Grenzkonflikt

Serbien und Kosovo bestätigen Einigung

3. Dezember 2011, 21:17

Aber völlig unterschiedliche Interpretationen - Serbischer Delegationsleiter Stefanovic: Es wurden Zugeständnisse gemacht - Lösung wegen Belgrads EU-Perspektive wichtig

Pristina/Belgrad/Brüssel - Serben und Kosovo-Albaner haben sich nach dreitägigen Verhandlungen unter Vermittlung der EU auf die Kontrolle der gemeinsamen Grenzen geeinigt. Das teilten alle drei Seiten am Samstag in Brüssel mit. Am Freitag hatte die serbische Seite eine Einigung noch dementiert. "Es gibt eine Lösung, wir haben zugestimmt", bestätigte am Samstagabend aber auch Serbiens Staatspräsident Boris Tadic am Rande einer internationalen SPD-Konferenz in Berlin. Serbien hofft, mit dieser Einigung doch noch den Weg freizumachen für seinen EU-Beitrittskandidatenstatus.

Albaner und Serben lieferten jedoch völlig gegensätzliche Darstellungen über die Inhalte des Abkommens. Ungeachtet der unterschiedlichen Interpretationen der Einigung lobte EU-Vermittler Robert Cooper die großen Fortschritte durch die Kompromisslösung. Zunächst hatte Serbien bestritten, dass es überhaupt eine Vereinbarung gibt. Der Chef des serbischen Verhandlungsteams, Borko Stefanovic, hatte erklärt, es fehle noch das "I-Tüpfelchen".

Unterschiedliche Interpretation

Die albanische Verhandlungsführerin Edita Tahiri berichtete, alle Grenzübergänge zwischen den beiden Staaten würden in Zukunft von albanischen und serbischen Zöllnern und Polizisten gemeinsam verwaltet. Die Behörden beider Länder seien dabei gleichberechtigt. Der serbische Chefunterhändler Borislav Stefanovic sagte dagegen in Brüssel, nach der Vereinbarung hätten die Serben das Sagen, während die Albaner nur "Beobachter" seien.

Während serbische Zöllner und Polizisten nach dieser Vereinbarung wieder ins Kosovo zurückkehren würden, hätten deren albanische Kollegen keinerlei Befugnisse, beschrieb Stefanovic die Abmachung weiter. Auch dürfe die albanisch geführte Kosovo-Regierung an den Grenzen weder Nationalfahnen noch schriftliche Hinweise auf ihr Staatsgebiet anbringen.

Die Interpretation der albanischen Seite liefe darauf hinaus, dass Serbien erstmals Kosovo in der Grenzverwaltung als gleichberechtigten staatlichen Partner anerkennen würde. Nach der serbischen Lesart hätte die albanische Seite umgekehrt einen Rückzieher gemacht, weil sie sich an den Grenzen den serbischen Behörden unterordnete.

Serbien hofft nun wieder auf die Zuerkennung des EU-Beitrittskandidatenstatus. In EU-Kreisen in Brüssel war wegen der Haltung Serbiens im Grenzkonflikt bei einigen Ländern die Skepsis gewachsen, ob Serbien der Kandidatenstatus für einen EU-Beitritt gewährt werden solle. Dazu zählten auch Österreich und Deutschland.

Vor allem angesichts der jüngsten Ereignisse zwischen Serben und der internationalen Schutztruppe KFOR im Nordkosovo mit zahlreichen Verletzten, darunter österreichischen und deutschen Soldaten, sei die Zahl der Länder, die sich kritisch und "sehr nachdenklich" äußerten, auf zumindest fünf angestiegen, hieß es.

Allerdings gelte es, zunächst den Bericht des EU-Vermittlers im Dialog zwischen Belgrad und Pristina (Prishtina), Cooper, abzuwarten, der demnächst vorliegen soll. "Die Situation ist im Fluss", hieß es aus EU-Ratskreisen.

Kosovo-Serben lehnen Abkommen ab

Die Kosovo-Serben lehnen das von der EU vermittelte Abkommen zwischen Serbien und der albanisch geführten Kosovo-Regierung über die gemeinsamen Grenzen ab. Das sagte der Bürgermeister der serbischen Gemeinde Zubin Potok in Nordkosovo, Slavisa Ristic, am Samstag der Belgrader Nachrichtenagentur Beta. Nach dem wenige Stunden zuvor in Brüssel bekanntgegebenen Abkommen, sollen Albaner und Serben gemeinsam die Grenzübergänge kontrollieren.

"Es ist eine Tatsache, dass es zwischen dem Kosovo und Zentralserbien eine Grenze geben wird", begründete Ristic seinen Standpunkt. "Das kann man nicht anders interpretieren als die Anerkennung der Kosovo-Selbstständigkeit". Seine Landsleute im Kosovo wollten aber auf keinen Fall in einem souveränen Staat Kosovo leben. Daher forderte Ristic die Serben in Nordkosovo auf, weiter ihre rund 20 Barrikaden zu verteidigen, mit denen sie seit vier Monaten den Verkehr lahmlegen.

Sie wollen damit den Abzug von Zöllnern und Polizisten der albanisch dominierten Kosovo-Regierung von zwei früher serbisch kontrollierten Grenzübergängen erzwingen. Die Serben in Nordkosovo wollen weiter zu Serbien gehören, obwohl das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo vor knapp vier Jahren seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hatte. (APA)

Kommentar posten
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stan73
00
6.12.2011, 11:46
Gegen den Wunsch, dass die Serben in den drei Gemeinden nicht die Souverenität Kosovos wollen, kann man nichts sagen - das ist OK. Aber dass dieser Ristic rotzenfrech immer noch die Verteidigung der Barrikaden anspornt,

ist schon eine Dreistigkeit. Ich denke, er müsste des Landes verwiesen werden nach Belgrad.

Ich darf als Politiker nicht meine Wähler dazu ermutigen, gegen geltende Gesetze zu verstoßen.

Entweder fühle ich mich als rechtmäßig gewähleter Politiker und halte mich an die Regeln,
oder
mich interessieren nicht die Regeln des Staates, den ich nicht anerkenne, also bin ich in diesem Staat auch kein Politiker und genieße keine Immunität und bin somit einfach nur ein Krimineller!

SAFET SAFETOVIC
00
11.12.2011, 10:32
ah

nazi österreich und deutschland mit albaner haben serben etnischgeseubert 1941 1999 2004 darum ist kosovo meist von albaner bewohnt

stan73
01
5.12.2011, 17:18
Kaum zu fassen, wie einige serbische Poster hier mit ihren eigenen Präsis umgehen

Unter diesen Bedingungen ist es kaum zu verwundern, was Ihr mit den Albanern gemacht habt :-)

Ich könnte mir aber eine Zwei-Staaten-Lösung innerhlab Serbiens vorstellen.

Eine Pro-Europäische; und eine Pro-Russische, die den Kosovo nicht anerkennen möchte und nicht in die EU will!
Dann hättet Ihr 2 Präsidenten: Tadic und XYZ

Aca Rankovic
22
4.12.2011, 14:54

Ein Glück dass Tadic jetzt doch noch seinen Judaslohn erhält.

der Rabe
710
4.12.2011, 14:29
Die Fragmentierung des Balkans war politisches Ziel der NATO-EU

Jugoslawien war ein Bollwerk gegen den Neoliberalismus, daher haben die Interventionisten alle widerständischen Elemente gegen die neoliberalen Systemdurchdringung zerbröseln müssen.
So weit der Plan.
Aber mit welchem Kalkül wollen sie das Gebilde namens Kosovo aufrecht erhalten? Aus Sturheit, nur weil sie es eingerichtet haben?
Dabei wird der EU die Allianz mit der dortigen Mafia immer mehr zum Mühlstein.

Settembrini
02
4.12.2011, 17:00
Gebilde namens Kosovo

Es gibt kleinere Staaten als den Kosovo. Sprache, Geschichte, Bräuche, Bewußtsein, jetzt auch Grenzen. Das ist, wenn Sie mir als Staatsbürger eines "Gebildes namens Österreich" gestatten, ein Staat. Das Bestehen von Minderheiten ist eine weitere Parallele. Es gibt ja fast nur Staaten mit Minderheiten. ******** Und noch etwas. Ich sage Ihnen folgendes: Sogar `piep piep piep, wir hamm uns alle lieb´ ist mir immer noch angenehmer als dieser nationalistische Verfolgungswan samt Dolchstoßlegende.

finisterra
22
4.12.2011, 15:50
Ethnic Cleansing schon vergessen?

Daran ist doch wohl der Neoliberalismus nicht Schuld.

Carlito336
03
4.12.2011, 17:54

das hat eben der Nationalismus betrieben, der letztlich Jugoslawien zu Grabe getragen hat.
Nur mit Hass, Feindbildern und Waffen war das möglich.

Einen Teil des Zerstörungspotenzials hat Jugoslawien schon in sihc getragen, der Rest kam von außen.

Djindjic
22
4.12.2011, 16:51

Schon vergessen, dass sich das als Lüge der NATO entpuppt hat? Und dass es keinen Hufeisenplan gab?

stan73
12
4.12.2011, 19:58
Schon Vergessen? Es gab Tausende von Albanern, die von Serben getötet wurden. Wen interessiert da derr genaue Name eines perfiden Planes!!!!

kopernikus
01
4.12.2011, 14:59

In Trepca gibt es genug Erzvorkommen, dass sich die Aufrechterhaltung des Quasistaates Kosovo für die EU und USA langfristig auszahlen wird.

stan73
00
6.12.2011, 08:01
Für den Massenmord an albanischen Zivilisten durch die Serben waren sicherlich auch nicht nur die historischen Klöster im Kosovo der Grund!

Die aktuellen Unruhen im Norden Kosovos, die ganz klar von Belgrad (mit Wissen Tadics oder im Geheimen) finanziert werden, beweisen auch, dass Serbien sich zumindest gerne noch ein Stückchen dieses Gebietes sichern wollte. Es hatte also wahrscheinlich nie etwas mit dieser aufgeblähten "Historie des Serbentums" zu tun. Es ging scheinbar immer nur um Moneten!!!

_Adler_
713
4.12.2011, 13:20

Unglaublich welchen Handlungsspielraum man den Serben zugesteht!
In welchem Land der Welt dürfen Staatsangehörige eines anderen Landes an der Grenze des Nachbarlandes beim Zoll arbeiten. Wie kann es sein das Serbische Staatsangehörige bei Zoll im Kosovo arbeiten???
Das wäre so als würde ein deutscher bei unserem Zoll arbeiten, einfach unglaublich.

daemeth
35
4.12.2011, 15:18

rein rechtlich betrachtet, gehört der kosovo noch zu serbien.

NaUnd
04
4.12.2011, 14:08

sind sie wo angrennt ?

Alien Nation
12
4.12.2011, 11:06
Das Kosovo/a ist ein Pulverfass, welches irgend wann

den Serben, Ksovoalbanern und der EU um die Ohren fliegt.

kroate061
62
4.12.2011, 11:50

>der EU um die Ohren fliegt.<

Nö,bestimmt nicht. viel zu kleines Pulverfaß

thys
22
4.12.2011, 10:56
eu-beitritt?!

was in der region abgeht und was diese ganzen von ihrem nationalstolz verblendeten gruppierungen aufführen trägt nicht gerade dazu bei, dass man einem eu-beitritt (oder auch nur überlegungen diesbzgl.) positiv entgegensehen kann;

natürlich existiert selbiges/ähnliches natürlich auch bereits in der eu (werte- und rechteverfall, als beispiel könnte hier ungarn fungieren) - nur, dass man ein mitglied nunmal schwerer rausbekommt als ein potenzielles fernhält..

wobei: sieht man sich die derzeitige lage von eu und euro-raum an und addiert man die erweiterungspolitik der letzten jahre erscheint die mitgliedschaft ohnehin immer weniger attraktiv..

David-Lauritz
2215
4.12.2011, 08:06
Serbien soll aus der EU draußen bleiben!

Schmierig und korrupt.

rari
00
4.12.2011, 18:19
die Alternative:

Serbien bleibt draussen und lehnt sich mehr an Russland an. Nachdem der friedliebende Westen 3 Militärbasen im kleinen Kosovo betreibt, ist der Gedanke nahe, daß auch die Russen dann in Serbien Militärbasen einrichten. Fremde Waffensysteme mitten in Europa: Europa in Zukunft ein Schlachtfeld ! Wollen Sie das `?

Jay Trifun
01
4.12.2011, 11:46
die Serben könnten...

ja der Österreich-"Lobby" Konkurrenz machen.

marcopolo1971
 
05
4.12.2011, 10:14

Das sagt ein Österreicher? Der war gut.

Maurer A.
01
4.12.2011, 10:06
uj

da müssten wir als erster wieder raus.

maurer a.

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39
4.12.2011, 09:48
stimmt!

die organhändler passen da besser rein!

stan73
01
6.12.2011, 08:07
Was machen Sie eigentlich, wenn sich in 5 Jahren herausstellt, dass zahlreiche Serben an dieser Organhandelsgeschichte beteiligt sind?

Behaupten Sie dann, nie etwas davon gehört zu haben?

Im Moment beschimpfen viele Serben hier im Forum die Albaner als Drogen-Händler.
Und was passiert? Saric ist ein Serbe und wird als DER "Kokain-König" im Standard erwähnt!

So etwas stinkt! Man erkennt, dass Sie bis ins Mark ein serbischer Nationalist sind.

Ich WILL Sie nicht in der EU haben. Sie sollen keinen Cent an europäischen Fördergeldern kassieren.

Probieren Sie, ob Russland (Putin und sein Robin) Ihnen Geld geben.

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