Madoff-Skandal

Gericht friert Vermögen von Sonja Kohn ein

2. Dezember 2011, 18:19

Geld soll binnen 56 Tagen nach Großbritannien gebracht werden

London - Ein Londoner Richter hat 27 Millionen Pfund (31,4 Millionen Euro) aus dem Vermögen von Sonja Kohn eingefroren und die frühere Geschäftspartnerin des verurteilten Finanzjongleurs Bernard Madoff angewiesen, entsprechendes Vermögen nach Großbritannien zu verlagern, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Richter Julian Flaux habe Kohn angewiesen, so viel wie möglich von den 27 Millionen Pfund innerhalb von 56 Tagen nach Großbritannien zu bringen.

Sonja Kohn (63) war Chefin der österreichischen Medici Bank, die viel Geschäft mit Madoff gemacht hat und als Teil des "Systems Madoff" gilt. Kohn selber sieht sich als Opfer Madoffs. Madoff wiederum hat ein Schneeballsystem aufgezogen, Anleger haben damit weltweit rund 20 Mrd. Dollar verloren. Madoff wurde zu 150 Jahren Haft verurteilt. Seither versuchen Anwälte nach Vermögen, um die Ansprüche der Investoren zu decken.

Kohn laufe Risiko das Kapital zu verlieren "aufgrund der Art des schuldhaften Verhaltens, das ihr vorgeworfen wird", so Flaux. Die Liquidatoren von Madoffs Vermögen verfolgen Kohn und die Direktoren der britischen Tochter des Madoff-Imperiums, der Madoff Securities International Ltd, um Vermögen zurückzubringen. Kohns Anwalt Clemens Trauttenberg nahm laut Bloomberg nicht Stellung. Früher hatte Trauttenberg Kohn als Opfer Madoffs bezeichnet.

Nach einer früheren Entscheidung des Richters Flaux hat Kohn durch die Vermittlung von Kunden an Madoff zumindest 56 Mio. Dollar (41,4 Mio. Euro) verdient. Kohn, die gesundheitlich angeschlagen sei, besitze ein Haus in der Schweiz und Fonds im Wert von mindestens 15 Mio. Pfund sowie Bankguthaben bis in Israel, sagten Anwälte am Freitag laut Bloomberg.

Kohn wurde in den 1980er Jahren mit Madoff bekannt. Das Gerichtsurteil vom 25. November, das ihre Guthaben einfriert, wirft ihr vor, dass sie Madoff-Firmen Rechnungen für Forschung, Analysen und Beratung gestellt habe, obwohl es sich in Wahrheit um Provisionen ("secret kickbacks") für die Vermittlung von Kunden im Schneeballsystem Madoffs gehandelt habe.

Der Fall läuft als "Madoff Securities International Ltd. v. Stephen Ernest John Raven, 10-1468, High Court of Justice, Queen's Bench Division (London)" (APA)

Kommentar posten
25 Postings
Yossarian
00
4.12.2011, 22:39

Wie kann man eigentlich heutzutage durch ehrliche Arbeit 31 Mio. € Vermögen anhäufen?

Zivilgeselle
01
4.12.2011, 20:12
Forscher und Berater

Meischi, Grasser, Plech, Birni und Hochegger waren auch forschend und beratend im "Biotop" der Mächtigen unterwegs.

Alle laufen frei herum und von einer Vermögenseinfrierung ist bei uns keine Spur.

Plech hat bereits von der "aufgeflogenen" Causa gesprochen und die Staatsanwälte warten noch immer ........... !!!

Worauf .... wartet die Justiz eigentlich: Bis KHG und Konsorten Schutzhaft beantragen?

Michel Berger
03
4.12.2011, 16:38
Was ist los?

Wunderlich, Schütt, Herzerzog, haenel, Dani B. & Co.!

Alles schon im verdientent Weihnachtsurlaub?

Keine zündenden Verteidigungspostings für Frau Kohn?

Langsam versteh ich die Welt nicht mehr.

chinaman_a1
00
6.12.2011, 17:58
die feiern keine Weihnachten... das würde nicht passen

chrilly donninger1
00
4.12.2011, 19:29
Da muss selbst ein Wunderlich passen.

chrilly donninger1
11
4.12.2011, 15:09
Was ist dem Aufsichtsrat der Medici-Bank?

Die Medici-Bank hatte einen einzigen Geschäftszweck. Geldwäsche für russische Oligarchen und Weiterreichung des Geldes an Madoff.
Kohn hat deswegen auch um ihr Leben gefürchtet. Wahrscheinlich nicht ganz unbegründet.
Bei Madoff durften nur Juden anlegen. Das war sein Geschäftstrick. Es war eine Ehre sein Geld bei ihm zu parken, die nicht jeden zuteil wurde.
Sonja Kohn hat daher auch Geld arabischer Potentaten eingesammelt, sie quasi koscher gewaschen und an Madoff weiter geleitet.
Das alles geschah unter den ahnungslosen Augen des Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Lacina.

fahrrad1
01
4.12.2011, 18:06

war er wirklich ahnungslos?

chrilly donninger1
00
4.12.2011, 19:28
Ferdinand der Gütige.

Ich fürcht fast ja. Es war auch seine Erklärung warum er den Madoff Braten nicht gerochen hat herzig. Weil der über Jahre so stabile Gewinne hatte. Das war ja gerade das Verdächtige.

fahrrad1
00
4.12.2011, 20:11

jedenfalls interessant wie oft sich sozialdemokraten als "willige vollstrecker" der internationalen pyramidenspieler hergeben.

locken
011
3.12.2011, 10:14
Warum ist die nicht schon lange im Knast ?

Waldy Osterhas
04
4.12.2011, 13:00
Weil sie systemrelevant ist...

;-)

Walter Bimini
01
3.12.2011, 23:20
weil die justitia blind ist

von henning
 
04
3.12.2011, 21:09

Hervorragende politische Kontakte....

Kontrahent1
111
3.12.2011, 13:01

Geschützte Art?

CEEIT
04
3.12.2011, 11:08
Weil die Justiz in A gegen Top-Anwälte nicht durchkommt

und sie zudem mit der österr- Elite gut vernetzt ist.

Augen auf - Wann ging oder geht in A ein Mitglied des Netzwerkes ins Gefängnis?

Andreas W
04
3.12.2011, 10:09
Ehrliche Arbeit zahlt sich eben aus!

Kapitalismus ohne Regeln und ohne konsequenten Vollzug sowie harten Strafen führten zu dieser Schlaraffenwelt für die Rücksichtslosesten, Niederträchtigsten und Menschenverachtendsten!

Jeder Finanzdienstleister, insb mit Pyramidenspielaufbau, hätte längst bis ins Detail geprüft gehört, egal wo sich dieses Pack niedergelassen hat, überall wo es wie auch immer Tätigkeiten entfaltet.
Die nächsten Betrugsskandale werden nicht lange auf sich warten lassen.

Dramaqueen
00
5.12.2011, 00:39
Pensionssystem?

chinaman_a1
04
3.12.2011, 07:12
Zweierlei Maß

was mich in diesem und vielen anderen prominenten Fällen so wundert, ist das Zeitverhalten der Maßnahmen. Wenn ich einen Steuerbescheid erhalte, habe ich normalerweise 3-4 Wochen Zeit zu blechen, bei sonstiger Exekution. Dh dann steht die Gendi vor der Tür und holt mich ab.
Bei offensichtlichen Fehlverhalten, soweit ich das beurteilen kann, wie zB Nichtversteuerung von Einkommen Buwog-10 Mio von Meischi und Hochegger, Malversationen bei Meindl, Schwiegermutter-Koffer voller Geld bei Grasser, Bestechung bei Strasser, Hella Ranners "Spesenabrechnung" (beide EU-Parlament) sind bis heute keine für mich sichtbare Reaktionen von Seiten des Staates zu erkennen.

Woran liegt das? Der Rechtssicherheit und Vertrauen fördert das nicht!

Antwort der Redaktion
05
2.12.2011, 22:14

die geschichte ist gut eine woche alt, da ist wohl jemand bei der financial times lektüre arg im rückstand.

oder hat das internet länger nicht funktioniert ?

Nestor Machno
 
01
2.12.2011, 21:03
Irgendwie scheint der Verfasser des Artikels

nicht ganz durchzublicken, um was es hier eigentlich geht.

„27 Millionen Pfund (31,4 Millionen Euro) aus dem Vermögen von Sonja Kohn eingefroren und die frühere Geschäftspartnerin des verurteilten Finanzjongleurs Bernard Madoff angewiesen, entsprechendes Vermögen nach Großbritannien zu verlagern“

Wie geht das? „Einfrieren“, also beschlagnahmen, kann man doch offenbar nur das, was DA IST. Offenbar wurde irgendwo Vermögen geortet, auf das das Londoner Gericht jedoch keinen Zugriff hat.

Warum findet der Prozeß in London statt? Das hat sicher Gründe, die würde man als Leser gern erfahren.

„sowie Bankguthaben bis in Israel“ – was heißt denn das? in Israel? Sogar in Israel?

Das Kapital ist die wahre Macht
03
2.12.2011, 21:57
Die Frau Kohn war saudumm!

Wäre Frau Kohn rechtzeitig mit ihrem Geld nach Israel geflohen, wäre ihr nix passiert. Israel liefert die Leute nicht aus. Und das Geld können sie auch behalten.

Haben schon einige Personen vor ihr so gemacht. Und nix ist passiert....

chrilly donninger1
02
4.12.2011, 19:35
Israel ist für die Kohn wohl der schlechteste

Platz auf dieser Welt. Da würd ich an ihrer Stelle noch den Iran vorziehen. In Israel würd sie wohl sehr schnell in ein Auto hüpfen oder zuviel Schlaftabletten erwischen. Wie man halt so gestorben wird.

Kahuna
00
3.12.2011, 18:44
So einfach ist das auch nicht

Dort gibts dann die Mitnascher...

Hanns Ch.1
05
3.12.2011, 02:53
..israel??

...dorthin kann sie nicht, denn dort sitzen auch viele der (wiener) geschädigten,...
da ist es in wien noch am sichersten,...(weil nicht ganz so korrupt)...

CEEIT
03
3.12.2011, 11:11
Wien nicht korrupt?

In Unterschied zu Rümänien, Somali, Tatschikistan, etc. wurde in Wien in den unteren und mittleren Ebenen die Korruption weitgehend beseitigt.

In den obersten Ebenen blüht sie dafür umsomehr. Speziell weil die Bevölkerung glaubt in einem Rechtsstaat zu leben.

Betrachten Sie nur die Skandale der letzten Jahre und deren Verfolgung bzw. Konsequenzen. Bei Normalsterblichen, Tierschützer funktioniert die Justiz ganz anders.

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