Georgien: Erste Spuren von entführten UN-Beobachtern

5. Juni 2003, 21:21
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Mobiltelefon gefunden

Tiflis/Moskau - Nach der Entführung von vier UNO-Mitarbeitern in der von Georgien abtrünnigen Teilrepublik Abchasien sind Fahnder in der Nacht zum Freitag ersten Spuren nachgegangen. Die Geiseln, zwei deutsche und ein dänischer Militärbeobachter sowie ein georgischer Übersetzer, hatten in der Nähe des Tatortes Kodori-Tal ein Mobiltelefon zurückgelassen. Die georgische Geheimdienstführung nannte nach Berichten in Tiflis Lösegelderpressung als mögliches Tatmotiv. Zunächst fehlte jedes Lebenszeichen von den Geiseln.

Im Kaukasus sorgen kriminelle Banden immer wieder mit Menschenraub für Aufsehen. Polizei und Geheimdienst führten nach Angaben des georgischen Geheimdienstes erste Gespräche mit den Anführern mehrerer Clans im Konfliktgebiet. Die UNO-Mission in Georgien (UNOMIG) kontrolliert seit 1994 den Waffenstillstand zwischen Georgiern und Abchasen. Bei früheren Entführungen von UNO-Mitarbeitern in der Schwarzmeer-Republik Georgien waren die Geiseln nach Verhandlungen wieder freigelassen worden.

Die UNO-Mission in Georgien schloss in einer Stellungnahme aus, Lösegeld für die Freilassung der Geiseln zu zahlen. Auch der UNO-Sicherheitsrat in New York forderte am Donnerstag die sofortige Freilassung der Geiseln. (APA/dpa)

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