Apple: Panne schuld an Siris Anti-Abtreibungs-Vorurteil

  • Sprachassistentin Siri hat ein (Software-)Problem damit, adäquate Ergebnisse zu liefern, die mit Abtreibung zu tun haben.
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    foto: the atlantic wire

    Sprachassistentin Siri hat ein (Software-)Problem damit, adäquate Ergebnisse zu liefern, die mit Abtreibung zu tun haben.

Abtreibungskliniken werden nicht angezeigt - "Betaversion hinkt noch"

Den Charme, mit dem die Stimme der Sprachassistentin Siri beim Start des iPhone 4S die Massen begeisterte, löst bei vielen Ärgernis aus. Im Laufe der Woche verbreiteten sich Spekulationen, dass sie die Moralkeule schwingen würde. Auf die Frage nach Abtreibungskliniken und Orten, wo man sich Verhütungsmittel nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr besorgt, konnte die virtuelle Assistentin nicht beantworten. Oder wollte sie nicht?

Unabsichtlich

Nun hat Apple seinen Usus, den Medien gegenüber verschwiegen zu sein, gebrochen, und eine Stellungnahme zur Situation abgegeben. Die Anomalie sei unbeabsichtigt, heißt es.

Betaversion

"Unsere Kunden nutzen Siri, damit sie ihnen alle möglichen Informationen liefert und während vieles gefunden werden kann, gibt es vieles, das die Sprachassistentin nicht findet", erklärte Apple-Sprecherin Natalie Kerris der New York Times am Mittwochabend. Die Informationen würden nicht absichtlich weggelassen, um jemanden zu beleidigen. Man sei dabei, Siri vom Beta- in den finalen Status zu transportieren.

"Fix Siri"

Aufgrund Apples strenger Einstellung zu Themen wie Pornografie wurde in Online-Diskussionen schnell die Schlussfolgerung gezogen, dass Apple hier iOS-NutzerInnen seine moralischen und politischen Anschauungen aufdrängen will. Es wurde sogar eine Online-Petition gestartet, die auf eine Änderung von Siris Haltung abzielte.

"Frauenprobleme" nicht berücksichtigt

Einige Entwickler erklärten gegenüber Wired, dass es sich um einen Programmierfehler handeln könnte. Der Großteil der Developer sei männlich. Beim Erstellen der Begriff-Listen hätten sie "Frauenprobleme" einfach nicht berücksichtigt.

Manipuliert?

Der Software-Entwickler Al Sweigart meinte, dass Siri ebenfalls unschuldig ist. Egal welchen Such-Algorithmus Siri verwendet um Ergebnisse hinaus zu schicken, sei es möglich, dass in diesem Fall SEO-Strategien von Webseiten genutzt werden könnten, die darauf abzielen die Suchmaschine in ihrem Sinne zu manipulieren. (ez, derStandard.at, 2.12.2011)

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