Die Zukunft Afghanistans

Auf der Spur des Scheiterns

Florian Gossy, 5. Dezember 2011, 06:15

Drei Jahre vor dem Abzug der internationalen Truppen treffen die involvierten Länder am Bonner Petersberg aufeinander

Der Schah von Persien war da. Die Queen war da. Breschnew, Arafat, Clinton, Gorbatschow waren da. Die EU einigte sich hier auf jene Aufgaben, die später in der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik aufgingen. Der Boden des Bonner Petersbergs ist ein wahrlich historischer. Und auch über Afghanistan wurde hier schon einmal diskutiert. Im Dezember 2001 traf man sich hier, um über die Zukunft des Landes am Hindukusch zu debattieren. Die Fragestellung lautete: Wie kann das Land politisch und wirtschaftlich wieder aufgebaut werden?

Erst der Terror, dann der Krieg

Kurz zuvor war der Terror eskaliert, Flugzeuge waren in das World Trade Center gelenkt worden. Der UNO-Sicherheitsrat sprach in seiner Resolution 1368 den USA das Recht auf Selbstverteidigung zu - was mithilfe der NATO genützt wurde. Am 7. Oktober 2001 starteten die Angriffe in Afghanistan. Aus Kampfjets und mit Marschflugkörpern wurden Ziele im ganzen Land bombardiert.

Zwei Monate später fand die erste Afghanistan-Konferenz am Bonner Petersberg statt. Hier suchten die Teilnehmer um Aufstellung der Internationalen Schutztruppe ISAF ("International Security Assistance Force") beim UN-Sicherheitsrat an, was dieser auch genehmigte.

Zehn Jahre danach

Heute, zehn Jahre danach, tagen erneut die Mächtigen dieser Welt am Bonner Petersberg. Auch heuer will man über die Zukunft Afghanistans sprechen. Die Fragestellung ist dieselbe wie vor zehn Jahren: Wie kann das Land politisch und wirtschaftlich wieder aufgebaut werden? Nur der Horizont ist ein anderer. Damals stand man erst am Beginn der Kampfhandlungen, die vielen Menschen das Leben kosten sollten. Nun versucht man zu verhindern, dass das Land nach 2014 - dann ist nämlich der Abzug der internationalen Kampftruppen geplant - erneut ins Chaos stürzt.

Was nach 2014 kommt, kann jetzt noch niemand sagen. Viele Experten betrachten den ISAF-Einsatz als gescheitert. Harald Kujat, der frühere Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr und damit der oberste Soldat Deutschlands, sagte vor wenigen Wochen: "Wenn wir 2014 aus Afghanistan rausgegangen sind, dann werden die Taliban die Macht in wenigen Monaten wieder übernehmen." Ein ähnlicher Schluss soll auch in einem geheimen Analysedossier der Bundeswehr und der US-Armee gezogen worden sein. Die deutsche "Bild"-Zeitung hatte es unlängst veröffentlicht. "Die Führer der Aufständischen werden nach Afghanistan zurückkehren", soll in dem Dokument geschrieben stehen.

Die Strategie, die fehlt

Auch Philipp Münch ist der Ansicht, dass das Engagement der internationalen Truppen gescheitert ist. Der Stipendiat der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik forscht über den Afghanistan-Einsatz der deutschen Bundeswehr und war heuer zweimal in Afghanistan. Für ihn tragen die mangelhaften Zielvereinbarungen die Hauptschuld für das Scheitern. "Es war nicht klar, wo man hinwill. Es gibt kein gemeinsames Ziel, welches von allen Akteuren übereinstimmend verfolgt wird", kritisiert Münch im Interview mit derStandard.at. (Das Gespräch mit Münch lesen Sie hier.)

Einstimmigkeit als Manko

Eine Verbesserung der Situation scheint jedoch in weiter Ferne zu sein. De facto geben zwar die USA die Linie vor, formell führt jedoch die NATO den ISAF-Einsatz. Das hat zur Folge, dass jegliches Vorgehen der Zustimmung des Nordatlantikrats bedarf, der aus 28 Mitgliedsstaaten gebildet wird. Jede Stimme zählt gleich viel, Entscheidungen müssen einstimmig gefällt werden. "Es gibt eine Vielzahl von Interessen, die nur unter einen Hut gebracht werden können, wenn entweder Dinge ausgeklammert werden oder man Kompromisse schließt, wo aber viel verwässert wird", sagt Münch. Dadurch einigt man sich nur auf schwammige Ziele mit unklaren Definitionen, die viel Interpretationsspielraum übrig lassen. Das Problem zieht sich von oben herab durch die gesamte Hierarchie, so dass am Ende die einfachen Soldaten die Leidtragenden dieser Fehler sind.

Ein Rechtsstaat ist in weiter Ferne

"Die hochtrabenden Absichten, zum Beispiel einen Rechtsstaat nach westlichem Vorbild zu errichten, wurden nicht erreicht", sagt Experte Münch. Thomas Ruttig pflichtet ihm bei. Der Deutsche ist Co-Direktor des unabhängigen Think-Tanks Afghanistan Analysts Network und arbeitete mehr als zehn Jahre in der Region. "Das Ziel, einen Rechtsstaat zu errichten, ist meiner Ansicht nach völlig aus dem Ruder gelaufen." Der afghanischen Bevölkerung wäre ob der Situation nach 2014 "angst und bange", sagt Ruttig im Gespräch mit derStandard.at. "Es wird befürchtet, dass noch einmal so etwas kommt wie das was das Land in den letzten 20, 30 Jahren zuvor bereits erlebt hat." Damals war das Land erst von der Sowjetunion besetzt. Nach dem Abzug der Sowjets driftete das Land in einen Bürgerkrieg ab.

Das Dilemma mit der lokalen Politik

Das US-Magazin "Foreign Policy" erstellt alljährlich einen "Failed States Index". Afghanistan liegt auf Rang sieben, hinter altbekannten Krisenherden wie Somalia oder dem Tschad. Selbst der Irak liegt hinter Afghanistan. Dies ist ein Resultat der Politik der westlichen Nationen nach dem Beginn des Krieges. Der Westen versuchte, sich den Einfluss wichtiger Drogenbarone und Stammesführer zu sichern, die im Austausch für ihre Kooperation Macht (und wohl auch Geld) bekamen. Die bereits weiter oben zitierten Geheimdokumente belegen unter anderem, dass einer der engsten Partner der deutschen Bundeswehr der nordafghanische Polizeichef Daud Daud war, der im Mai ermordet wurde. Er war aber nicht nur Polizeichef, sondern auch ein bedeutender Drogenhändler. "Deutsche Soldaten riskierten ihr Leben, um Straßen zu sichern, auf denen ihr engster Verbündeter Drogen schmuggeln ließ", schrieb die "Bild"-Zeitung massenwirksam.

Zwei Karzais

Problematisch ist auch die Machtfülle des Präsidenten Hamid Karzai, der von den USA quasi inthronisiert wurde. Er macht mit Warlords Geschäfte, die in Regionen für vermeintliche Sicherheit sorgen und belohnt sie dafür mit politischen Ämtern. Bei den Präsidentschaftswahlen 2009 wurde Karzai in seinem Amt bestätigt - die Wahlbeschwerdebehörde (Link zum Bericht als pdf) erklärte jedoch 1,2 Millionen Stimmzettel für ungültig. Es gab viele Ungereimtheiten; Karzais Gegenüber in der Stichwahl trat aus Protest gar nicht erst an.

Seinen Halbbruder Ahmad Wali Karzai, genannt "König von Kandahar", machte er 2005 zum Vorsitzenden des Provinzrates von Kandahar.  Außerdem galt Ahmad Wali Karzai als großer Drogenhändler. 2009 fanden britische Spezialeinheiten mehrere Tonnen Roh-Opium auf einem Hof Ahmad Walis. Die USA gingen aber nicht gegen ihn vor, im Gegenteil - sie arbeiteten mit ihm zusammen. Seine Miliz ("Kandahar Strike Force") soll von der NATO mitfinanziert worden sein. Zudem soll er auch von der CIA Geld bekommen haben. Im Juli 2011 wurde er von den Taliban getötet.

Das Leid mit den Nachbarn

Ein Indiz, das gegen eine positive Entwicklung Afghanistans spricht, ist die regionale Instabilität. Der Konflikt zwischen den USA und Pakistan ist so kritisch wie schon lange nicht mehr. Vor wenigen Tagen kamen bei einem Angriff der NATO im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet 24 pakistanische Soldaten ums Leben, woraufhin die Lage eskalierte. Pakistans Armeechef kündigte Vergeltung an für den Fall, dass es nochmals zu einem solchen Angriff kommen würde. Die Pakistaner wollen zudem ein neues Flugabwehr-Radarsystem installieren, das es ihnen  ermöglichen soll, Helikopter und Drohnen besser zu orten.

Destruktives Pakistan

Pakistan hat als Folge des tödlichen Zwischenfalls auch die Teilnahme an der Bonner Konferenz abgesagt. "Die Nachbarländer sollten sich verpflichten konstruktiv an einer Lösung in Afghanistan mitzuwirken", sagt Thomas Ruttig, "dafür ist Pakistan unverzichtbar. Allerdings wäre auch eine Anwesenheit Pakistans keine Garantie für irgendein positives Ergebnis." Der Analyst hofft, dass Pakistan seine Destruktivität gegenüber Afghanistan aufgeben wird.

Islamabad und Teheran

Pakistan steht auch immer wieder in der Kritik, wichtige afghanische Aufständischen-Gruppen zu unterstützen. So werden Anführer der Taliban und des Haqqani-Netzwerkes in Pakistan vermutet. Der pakistanische Geheimdienst soll mit dem Iran zusammenarbeiten und diese Gruppen finanziell und militärisch unterstützen. US-Generalstabschef Mike Mullen hatte der Regierung in Islamabad schon im September vorgeworfen, dass dort "gewalttätiger Extremismus als Instrument der Politik" genutzt werde.

Was man von der Konferenz erwarten kann

Und genau aus diesem Afghanistan werden 2014 also die internationalen Mächte ihre Truppen abziehen. Damit das Land nicht erneut ins Chaos stürzt, haben die Verantwortlichen nun einige Dinge zu klären. Zum einen scheint für alle Beobachter klar zu sein, dass eine Lösung am Verhandlungstisch gefunden werden muss. Das bedeutet, dass auch die Taliban in die Gespräche eingebunden werden müssen. Was die USA schon länger (wenn auch hinter vorgehaltener Hand) praktizieren, scheint nun auch für Angela Merkel denkbar. Das Land brauche "im Inneren einen Prozess der politischen Versöhnung, und es muss nach außen in eine gute Partnerschaft mit seinen Nachbarländern eingebettet sein", sagte sie dem Bonner General-Anzeiger. Unter dem "Prozess der politischen Versöhnung" meint Merkel nichts anderes, als dass mit den Taliban verhandelt werden soll - wenn auch mit gemäßigten Gruppierungen. Denn auch die Taliban sind keine homogene Gruppe.

Was es braucht: Milliarden, Milliarden, Milliarden

Um das Land absichern zu können, braucht die Regierung in Kabul vor allem eines: Geld. Karzai & Co. brauchen eine riesige Armee und starke Sicherheistkräfte. Das kostet aber Geld - denn unterbezahlte Sicherheitskräfte sind ein Sicherheitsrisiko, sie können leicht von anderen Organisationen angeworben werden. Zählt man die Sicherheitskräfte von Armee und Polizei zusammen, hat Afghanistan momentan 308.000 Menschen, die für Sicherheit sorgen sollen. Bis zum Ende nächsten Jahres soll diese Zahl jedoch auf 352.000 steigen. Das verursacht Kosten von rund acht Milliarden US-Dollar - nach 2014 wollen die USA jedoch maximal drei Milliarden US-Dollar pro Jahr zahlen, berichtete der britische Guardian vor wenigen Tagen. Von anderen Ländern soll eine weitere Milliarde kommen - dann fehlen aber noch immer vier Milliarden. Für die Bonner Konferenz ist das jedoch ein Problem, erläutert Thomas Ruttig. Zwar könne man jetzt grundsätzliche Zusagen machen, doch  "kein Parlament dieser Welt kann heute erklären, wieviel Geld 2014 und darüber hinaus bereitgestellt wird."

Die Vorzeichen für ein Afghanistan nach 2014 sind also alles andere als positiv. Wo der Weg hingehen wird? Einen Anhaltspunkt wird auf jeden Fall die Konferenz in Bonn geben. Mehr aber auch nicht. (flog, derStandard.at, 5.12.2011)

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Posting 1 bis 25 von 60
1 2
Phoenixx
 
00
Krieg ist immer der falsche Weg!

Hätte man die Milliarden Dollars, die man in den letzten 10 Jahren in die dortige Kriegsführung gesteckt hat, in solziale Entwicklung investiert - sprich Schulen, Arbeitsplätze, Wirtschaft etc. würden die Afghanen und in weiterer Folge auch die ganze Region wesentlich besser dastehen - und die Menschen dort hätten auch nicht mehr diesen Groll und Hass gegen den "Westen".

Alles eine Frage der Möglichkeiten und Perspekitven die man Menschen bietet.

BärBruno2
10
6.12.2011, 22:55
Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler

ist nach seinem Spruch....man wolle ja in Afghanistan
auch ökonomische Vorteile sichern von der restl.Politik gemeuchelt worden-und trat aus Entrüstung zurück.Dabei hat er nichts anderes gesagt, sondern nur mit anderen Worten beschrieben was Merkel heute umunwunden feststellt>man wolle auch bei der Förderung von Ressourcen "langfristig" helfen, OHA was für ein cleverle diese Frau.Ich grübelte lange nach Rohstoffe Afghanistan und fand schliesslich dass ungefördertes bis 1 BILLION geschätztes Lithium in Afghanistan liegt, welches beim Handy,PC,Auto,Flugzeugbau uva. in der Technik elementar wichtig ist.
Jetzt ist mir klar- WIR verteidigen das LITHIUM des Friedens willens.Mit Brunnen verdient man doch kein Geld...viel viel Freude mit Lithium

piero kattarowski
00
6.12.2011, 12:42
sollen sich endlich schleichen

BärBruno2
30
5.12.2011, 19:21
Wer den Artikel mit den hohlen Politikerphrasen

liest dem kann nur schlecht werden.Also 9 Jahre war der Bruder der US-Marionette Karzai ein Drogendealer dem niemand ins Handwerk pfuschte.Nicht mal die USA selbst.Und dann heisst es das Land würde eine schlagkräftige Polizei und Militär brauchen. Ja hat denn niemand kontrolliert wohin das Geld floss ? das floss micht in Ausbildung von Polizisten sondern an Karzais Clan der diese mit hohen Ämtern versorgte. Ja sind denn alle komplett blind. In 10 Jahren wurde weder Kabul aughebaut noch Strassen gebaut, noch deutsche Brunnen(die grösste Lüge überhaupt) Die afgh. Polizei ist von Taliban gehörigst unterwandert wie man an den vielen Anschägen innerhalb der Stützpunkte sieht.
Der Westen soll sich verkrümmeln dort, die werden niemals gewinnen.

BärBruno2
20
5.12.2011, 18:34
Wie kann das Land politisch und wirtschaftlich wieder aufgebaut werden?

Diese Frage ist doch Zynismus in Reinkultur. Die letzte Geberkonferenz fand vor 10 Jahren statt. Seitdem ist null aufgebaut worden, die Mill. irgendwo in Karzais Kanälen verschwunden. Das ist doch wirklich sehr eigenartig oder stellen sich alle blöd und kassieren beim Opium, das Jahr für Jahr Rekodrerträge erzielt seit der Besatzung, kräftigst mit? Die TAP-pipeline die von Turkmenistan über A. nach Pak. führen soll ist wohl in weite Ferne gerückt.Sie war der ursprl.Grund zum Streit wz. den Taliban und der USA.Die wurden doch eingeladen, wollten wohl aber zuviel Geld dafür.Karzai ist eine US-bewachte korrupte Marionette der sich nicht mal in Kabul auf die Strasse getraut.
Was also soll eine Konferenz bringen? Nichts ausser viel blahblah....

Marcus Maccabaeus
20
5.12.2011, 17:32
Der Standard behauptet also allen ernstes, dass Afghanistan (respektive die Taliban) für die Anschläge des 11. September verantwortlich waren!

Dümmer gehts wirklich nimmer!

2pac
 
38
5.12.2011, 16:12
Das schlimmste, dass einem Land passieren kann

ist wohl, wenn es von der westlichen Allianz gerettet wird. Überall verbrannte Erde, totale Zerstörung, unzählige Tote, noch größere Armut als vorher und keine Perspektive für die Zivilbevölkerung, nur noch Hoffnungslosigkeit weit und breit und stetig steigender Hass gegen den Westen, gegen uns.
Was für eine scheinheilige westliche Welt, man muss sich direkt schämen dazuzugehören.

dieDritteGeneration
13
5.12.2011, 18:07

Schon vergessen, dass davor die Taliban in Afghanistan geherrscht haben? Das war noch WESENTLICH schlimmer als heute.

BärBruno2
20
5.12.2011, 20:19
@die DRitteGeneration

Die Taliban haben vor dem US-Angriff über die Hälfte des Landes kontrollriert, ansonsten war da die Nordallianz mit v.a.
in vielen Provinzen die das Sagen hatten .
Uns wird immer alles so einseitig berichtet. Die Taliban waren dann die BÖSEN weil sie sich nicht mit den USA über die geplante pipeline und sonstiges einigen konnten. Ich halte es für eine absolute Hirnlosigkeit des Westens über humanitäre Begründungen sich die Ressourcen des Kaukasus unter den Nagel reissen zu wollen. Dies ist aber ein schon uralter Natoplan sich dort auf ewig festzusetzen. Nun, sollen sie ihre Milliarden in den Sand setzen. Afghanistan,Pakistan.Irak ist auch in den nächsten 10 Jahren nicht zu bezwingen.
Da halten auch Feinde zusammen gg. die Besatzer.

eolith421
01
6.12.2011, 16:47

Also etwas schlimmeres als eine Regierung die Weltkulturerbe zerstört (Buddha-Statuen von Bamiyan) und Frauen bei Ehebruch steinigt gibt es nicht.

2pac
 
00
5.12.2011, 16:01
Das schlimmste, das einem Land passieren kann,

Werner Faygmann
01
5.12.2011, 14:23
Literarisch bereits erschlossen:

F. Dürrenmatt - Winterkrieg in Tibet...

Werner Faygmann
24
5.12.2011, 14:18
Wenn ich Aufkleber...

..."I fight for..." sehe, wird mir leicht übel... da kann ja gleich stehen: Ich kämpfe für den Führer... dass diese Deutschen rein garnix aus ihrer Geschichte gelernt haben.... *kopfschüttel*

eolith421
01
6.12.2011, 16:54

Nur weil Europa damit schlechte Erfahrung gemacht hat ist Patriotismus per se nichts schlechtes. Sicher ist ein Kleber "I fight for Merkel" etwas eigenartig, aber das soll jedem für sich überlassen sein. Vielleicht ist dieser Soldat ein Fan von Merkel, es gibt auch Leute bei einem Popkonzert die Schilder hochhalten wie "I love you" oder "Für dich tue ich alles".

Marcus Maccabaeus
00
5.12.2011, 17:33
Die Deutschen stellen in Afghanistan nur Hilfstruppen für das amerikanische Imperium!

Karli Marxi
30
5.12.2011, 14:13

Militärisch ist das Land mehr oder weniger unter Kontrolle, aber so lange sich das westliche Hegemoniedenken nicht durchsetzt, wird die politische "Stabilität"(/Unterwerfung) schwierig zu erreichen sein.
Mein Vorschlag: Mehr Fernseher :-)

Nicht erst seit den Nazis weiß man, dass sich Hegemoniedenken am Besten übers TV durchsetzen lässt ;-)

Werner Faygmann
10
5.12.2011, 14:20
Dass die Bewohner...

...vielleicht garnix davon wissen wollen, dieser Gedanke belastet einige offensichtlich so garnicht...

OMFHG
01
5.12.2011, 13:13

tolle bilder.

Karli Marxi
00
5.12.2011, 14:08

Vor allem das von Angie Merkel :-)

OMFHG
00
6.12.2011, 15:34

ganz zu schweigen das von a.m.

Seria
24
5.12.2011, 11:46

niemand sollte sich über das Scheitern wundern. Scholl Latour, als Kenner der Scene, hat es von Beginn an vorausgesagt.
Auch die UDSSR hat den Krieg verloren, obwohl sie nach Mentalität ähnlicher sind als die USA. Damals wurden die Taliban von den USA unterstützt, die Russen machen das nicht.
Es ist gut, daß westliches Hegomoniedenken versagt

Gendo
43
5.12.2011, 13:10

Was soll man zu Kommentaren sagen die nicht mal das minimale historische Wissen über Afghanistan haben. Ich möchte endlich mal wissen woher alle hier das MÄRCHEN haben das die Taliban von den USA gegen die UdSSR erschaffen und unterstütz wurden.
Ich weiß zwar das die Taliban gerne in das Mittealter zurück wollen, aber die Zeitreise von 1995 nach 1989 scheint mir dennoch etwas unglaubhaft!

Marcus Maccabaeus
20
5.12.2011, 17:35
Alkaida heisst zu deutsch "Die Liste" und bedeutete die Liste der Talibankämpfer im amerikanischen Sold!

andreas lamers
 
23
5.12.2011, 15:20
wieso maerchen?

Nach der Übernahme der Macht durch die kommunistische Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) unter Nur Muhammad Taraki am 27. April 1978 durch die Saurrevolution betrieb dieser eine Annäherung an den Ostblock, um die gesellschaftliche Umgestaltung (Bildungsprogramm, Bodenreform) voranzutreiben.
Insbesondere die Säkularisierung sowie die Vertreibung ehemals privilegierter Gruppen führte zu einem breiten Widerstand, der von der CIA unterstützt und finanziert wurde. Es gründeten sich in dieser Zeit rund 30 Mudschahedin-Gruppen.

die taliban war nur eine der gruppen die unterstuezt wurde. aber eben auch. gibt sogar einen film darueber und einige amerikaner sind immer noch stolz darauf.

Gendo
00
6.12.2011, 12:42

Kleiner Nachtrag.
Man kann die USA sehr schön anhand ihrer Afghanistanpolitik kritisieren. Die extrem Kurzsichtig war und dessen Früchte sie jetzt ernten darf.
Die USA wollten nur das die UdSSR scheitert, das wohl des Landes war sekundär. Hätte es die Taliban schon in den 80er Jahren gegeben vielleicht hätten die USA diese auch unterstütz.
Für Afghanistan war der Zusammenbuch der kommunistischen Herrschaft eine Katastrophe, eine vergebe Chance die so schnell nicht wieder kommen wird (und das sich die Amis für diese Leistung heute noch feiern, ist tatsächlich etwas wunderlich!).
Wie Sie sehen kann man den USA sehr viel Vorwerfen und des bedarf nicht plumper Verkürzungen und schöner (aber falscher) Kurzsätze!

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