Martha Stewart drohen 30 Jahre Gefängnis

5. Juni 2003, 13:43
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US-Vorzeige-Hausfrau aus Führung des eigenen Imperiums zurückgetreten - beschuldigt wegen Falschaussage und illegaler Aktienverkäufe

New York - Gegen den US-Fernsehstar Martha Stewart, die mit Kochsendungen in den 90er Jahren Milliarden Dollar verdient hat, ist in New York Anklage wegen Insider-Geschäften erhoben worden.

Rücktritt

Die Angeklagte beteuerte vor Gericht abermals ihre Unschuld. Stewart wies den Vorwurf zurück, sie habe im Voraus Informationen erhalten. Vielmehr habe sie mit dem Makler vereinbart, die Aktien zu verkaufen, sobald der Kurs unter 60 Dollar absinke. Wenige Stunden später trat sie vom Vorsitz ihres Medienimperiums Martha Stewart Living Omnimedia zurück. Die 61-Jährige werde aber weiterhin "Chef-Kreativ-Direktorin" bleiben.

Gefängnis droht

Die Bundesstaatsanwaltschaft beschuldigt Stewart, auf Grund illegaler Informationen Aktien eines Biotechnologieunternehmens verkauft und Aktionäre sowie Börsenaufsicht (SEC) belogen zu haben. Die Transaktion habe ihr 45.000 Dollar eingebracht. Nun drohen dem Hausfrauen-Idol bis zu 30 Jahre Gefängnis.

Falschaussage

In der Anklageschrift wird Stewart Schwindel, Verschwörung, Behinderung der Justiz sowie Falschaussage vorgeworfen. "Dieser Prozess dreht sich um Lügen. Sie hat das FBI belogen, die SEC und die Investoren", sagte US-Staatsanwalt James Comey am Mittwochabend (Ortszeit) in New York.

Verkauf zur rechten Zeit

Bei den Klagen geht es um ein Aktiengeschäft mit Papieren der Biotechnologie-Firma ImClone. Die TV-Moderatorin hatte am 27. Dezember 2001 knapp 4000 ImClone-Aktien verkauft. Das Unternehmen wurde damals von Sam Waksal, einem Freund Stewarts, geleitet. Sie verkaufte die Aktien einen Tag bevor die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA eine Zulassung des ImClone-Krebsmedikaments Erbitux ablehne. Die FDA-Mitteilung führte zu einem starken Kurseinbruch der ImClone-Papiere.

Stewart vermied beim Verkauf ihrer ImClone-Aktien Verluste von rund 45 000 Dollar. Der Wertverlust bei ihres eigenen Unternehmens durch den Kursverfall nach Bekanntwerden der Untersuchungen gegen Stewart lag allerdings bei mehreren hundert Millionen Dollar.

Zum Medienimperium Stewarts gehören mehrere Magazinen sowie Haus- und Garten-TV-Shows. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 295 Millionen Dollar bietet auch über den Discounter Kmart und sowie das Internet Bettwäsche, Handtücher, Farben und Möbel an. Stewart gibt in ihren Magazinen und in ihren TV- und Radio-Shows Ratschläge für die Ausstattung von Häusern und Gärten sowie Kochrezepte. (APA)

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