Im Bilderbuch "Der kleine Hirte und der große Räuber" von Lene Mayer-Skumanz und Constanze von Kitzing geht es sehr christlich zu
Spätestens ab Anfang November geht es los. Da kommt ein Weihnachts- und Adventbuch nach dem anderen auf den Markt: 24 Geschichten über ..., der Wimmelspaß - nichts, was es nicht gibt. Auch wenn die Realität meist anders aussieht. Oft wird Besinnung und eine ruhige Zeit versprochen. Gutes tun ist angesagt - wenigstens in Buchform.
Darum geht es auch in dem Bilderbuch für Kinder ab dem dritten Lebensjahr von Lene Mayer-Skumanz und Constanze von Kitzing. Der kleine Hirte und der große Räuber, heißt es. Erwachsene, denen Religion ein Gräuel ist, sollten vielleicht die Finger davon lassen. Es geht hier sehr christlich zu.
Ein Junge, der kleine Hirte, hat von der Geburt des Gottessohnes gehört und macht sich auf den Weg nach Bethlehem. Er hat Milch, Brot, Schinken und eine Decke als Geschenke mit. Das sieht der große Räuber und denkt sich: "Das ist mir recht." Pech nur, dass der Junge auf Menschen trifft, die frieren und Durst haben. Der kleine Hirte schenkt sein Hab und Gut her.
Der von Hunger geplagte Schurke stellt letztlich den Buben - und erlebt eine Überraschung. Am Ende bleiben: ein kleiner Hirte und ein großer Hirte. Ja, Weihnachten darf kitschig sein und ein Bilderbuch sowieso. Der kleine Hirte ist ein ideales Vorlesebuch für so einen kuscheligen Wintersonntag vor dem großen Fest. (Peter Mayr; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 03.12.2011)