ein Sparpaket das nur die Jungen betrifft, (aktive Pensionisten werden wie immer verschont obwohl im Pensionsparadis im vergleich zu den zukünftigen, und die Beamten müssen sich um ihren Job auch keine Sorge machen, die naächste Bienale kommt sowieso.

schauen Sie sich einmal die Summen an, die zur selbstverschuldeten Bankenrettung locker geflossen sind, an die Banken, die die Wirtschaftskrise erst ausgelöst haben, und dann redn's wieder...

ihre Schuldenbremse sollten sie zu spüren bekommen,

wenn sie mal dringend ins Krankenhaus müssen oder die Polizei brauchen

Natürlich

weil sie alle bei den Leistungen für den Steuerzahler, aber nie bei sich selbst in der Verwaltung sparen.

Wozu haben wir noch immer über 20 Sozversträger mit über 20.000 Beschäftigten?

Oder glauben sie wirklich, sie würden merken, wenns 15.000 weniger wären?

Dann waqrten Sie mal ab, bis die arbeitende "niedere" Bevölkerung und vor allem die Jungen die Schnauze voll hat und die Arbeit niederlegt, denn die sind es die unsere Wirtschaftsleistung erwirtschaften.

ob sie es glauben oder nicht, auch im öffentlichen dienst arbeiten junge menschen

ja, die sind es genauso wie die öffentlichen bediensteten. da gibt es genau keinen unterschied.
und was hat das mit den jungen zu tun?

Am besten keine Sozialversicherungeleistungen mehr für selbstverschuldete Indikationen – dann jammern die am meisten, die jetzt am lautesten nach der Schuldenbremse schreien.

lustig...

.. dass immer das krankenhaus als bespiel auftaucht, wie toll nicht die beamten dieser erde sind. leider nie das verteidigungsministerium und andere grenzenlos effizient geführte elementare bereiche unseres gemeinwesens.

die allermeisten öff. bediensten sind eben mal in bereichen des gesundheitswesens und anderer gemeinwirtschaftlicher leistungen angestellt (schulen, kindergärten, spitäler, müllabfuhr, sraßenreinigung, wasserversorgung, etc.).
die paar hanseln in den tintenburgen von ministerien fallen wirklich nicht ins gewicht. nur diese werden leider immer als prototyp der beamten dargestellt. sowas kommt den zerstörern der öffentlichen versorgung natürlich recht.
da muss viel aufklärungsarbeit geleistet werden.

es sind ja nicht nur Beamte, sondern auch Lehrer oder Vertragsbedienstete betroffen, letzter übrigens OHNE Kündigungsschutz und oft mit befristeten Verträgen. Aber für die Mehrheit sind "Beamte" ja Feindbilder, die keinen Inflationsausgleich verdient haben.

Aber den Meinl´s, Grasser´s , Rumpold´s, Mensdorf Poully´s, Meischberger`s usw. denen vergönnen wir es....

bitte stellen sie sich mal die frage warum für so viele beamte als feindbilder gelten...

weil sie falsch informiert sind und von dummen massenmedien verhetzt werden.

betreff diesen urteils wende ich mich an die autorität meiner eigenen erfahrung - ich hab vielleicht auch nicht den spannendsten nick, aber meinen eigenen.
sie fremdfederngeschmückter möchtegernanarchist habens nicht kapiert. ich bin nicht falsch informiert sondern gar nicht informiert. ich war 'vor ort', hab mir's angesehen und mir eine meinung gebildet.
michael bakunin....wie alt sind sie bitte?

"ich war ort ort" *lol*
wo ist das?

auch soll ER wenn er zum Arzt geht auch 20% Selbstbehalt bezahlen und nicht kostenlos in der Arztpraxis sich nur den "Hintern" aufwärmen.

Posting 876 bis 925 von 1087

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