Napster: Bertelsmann droht Milliardenklage

5. Juni 2003, 10:40
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Der Medienriese EMI fordert vom Konkurrenten Schadenersatz für jede einzelne Verletzung des Urheberrechts

London - Der britische Musikriese EMI hat sich der Online-Ausgabe der "Financial Times" zufolge einer Milliarden-Klage gegen den Medienkonzern Bertelsmann wegen dessen Engagements bei der Musiktauschbörse Napster angeschlossen. EMI habe am Mittwochabend in New York Klage wegen Urheberrechtsverletzung eingereicht, berichtete "FT.com" am Donnerstag. Bertelsmanns Investitionen in Napster hätten der Musiktauschbörse erlaubt, den Betrieb fortzusetzen, hieß es zur Begründung.

Die Musikindustrie hatte mit aller Kraft versucht, die Musiktauschbörse mit einst mehr als 60 Mio. Nutzern wegen Urheberrechtsverletzungen zu schließen. Nach mehreren Gerichtsurteilen wurde Napster stillgelegt, musste Insolvenz anmelden und ging schließlich für fünf Mio. Dollar an die Softwarefirma Roxio, die unter dem Namen einen Internet-Musikvertrieb aufbauen will.

Bertelsmann wollte ebenfalls die Bekanntheit der Marke Napster für eine kommerzielle Online-Plattform nutzen und investierte in Napster rund 85 Mio. Dollar. Das Projekt scheiterte jedoch an den Rechtsstreitigkeiten. Im vergangenen Monat hatte sich bereits der weltweit zweitgrößte Medienkonzern Vivendi Universal der Klage gegen Bertelsmann angeschlossen.

"FT.com" zufolge hatte die Ausgangsklage mehrerer Musikverleger und Künstler gegen Bertelsmann ein Volumen von 17 Mrd. Dollar (14,5 Mrd Euro). EMI fordere von Bertelsmann wie bereits Vivendi Universal 150.000 Dollar für jeden Fall der Urheberrechtsverletzung. Die Napster-Plattform erlaubte es Nutzern, Musikdateien untereinander auszutauschen. Nach den gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde versucht, Software-Filter zum Schutz von Urheberrechten zu installieren. (APA/dpa)

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