Geheimdienst ISI soll Terroristen nach Afghanistan geschleust haben
Bonn - Der pakistanische Militärgeheimdienst ISI
arbeitet nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung direkt mit
Aufständischen in Afghanistan zusammen. Die Zeitung berichtete in
ihrer Samstag-Ausgabe unter Berufung auf einen französischen
Geheimdienstbericht vom 7. Februar, der ISI solle ein Netzwerk von
Terroristen aufgefordert haben, Autos und Uniformen der afghanischen
Armee und Polizei zu beschaffen. Sie sollten bei Selbstmordanschlägen
genutzt werden.
Kurz vor der Afghanistan-Konferenz in Bonn zitierte das Blatt
außerdem den "Geheimdienst der US-Luftwaffe", wonach die
pakistanische Regierung Terroristen nach Afghanistan einschleust. "Im
Juli 2011 gab es Berichte, dass 1.250 Taliban vom pakistanischen
Geheimdienst ISI trainiert und nach Afghanistan geschickt wurden",
heiße es in einem geheimen Papier. Sie sollten die afghanische
Regierung, einheimische Sicherheitskräfte und die ausländischen
Truppen infiltrieren, "um dann von innen heraus Anschläge zu
verüben".
Die Zeitung berichtete weiter unter Berufung auf geheime
Militärdokumente, der ISI und der Iran arbeiteten zusammen, um
Anschläge auf NATO-Soldaten im nordafghanischen Einsatzgebiet der
deutschen Bundeswehr zu unterstützen. Es gebe Hinweise darauf, dass
Pakistan und der Iran ein gemeinsames Zentrum planen, um Geld und
Training für die Aufständischen zur Verfügung zu stellen. Die
Initiative gehe vom ISI aus. Pakistan und der Iran bemühen sich zwar
beide um Einfluss in Afghanistan, sind traditionell aber Rivalen. (APA)