Wahlkommission: Kabila mit 52 Prozent vor Tshisekedi
Kinshasa - Angesichts wachsender Sorge vor Gewalt hat die
Wahlkommission in der Demokratischen Republik Kongo am Freitag erste Ergebnisse
bekannt gegeben. "Es ist notwenig, die im Internet von nicht autorisierten
Personen verbreiteten Gerüchte zu beenden. Wir können nicht länger schweigen",
sagte der Sprecher der Wahlkommission, Mathieu Mpita, der Nachrichtenagentur
AFP. Nach Auswertung von 15 Prozent der rund 64.000 Wahllokale kam der
scheidende Präsident Joseph Kabila demnach mit 52 Prozent der Stimmen auf den
ersten Platz.
Gefolgt wurde er von dem Oppositionsführer Etienne Tshisekedi, der 34 Prozent
der Stimmen erhielt, während der frühere Parlamentspräsident Vital Kamerhe auf
4,5 Prozent kam. Eigentlich sollten die Ergebnisse der Parlaments- und
Präsidentschaftswahlen von Montag erst kommende Woche bekannt gegeben werden.
Die Lager von Kabila und Tshisekedi beanspruchten in zahlreichen Flugblättern
und Mitteilungen im Internet jedoch beide den Sieg für sich und heizten damit
die ohnehin angespannte Stimmung im Land weiter an.
18 Tote
Die EU rief am Freitag zu Transparenz bei der Auszählung der Stimmen auf. Die
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) teilte mit, bei gewaltsamen
Übergriffen im Zuge der Wahlen seien mindestens 18 Zivilisten getötet worden.
Die meisten Menschen wurden demnach in der Hauptstadt Kinshasa von der
Republikanischen Garde erschossen. HRW rief die kongolesische Regierung auf,
ihre Sicherheitskräfte "zu zügeln", um weitere Angriffe auf politische Gegner
und deren Anhänger zu verhindern.
Zu der Abstimmung waren rund 32 Millionen Wähler aufgerufen. Für das
Präsidentenamt gab es elf Bewerber. Nach dem neuen Wahlrecht gibt es bei der
Präsidentenwahl nur noch einen Wahlgang, der Bestplatzierte siegt. Die
Wahlkommission will am Dienstag weitere Ergebnisse bekannt geben. Das
Endergebnis soll nach Bestätigung durch das Oberste Gericht am 17. Dezember
verkündet werden. Internationale Beobachter berichteten von Unregelmäßigkeiten,
drei Oppositionskandidaten forderten die Annullierung der Wahl. (APA)