Verizon muss Daten von Tauschbörsen-Usern preisgeben

5. Juni 2003, 10:01
2 Postings

Aufschiebende Wirkung des Urteils abgelehnt

In seinem Kampf um die Anonymität seiner Kunden hat der US-Provider Verizon die nächste Runde gegen die Musikindustrie verloren. Ein Berufungsgericht des Bundes hat eine aufschiebende Wirkung des im April ergangenen Urteils abgelehnt, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

Daten müssen an RIAA geliefert werden

Verizon muss nun innerhalb der nächsten Tage die Kundendaten von vier Abonnenten an den Verband der Musikindustrie RIAA übergeben. Das Urteil bezieht sich jedoch nicht auf die Substanz des Rechtsstreits. Verizon hat angekündigt alle Rechtsmittel im Kampf gegen die Entscheidung ausschöpfen zu wollen.

Rechtsstreit wird weitergehen

Die Ablehnung der aufschiebenden Wirkung habe nichts mit dem Rechtsstreit an sich zu tun, betonte Verizon-Vizepräsidentin Sarah B. Deutsch. Der Rechtsstreit mit der RIAA werde voraussichtlich im September weitergehen. Bisher sei nicht anzunehmen, dass Verizon einen "größerer Schaden" bis zu einem rechtskräftigen Urteil verhindern könne, heißt es in der Begründung des Berufungsgerichts.

"Musikpiraten müssen für ihre Aktionen haftbar sein"

RIAA-Präsident Cary Sherman begrüßte die Entscheidung. Sie bestätige die Position der Musikindustrie, dass "Musikpiraten für ihre Aktionen haftbar sein müssen". Die Konsumentenschutzorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) attestierte der Musikindustrie wieder einmal völlig über das Ziel zu schießen. Die RIAA sei dazu bereit, Verfassungsrechte und Privatsphäre der US-Bürger zur Aufrechterhaltung ihres Business-Modells zu opfern. 60 Mio. KaZaA-User seien ein deutliches Signal dafür, dass die Musikindustrie bei der Befriedigung der Bedürfnisse ihrer Kunden gescheitert sei.(pte)

Share if you care.