Ethnische Gruppen kämpfen seit langem für mehr Rechte
Bangkok - Die Behörden in Burma haben sich
Medienberichten zufolge auf einen vorläufigen Waffenstillstand mit
einer der größten Rebellengruppen des Landes geeinigt. Die Armee des
Teilstaates Shan Süd und die örtlichen Behörden hätten am Freitag ein
entsprechendes Abkommen unterzeichnet, sagte der Chefredakteur der in
Thailand ansässigen Shan Herald News Agency, Khuensai Jaiyen, am
Sanstag der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf
Rebellenkontakte.
Eine Bestätigung der burmesischen Regierung oder der Miliz lag
zunächst nicht vor. Die von burmesischen Journalisten im Exil
betriebene Nachrichten-Webseite Irrawaddy berichtete jedoch, dass das
Abkommen auch Zugeständnisse der Regierung beinhalte und in einem
nächsten Schritt Verhandlungen mit der Zentralregierung vorgesehen
seien.
Seit der Auflösung der Militärherrschaft im März und der
Machtübertragung an eine nominell "zivile" Regierung begann die neue
burmesische Führung damit, einen vorsichtigen Reformkurs
einzuschlagen. Im vergangenen Monat gab es nach Angaben von
Teilnehmern Friedensgespräche mit verschiedenen ethnischen Gruppen,
die seit langem für mehr Rechte und Autonomie kämpfen. Die Armee des
Teilstaates Shan Süd ist eine der größten aktiven Rebellengruppen.
Tausende Soldaten sind nahe der thailändischen Grenze stationiert.
Die überwiegend buddhistischen Shan sind mit etwa neun Prozent der
Bevölkerung die zweitgrößte ethnische Gruppe im Land. (APA)