Staatspräsident Gül legte Veto gegen reduziertes Strafmaß ein
Istanbul - Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Senkung des Strafmaßes für die Manipulation von Fußballspielen eingelegt. Die Gesetzesänderung erwecke den Anschein, dass für die Betrugsskandale in der Süper Lig eine besondere Behandlung geplant sei, zitierten türkische Medien am Samstag das Büro des Staatspräsidenten.
Den erst vor sechs Monaten auf fünf bis zwölf Jahre Haft erhöhten Strafrahmen hatte das Parlament in November auf ein bis maximal drei Jahre verringert. Politiker aller Parteien hatten für die Gesetzesänderung gestimmt. Diese hätte mehreren Dutzend wegen Manipulationen in der Süper Lig angeklagten Managern, Trainern und Spielern deutlich geringere Haftstrafen ermöglichen können.
Im türkischen Fußball sollen in der vergangenen Saison mindestens 19 Partien verschoben worden sein, darunter auch das wichtige Spiel von Fenerbahce Istanbul gegen Sivasspor, in dem Fenerbahce am letzten Spieltag den Titel holte. In den vergangenen Monaten hat die Polizei mehr als 80 Manager, Spieler und Trainer mehrerer Clubs festgenommen. Sie sollen den Ausgang etlicher Spiele mit großen Geldbeträgen manipuliert haben. Etwa 30 Beschuldigte wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter auch Fenerbahces Clubchef Aziz Yildirim. (APA)