Free Tibet publiziert Fotos von Tibetern mit Schildern um Hals
Peking - Nach einer Reihe von Selbstanzündungen
buddhistischer Mönche in den tibetischen Regionen im Südwesten Chinas
hat der chinesische Minister für öffentliche Sicherheit das Gebiet
besucht. Meng Jianzhu habe bei seinem Besuch im tibetischen
Kirti-Kloster den "historischen Beitrag des tibetischen Buddhismus
für die Einheit des Landes und die Solidarität zwischen den
unterschiedlichen Ethnien" betont, teilte das Ministerium in Peking
am Samstag mit. Die Reise des Ministers war Teil einer
Inspektionstour durch die Provinz Sichuan Ende November.
Verhaftete Tibeter mit Schilder um Hals
Die in London ansässige Organisation Free Tibet veröffentlichte am
Samstag Fotos von verhafteten Tibetern in China, die mit Schildern um
den Hals vorgeführt werden, auf denen ihre Namen und die ihnen
vorgeworfenen Vergehen zu lesen sind. Das Datum und der genaue Ort
der Aufnahmen waren zunächst unklar. Die regierungskritische
chinesische Webseite Boxun.com berichtete jedoch am Freitag, dass die
Aufnahmen aus den autonomen tibetischen Regionen Gandze (chinesisch
Ganzi) und Ngaba (chinesisch Aba) in der Provinz Sichuan stammen.
China hat Tibet im Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome
Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen zahlreiche Tibeter
leben, mit harter Hand. Der geistliche Führer der Tibeter, der Dalai
Lama, lebt seit 50 Jahren im Exil. Aus Protest gegen religiöse
Unterdrückung hatten sich zahlreiche buddhistische Mönche und Nonnen
in diesem Jahr selbst angezündet, mindestens sieben kamen dabei ums
Leben. (APA)