Bush: "Krieg war gerechtfertigt"

5. Juni 2003, 13:16
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Trotz ausbleibender Beweise über die Existenz von Massenvernichtungs- waffen

Doha - Angesichts wachsender Zweifel an der Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak hat US-Präsident George W. Bush den Krieg als gerechtfertigt verteidigt. "Wir werden die Wahrheit ans Licht bringen", sagte Bush am Donnerstag in einer Rede vor rund 3.000 US-Soldaten in Katar. Das Golfemirat war die letzte Station auf Bushs Nahostreise, die ihn zuvor zu einem Dreiergipfel mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon und dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas nach Jordanien geführt hatte.

"Verbotenes Gerät" gefunden

Der jüngste Fund mutmaßlicher mobiler Waffenlabore im Irak beweise, dass der gestürzte irakische Staatschef Saddam Hussein über verbotenes Gerät verfügt habe, sagte Bush auf dem Stützpunkt Camp As Sajilijah. "Wir haben dafür gesorgt, dass der Irak nicht mehr als Waffenlager für Terrororganisation dienen kann." Vor seiner Abreise aus Jordanien hatte der Präsident erklärt: "In Irak ist ein Diktator entmachtet worden, der den Terror unterstützt und Konflikt gesät hat. Jetzt entsteht dort eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft."

Bush traf in Katar zunächst mit dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen in der Golfregion, General Tommy Franks, und dem US-Zivilverwalter in Irak, Paul Bremer, zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Wiederaufbau des Irak, wie aus Delegationskreisen verlautete. Im Anschluss traf der US-Präsident auch mit dem Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Khalifa El Thani, zusammen, dem er für langjährige Verbundenheit dankte. "Sie sind ein zuverlässiger Freund der USA gewesen, und dafür sind wir sehr dankbar", sagte Bush.

"Nahem Osten steht ein großartiger und hoffnungsvoller Wandel bevor"

Auf seinem Flug vom jordanischen Akaba nach Doha äußerte sich Bush zufrieden über den Verlauf seiner Nahost-Mission. "Dem Nahen Osten steht ein großartiger und hoffnungsvoller Wandel bevor", sagte er vor Journalisten. "Es ist ein Fortschritt. Die ersten Zeichen des Friedens sind zu sehen, sobald sich die Menschen für den Frieden entscheiden." In Akaba waren Israel und die Palästinenser jeweils auf wesentliche Forderungen der Gegenseite eingegangen: Abbas versprach ein entschlossenes Vorgehen gegen Gewalt, und Sharon kündigte die Auflösung jüdischer Siedlungen an. (APA/AP)

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