Euro nach Gewinnen vom Vortag zum Dollar stabil

6. Juni 2003, 11:05
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EZB-Zinssenkung war eingepreist, gestriger Sprung Spekulationsfolge - Wieder Gerüchte um Interventionen in Japan - Jetzt Warten auf Fed

Frankfurt - Der Euro hat sich am Freitag nach deutlichen Gewinnen am Vortag stabil zum Dollar präsentiert. Die Stimmung sei weiterhin günstig für die Gemeinschaftswährung, es sei allerdings unwahrscheinlich, dass der Euro bald wieder neue Höchststände erreiche, sagten Analysten.

"Aus dem Blickwinkel der Zinsdifferenz glaube ich nicht, dass der Euro weiter steigen wird. Ich erwarte, dass er schrittweise an Glanz einbüßt", sagte Devisenanalyst Koji Fukaya von der Bank of Tokyo-Mitsubishi.Nach einer erwartungsgemäßen Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte die europäische Währung am Donnerstag deutlich zugelegt. "Der Markt hat die Zinssenkung um 50 Basispunkte eingepreist, so war der Sprung des Euro ein klassischer Fall von Käufen nach spekulativen Verkäufen", sagte Fukaya. Der Yen stand am Freitag wegen weiterer Interventionsspekulationen erneut im Mittelpunkt.

Zinsen auf historischen Tiefstand

Am Vormittag notierte der Euro mit 1,1832/35 Dollar nach 1,1841/47 Dollar zu Handelsschluss am Vorabend in New York.

Die EZB hatte den Leitzins für die Euro-Zone am Donnerstag um 50 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 2,00 Prozent gesenkt. EZB-Präsident Wim Duisenberg begründete den Schritt mit gesunkenen Inflationsgefahren und der schwachen Konjunktur in der Euro-Zone. Darüber hinaus hielt Duisenberg die Tür für weitere Zinssenkungen offen: "Wenn die Vereinigten Staaten selbst mit einem niedrigeren Zinsniveau als wir Handlungsspielraum haben, können Sie sich vorstellen, dass wir unseren Handlungsspielraum nicht ausgeschöpft haben."

Nach dem Zinsschritt der EZB richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger nun auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die im Monatsverlauf noch über den US-Leitzins beraten wird. Analysten zufolge wird auch die Fed angesichts schwacher US-Daten die Leitzinsen weiter senken und somit zu einer erneuten Ausweitung des Zinsunterschieds zwischen USA und Euro-Zone beitragen. Der US-Schlüsselzins liegt zurzeit bei 1,25 Prozent. Aus diesem Blickwinkel warte der Devisenmarkt gespannt auf die Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten im Schnitt eine Zunahme der Arbeitslosenquote von April auf Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent.

Mit Blick auf den japanischen Yen präsentierte sich der Dollar am Freitag angesichts von Interventionsspekulationen richtungslos in engen Spannen. Japanische Regierungsvertreter ergriffen erneut das Wort zu Gunsten eines zum Dollar schwächeren Yen. Händler erwähnten auch Gerüchte, die Bank von Japan habe am Freitag bereits Yen für Dollar verkauft. Der Dollar notierte am Vormittag mit 117,85/90 Yen, nach 117,62/70 Yen in New York.(APA/Reuters)

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