Zertifikats-Fälschungen

Google will SSL-Verbindungen wieder sicherer machen

3. Dezember 2011, 13:50
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    foto: sslindia

    Google-Forsche haben eine Methode vorgestellt, wie verschlüsselte Internet-Verbindungen sicherer gemacht werden können.

Browser sollen von einer öffentlichen Liste abrufen, ob Zertifikate gültig sind

Nach dem Skandal um gefälschte SSL-Zertifikate im Sommer, haben Google-Forscher eine Methode vorgestellt, wie verschlüsselte Internet-Verbindungen sicherer gemacht werden können. Die Idee: Browser sollen bei jeder HTTPS-Verbindung abrufen, ob ein Zertifikat gültig ist. Die Zertifikate sollen in einer öffentlichen Liste verwaltet werden.

Zertifikate zurückziehen

Wie im Fall der Zertifikatsfälschung vom Sommer kann ein Zertifikat natürlich zurückgerufen werden. Browser-Hersteller streichen in so einem Fall das Zertifikat aus ihrer Liste, sodass sie vom Browser bei Aufruf der jeweiligen Website als ungültig erkannt werden. Doch damit sind nicht alle Browser gleichzeitig geschützt. Und bei einem Zertifikatsdiebstahl kann es mitunter längere Zeit dauern, bis er bemerkt wird. Gleichzeitig können Domain-Inhaber nicht immer überprüfen ob ein Zertifikat nicht eventuell unberechtigt ausgestellt wurde.

Öffentliche Liste

Hier setzt die Arbeit Certificate Authority Transparency and Auditability (pdf) der beiden Google-Entwickler Ben Laurie und Adam Langley an, berichtet heise. Alle Zertifizierungsstellen müssten ihre ausgestellten Zertifikate an eine zentrale, öffentliche Stelle übermitteln. Diese Liste soll bei jeder einzelnen SSL-Verbindung vom Browser abgerufen werden. So könnten gefälschte Zertifikate schneller entdeckt werden und Kriminelle hätten keine Chance mehr, sie einzusetzen. Die Liste soll nach Ansicht der Forscher wiederum mit sogenannten Merkle-Signaturen gesichert werden.

Umsetzung unklar

Wer diese Liste konkret warten soll, ob und wie die Methode überhaupt umgesetzt werden soll, ist noch nicht klar. Auch ob die Zertifizierungsstellen selbst mitspielen und ihre Daten öffentlich zugänglich machen würden, ist zu bezweifeln. Das SSL-System an sich soll laut den Forschern jedenfalls nicht verändert werden. (red)

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11 Postings
XphX
 
02
4.12.2011, 01:41

Das Kernproblem ist die Beantwortung der Frage, wer eigentlich die Zertifikate ausstellen darf. Die Vergangenheit hat jetzt bereits mehrmals gezeigt, dass diesen Stellen nicht zu vertrauen ist. Somit ist die ganze SSl-Zertifikatsmethode ein Reinfall. Daran wird auch der naive Vorschlag von Google nichts ändern.

mit_glied
 
00
4.12.2011, 12:03

also ich finde das kernproblem bei SSL ist nachwievor das Vertrauen!
Damit steht und fällt alles. Nun kann jeder selber entscheiden ob er einer Organisation die Zertifikate erstellen und verkaufen darf mehr vertraut, als z.b. einem selbstsigniertem zertifikat von z.b. einer bekannten person(organisation) usw.

SSL als solches ist sicher, aber erst wenn ich sage :"diesem zertifikat vertraue ich"

dieses problem besteht sowiel bei gekauften und signierten Zertifikaten, als auch bei selbstsignierten.

die vergangenheit hat gezeigt das man den zertifizierungsstellen auch nicht trauen kann.

chiquadrat
00
3.12.2011, 23:20
google-frösche, google forsche! oder doch gooogle forscher?

ununnilium
00
3.12.2011, 13:59
Leider wird sich sowas auf lange Sicht wohl nicht durchsetzen

Das Problem bei der Methode: Es könnte die teilweise horrenden Kosten für SSL-Zertifikate komplett verschwinden lassen, da es im Endeffekt egal wird, von welcher Zertifizierungsstelle ein Zertifikat kommt. Wenn das wirklich unabhängig umgesetzt wird, könnte man auf Zertifizierungsstellen eigentlich sogar überhaupt verzichten, und einfach die Eintragung von selbstsignierten Zertifikaten zulassen. Und das würde das Geschäftsmodell der Zertifizierungsstellen unterwandern, also werden sie da wohl kaum mitspielen.

großkotzige
00
3.12.2011, 16:37

Ich versteh nicht wirklich warum die horrenden Kosten der Zertifikate verschwinden soll, ich meine es ist ja jetzt schon egal bei welcher CA sie Ihr Zertifikat kaufen. Gültig ist gültig.

Und ich bin mir sehr sicher das auf diese wunderbare Liste keine selbstsignierten Zertifikate eingetragen werden können. Wer soll kontrollieren wer der Eigentümer des Zertifikates ist?

Ich versteh allerdings auch nicht was für einen Vorteil so eine zentrale Liste haben soll, solche Listen gibt es bei jeder CA.

martyre37
01
3.12.2011, 16:46

Vielleicht sollte man die Aufgabe der IEEE zuteilen?

butu
02
3.12.2011, 13:58

Und ich glaube, Google hat auch schon so ne leise Ahnung wo diese zentralle Stelle sein soll.^^

konsens ist nonsens
00
5.12.2011, 14:35

Da sie von einer öffentlichen Stelle sprechen... eher doch nicht sie selbst, außer sie erklären den Gooogleplex zum eigenen Staat :)
im Ernst - das wäre ein UN Ding für mich...

Klappe zu, Lindwurm tot.
00
3.12.2011, 21:47

Auf alle Fälle besser bei Google als bei einer der US-Administration nachgeordneten Organisation.

Strg-Alt-Entf
00
4.12.2011, 09:06

Nein. Es ist faktisch dasselbe, ob man das von einer US-Behörde oder einem US-Unternehmen machen lässt. Wenn US-Behörden das still und heimlich als weltweite Vorratsdatenspeicherung missbrauchen wollen, wird sie in beiden Fällen niemand daran hindern. Daher ist beides keine Option.

Ich präferiere für solche Zwecke eher eine auf Island beheimatete NGO. Vom tatsächlichen Nutzen einer solchen Maßnahme mal ganz abgesehen, denn wie weiter oben schon erwähnt wurde, ist das ganze Zertifierungssystem an sich schon ziemlich kaputt.

Amadox
00
3.12.2011, 23:27

als ob da jetz so viel unterschied wär. wenn die us-regierung von google was will, bekommt sie es doch genauso...

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