Super-G

Premiere für Sandro Viletta

3. Dezember 2011, 20:35

25-jähriger Schweizer gewinnt mit dem Super-G in Beaver Creek sein erstes Weltcup-Rennen - Reichelt Fünfter, Raich guter Achter

Beaver Creek - Einen Überraschungssieg des Schweizers Sandro Viletta hat am Samstag der Super-G der Herren in Beaver Creek gebracht. Der 25-Jährige fing bei dichtem Schneetreiben mit Startnummer 30 noch den lange führenden Norweger Aksel Lund Svindal um 0,20 Sekunden ab und feierte seine ersten Weltcupsieg. Mit Beat Feuz landete ein weiterer Eidgenosse auf Platz drei. Hannes Reichelt verspielte mit zwei schweren Schnitzern einen Podestplatz und wurde als bester ÖSV-Fahrer Fünfter.

Der Premierensieg Vilettas bewies einmal mehr, dass der Super-G die Disziplin mit dem größten Überraschungspotenzial ist. Der schon mit Nummer elf gestartete Kanada-Sieger Svindal bangte lange, fühlte sich zwischendurch sogar schon erlöst, als auch Reichelt seine klare Zwischenbestzeit nicht ins Ziel brachte. Erst Viletta als Letzter der Elitefahrer schaffte es, seinen gewaltigen Vorsprung von einer Sekunde knapp ins Ziel zu retten.

Wenn, dann ganz vorne

Zwar verlor auch der Schweizer auf der anspruchsvollen Piste bei schlechter Sicht noch viel Zeit, am Ende raste er doch noch als Sieger über die Ziellinie. "Davon träumt man jeden Abend vor dem Einschlafen. Aber dass es nun wirklich geht, hätte ich nicht nicht gedacht", jubelte der Engadiner über seinen ersten Podestplatz überhaupt, der im 67. Weltcuprennen gleich als Sieg daherkam.

Auch Reichelt - wie Viletta und Feuz Salomon-Fahrer - hätte an diesem Tag das richtige "Gerät" unter den Beinen gehabt. Zwei schwere Schnitzer machte aber alle Hoffnungen des Salzburgers auf den Sieg zunichte. 0,56 Sek. Rückstand reichten "nur" zu Platz fünf.

Und das, obwohl Reichelt zwischendurch 0,55 Sekunden Vorsprung auf Svindal hatte, ehe er exakt vor einem Flachteil fürchterlich verschnitt. "Ich bin froh, dass ich gesund herunten bin", brachte der Vizeweltmeister das wenig Positive auf den Punkt. "Beim zweiten Fehler habe ich ja förmlich abgekristelt", ärgerte sich der Radstädter und ergänzte seufzend: "Zumindest weiß ich, dass ich schnell bin."

Schweiz schneller

Während die Schweizer damit die derzeit dominierende Speed-Nation sind, musste sich Österreichs schnelle Fraktion wie schon eine Woche davor in Lake Louise mit Platz fünf (Klaus Kröll) zufriedengeben und ohne Super-G-Podestplatz aus Nordamerika abziehen. Neben Reichelt hätte es am ehesten Vorjahressieger Georg Streitberger drauf gehabt. Aber der Salzburger raste ebenfalls nach Zwischenbestzeit und ebenfalls nach einem Verschneider in ein Tor und musste aufgeben.

"Beide Ski haben gegriffen und vorbei war's", ärgerte sich Steitberger. "Ich bin schon in Lake Louise ausgefallen, trat der Salzburger enttäuscht die Heimreise an. "Die Zwischenbestzeit hilft mir gar nichts, darum kann ich mir nichts kaufen", so Streitberger.

Raich überrascht

Weil neben Abfahrts-Vortagessieger Bode Miller auch Kröll ("Ich hab's mir heute offenbar nicht zugetraut") nicht in die Top-20 kam, wurde Benjamin Raich als Achter überraschend zweitbester Österreicher. Und das noch vor Speed-Assen wie Didier Cuche (9.) und im erst vierten Rennen seit dem Kreuzbandriss im vergangenen Februar.

"Dabei bin ich da und dort noch zu brav gefahren", freute sich Raich über seinen ersten Top-Ten-Platz nach dem Comeback. "Ich habe schon daran geglaubt, dass ich das schaffen kann, wenn es gut läuft", zeigte sich der 33-jährige Pitztaler hochzufrieden.

Dass er im Riesentorlauf eine noch größeren Schritt nach vorne gemacht hat, im Training schon wieder auf Augenhöhe mit Marcel Hirscher und Philipp Schörghofer war, machte Hoffnung für Sonntag und Dienstag. "Zählen tut aber alles erst im Rennen", winkte Raich schmunzelnd ab.

Romed Baumann (19.) verspielte alle Chancen mit einem Fehler an der gleichen Stelle wie in der Abfahrt. "Gut, dass wir im Riesentorlauf unterhalb dieser Stelle wegfahren", nahm es der Tiroler mit Humor. (APA/red)

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17 Postings
erkelteter tiger
01
4.12.2011, 15:29

raich wurde guter achter,

wer wurde schlechter achter?

derjungeroemer
00
4.12.2011, 14:01
zwischenbestzeit?

"Vorjahressieger Georg Streitberger drauf gehabt. Aber der Salzburger raste ebenfalls nach Zwischenbestzeit und ebenfalls nach einem Verschneider in ein Tor und musste aufgeben."

bzw
"Die Zwischenbestzeit hilft mir gar nichts, darum kann ich mir nichts kaufen", so Streitberger.

in wirklichkeit war streitberger bei der zwz zwar schneller als der dazumals führende svindal, aber es war im endeffekt mit 23,15 nur die 15. beste (!) zeit....
so viel zur zwischenbestzeit.....

Van the Man
00
4.12.2011, 16:05
so ist es,

ich wollt eigentlich auch das mit der Zwischenzeit sagen, hab aber nirgends die Zwischenzeiten gefunden. Meiner Wahrnehmung nach, war Raich oben der schnellste Österreicher. Aber für Polzer und Knauss war es halt der Streitl...und was die zwei Kasperln sagen gilt!

derjungeroemer
00
4.12.2011, 16:45
bittesehr

1. zwz u. platzierung im ziel:

1. viletta 22,36 (1)
2. pinturault 22,66 (27)
3. feuz 22,73 (3)
4. raich 22,80 (8)
5. cuche 22,92 (9)
6. pichot 22,94 (4o)
7. reichelt 22,98 (5)
dixon 22,98 (4)
9. marsaglia 23,01 (11)
romar 23,01 (22)
11. grünenfelder 23,06 (14)
12. klotz 23,11 (30)
biesemeyer 23,11 (out)
14. weibrecht 23,12 (10)
15. streitberger

Van the Man
00
4.12.2011, 17:12
Danke für die Bestätigung!

Van the Man
011
4.12.2011, 13:05
Der Polzer

ist ein einziges Debakel! Der Meister des Hättiwari! Svindal muss dem Reichelt ein Bier zahlen, weil dieser nicht ohne Fehler runtergekommen ist...Das ist schon grenzwertiges Nichtverstehen einer Sportart. Weiß doch jedes Kind, dass es die große Kunst im Super G ist schnell zu fahren ohne grobe Schnitzer.
Dann wird die obere Zwischenzeit eingesetzt wie es Polzer/Knauss gerade passt. Ist ein Österreicher schnell und scheidet 3 Tore später aus (Streitberger), dann ist er der sentimentale Sieger weil er oben schnell war, fährt ein anderer oben schnell, wird die Zeit in Frage gestellt...usw.
Es ist echt fast nimma zum aushalten, noch dazu jetzt, wo Polzer schienbar glaubt den Sport verstanden zu haben.

sick boy
14
4.12.2011, 12:57

ich finde es großartig, dass eine leistungsdichte im weltcup zu finden ist, die verschiedenste sieger ermöglicht. das widerlegt auch die these, dass der alpine WC außer in österreich keine beachtung findet. momentan sind die schweizer im team unglaublich stark, die franzosen kommen wieder (alexis pinturault jg. 91!!)
vielleicht läuft es für die österreicher im slalom besser. abwarten. aber bis jetzt finde ich den weltcup sehr ansprechend und unterhaltsam!

Die Weisheit
00
4.12.2011, 15:16

Ihre sportliche Motivation mag ja eine sehr reine und hehre sein. Persönlich bevorzuge ich jedoch einen Weltcup, der von heimischen Erfolgen geprägt ist. Dabei denke ich auch wehmütig an die Zeiten von Eberharter, Maier, Strobl etc. zurück, wo die individuellen Stärken, aber auch die technische Vormachtstellung unserer Athleten historische Momente für Österreich ermöglicht haben.

winterkirsche
42
4.12.2011, 12:17

Gibts dieses Schifahren immer noch?

Naja, mit dem Klimawandel sollte sich das bald erledigt haben.

asdf 1234
00
4.12.2011, 11:38
schon interessante denkweise:

"Ich bin froh, dass ich gesund herunten bin", brachte der Vizeweltmeister das wenig Positive auf den Punkt. Quelle:APA
Frage: Sollte es nicht wie folgt lauten:
, brachte der Vizeweltmeister das Positive auf den Punkt.

Die Weisheit
10
4.12.2011, 09:53

Man hat gesehen, dass einzig und alleine Baumann und Reichelt siegfähig gewesen wären und dies im Normalfall auch runter bringen hätten sollen.

Aber: Die Performance unserer Arrivierten ist schon ein bissl beängstigend. Wo ist nur die rot-weiß-rote Phalanx hin, die dereinst im Namen des ÖSV das Donnergrollen über den Pisten dieser Welt entfacht hatte? Wo bleibt der Nachwuchs, der Talenten wie Feuz zeigt, wo der Bartl den Most holt? Wo bleiben unsere Serviceleute, die den heimischen Athleten Material mit auf den Weg geben, welches die entscheidenden Zehntel bringen kann?

achiever
00
3.12.2011, 21:40

der beat hat einen super saisonsstart!!

wookie0
01
3.12.2011, 21:25

2.podestläufe vergeben is schon hardcore. da werden die zuschauerzahlen in ö ordentlich zurückgehn. i bin auch am überlegen mir sowas überhaupt noch anzutun.
bei den frauen genau das selbe. der speedbereich ist einfach zum vergessn!

wildwolve
10
4.12.2011, 22:55

schön wenn Sie das täten

gabren
42
3.12.2011, 22:55

Es steht Ihnen frei, sich das nicht mehr anzutun. Ich werde Sie sicher nicht vermissen!

Freue mich total über Platz 8 für Raich!

der - die - oder das?
05
3.12.2011, 21:19
Debakel

Was erlauben sich unsere Schifahrer?

danny wild
03
3.12.2011, 20:40

das war sehr cool anzusehen. alle haben schon vom sieger svindal gesprochen. es wurde champagner mit red bull gereicht. doch dann kam viletta. schön gemacht, respekt!

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