Nierenstein knockt Wladimir Klitschko aus

  • Artikelbild
    foto: apa/dapd/mauniviere

Ukrainer musste WM-Kampf auf 3. März verschieben - 35-jähriger aber wieder schmerzfrei - Gegner Mormeck zeigte Verständnis

Düsseldorf - Ein kleiner Nierenstein hat den großen Wladimir Klitschko in die Knie gezwungen. Der ukrainische Schwergewichts-Weltmeister kann nach einer Nierenstein-Operation seine drei WM-Gürtel nicht wie geplant am Samstag in der Düsseldorfer Esprit-Arena gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck verteidigen. Ein Ersatz-Termin ist mit dem 3. März erneut in Düsseldorf schon gefunden.

"Das hatten wir uns alles anders vorgestellt", sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte am Montag auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf in Abwesenheit Klitschkos. "Aber es ist unmöglich, den Kampf durchzuführen." Dem 35-jährigen Boxer gehe es den Umständen entsprechend gut, bestätigte Professor Peter Albers, Urologe an der Uniklinik Düsseldorf. "Er ist wieder schmerzfrei", berichtete der Mediziner.

Es wäre in seiner Situation aber nicht sinnvoll, eine Schwergewichts-WM zu bestreiten. "Nach zwei Eingriffen innerhalb von 24 Stunden braucht jeder Mensch die Zeit zur Rekonvaleszenz", sagte Albers. Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder war am Freitag in Innsbruck notoperiert worden, ehe ihm am Samstag in Düsseldorf ein Nierenstein aus der Harnröhre entfernt wurde.

Zunächst hatte das Management mitgeteilt, dass der 20. WM-Kampf von Wladimir Klitschko dennoch stattfinden könnte. Durchaus zu Recht, wie Albers erläuterte. "Natürlich war schon am Samstag klar, dass der Kampf in Gefahr ist. Die Heilung hätte auch schneller verlaufen können", sagte der Urologe. Am Sonntagabend klagte Klitschko aber wieder über Schmerzen, inzwischen ist er in einem Düsseldorfer Hotel.

"Wenn der Gegner krank ist, dann ist er krank."

Herausforderer Mormeck äußerte Verständnis für die kurzfristige Absage. "Wenn der Gegner krank ist, dann ist er krank. So ist das Leben", sagte der 39-jährige französische ehemalige Cruisergewichts-Weltmeister. Für den 3. März sollen die gekauften Karten ihre Gültigkeit behalten. Für die freiwillige Titelverteidigung des IBF-, WBO-Weltmeisters und WBA-Superchampions waren bereits über 30.000 Tickets verkauft worden.

Klitschko wollte seinen 20. WM-Kampf mit dem 50. K.o.-Sieg seiner seit 1996 dauernden Profikarriere krönen. Der Kampf gegen Mormeck wäre sein 60. Profikampf gewesen. Zuletzt hatte er am 2. Juli in Hamburg gegen den Briten David Haye nach Punkten gewonnen.

Vergleichbares Pech hatte Wladimir Klitschko bereits vor Jahresfrist. Da musste er die für den 11. Dezember 2010 in Mannheim angesetzte Titelverteidigung gegen den Briten Dereck Chisora wegen eines Faserrisses in der Bauchmuskulatur wenige Tage zuvor absagen. Da die Verletzung bis März noch nicht ausgeheilt war, schaute Chisora für die für 30. April angesetzt gewesene Neuauflage wieder durch die Finger. (APA)

Share if you care