Hochschulplan

Schmied gegen von Unis festgelegte Studienplätze

2. Dezember 2011, 12:49

Öffentliche Hand muss mitentscheiden

 Wien - Als "Quereinsteigerin" in punkto Hochschulplan hat sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) Donnerstagabend am Rande eines Hintergrundgesprächs bezeichnet. Sie sei "leider nicht von Anfang an in die Konzeption mit eingebunden" gewesen und will sich deshalb nach einem ersten Gespräch mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) am Mittwoch noch nicht im Detail äußern. Dem Vorhaben, Unis die Festlegung ihrer Studienplätze zu überlassen, erteilte sie jedoch eine Absage.

"Die öffentliche Hand muss mitentscheiden", so Schmied, immerhin handle es sich um Steuergelder. Der Bereich der Universitäten sei "ein wichtiger, öffentlich finanzierter Bereich". "Daher ist es mir hier wichtig, Gespräche zu führen, wo Investitionen getätigt werden." Man müsse eruieren, wie Angebot und Nachfrage bezüglich der Studienplätze aussehen. "Es kann nicht sein, dass wir das einseitig betrachten und Nachfrage- bzw. Studierendenströme beschränken wollen, um sie engen Kapazitäten anzupassen." Um wie geplant die Zahl der Akademiker in Österreich zu erhöhen, müsse man "eine offensive Universitätspolitik" betreiben.

Die Eckpunkte des Hochschulplans sollen laut Wissenschaftsministerium bis Jahresende stehen. Wie aus einem der APA vorliegenden Erstentwurf hervorgeht, soll jede Uni künftig in ihren Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium festlegen, wie viele Studenten sie in den einzelnen Fächergruppen minimal bzw. maximal ausbilden kann. Gibt es mehr Interessenten, "so muss den Universitäten die Möglichkeit von Zugangsregelungen eingeräumt werden". Das Papier sieht demnach schon in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode (2013-2015) den Einsatz der angekündigten Studienplatzfinanzierung vor. (APA)

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Der Chronist
00
16.12.2011, 21:35

Sobald die Universitäten Zugangshürden errichten und dem österreischischen Staatsbürger mit Matur die Eingangstüren verschlossen werden, darf eigentlich kein Steuergeld mehr in die Unis fließen.

wizenstain
00
4.12.2011, 09:08
finanzierungsvorschlag: das 10EUR Uni-Pickerl

einnahmen für uni wien:
mitarbeiter plus studierence ca. 100.000 x 10= 1.000.000 Jahresbudget das ist umgerechnet in positonen mit einem jahresgehalt von 24.000 Eur (= 48.000 EUR inklusive Abgaben Soz.Versicherung etc...) 20 Mitarbeiter oder: 10EUR Jahresgebühr für alle Steuerzahler für die Universitäten direkt an die Uni verrechnet (Uni-Pickerl) ca.2.500.000 Steuerzahler x 10 = 25 Mill, umgerechnet in positionen: 500

Chemist88
00
3.12.2011, 11:51
wie kann man dagegen sein?

Wenn ich z.B. die Chemie auf der TU anschau: da gibt es X Laborplätze also kann man (wenn sich 2 Kurse im Semester ausgehn) 2*X studenten durchbringen. Und das ist die Kapazität, da gibts nicht drann zu ruckeln.

Hillsmith
01
4.12.2011, 09:55
Widersinnig

Andererseits wird gerade in Österreich der Mangel an AbsolventInnen aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich beklagt. Da schiene es logischer, die entsprechenden Kapazitäten auszubauen. Ebenso im medizinischen Bereich - der ÄrztInnenmangel ist klar und deutlich abzusehen, dennoch spricht man von unbewältigbarem Massenandrang und notwendigen Hürden. In diesem Fall wäre es besser, Bestrebungen wie die Oberösterreichs nach einer neuen Med-Uni zu unterstützen. Angesichts dieser Tatsachen ständig die öffentliche Aufmerksamkeit mit sinnlosen Provokationen bzgl. Studiengebühren zu blockieren und mit Beschränkungen und Hürden zu kokettieren, finde ich widersinnig und verantwortungslos.

Fu©k O'Shima
00
8.12.2011, 11:12
der Ärztemangel ist klar und deutlich abzusehen?

Das liegt aber sicher nicht an der Anzahl der Absolventen!

Das liegt daran, dass heute niemand mehr niedergelassener Hausarzt werden will, schon gar nicht in strukturschwachen Regionen. Bei dem, was eine Praxiseinrichtung kostet, rechnet es sich halt nicht, 3 x pro Woche einem Bauern einen blauen Zehennagel anzubohren. Drum drängen alle in die lukrativen Sparten. Wir brauchen aber nicht 10000 Kleschenflicker und plast. Chirurgen.

Es liegt auch daran, dass wir zu viele Ausländer ausbilden, die uns danach nicht zur Verfügung stehen.

Und schließlich liegt es an der unendlich langen Ausbildungszeit. FA-Ausbildung + Turnus und du bist 30 und hast bis dato nur die Hackn vom Herrn Primarius erledigt.

smea_gol
10
4.12.2011, 09:38

also sind ihre chemiker jeweils in 12h schichten jeden tag unterwegs...

genau.
dagegen kann man nichts machen.

kopschütteln.
es geht um den ausbau des personals, und der ressourcen.

Chemist88
00
4.12.2011, 13:16
Bitte was?

hab ich irgendwas von Personal erwähnt? Klarerweise muss das Personal auch angepasst werden, aber selbst wenn man da massig Geld reinsteckt: Platzmäßig gibt es sowieso schon eine Höchstzahl an Studenten die möglich sind. Und Laborräume erschafft man nicht so aus dem Nichts.

smea_gol
00
4.12.2011, 20:26

dennoch wird eine übung mit 2 oder auch 4 ects nicht 12 h jeden tag des semesters belegen.

also ihre argumentation ist etwas dürftig.

Chemist88
00
4.12.2011, 21:52
Natürlich nicht

aber wenn man keine AHnung davon hat wie soetwas abrennt, sollte man es nicht besser wissen.

Übliche Laborübungen dauern 8h am Tag. In vielen Laborübungen ist es nicht möglich denselben Raum parallel zu nutzen, da jeder Student seinen zugewiesenen Platz hat, man kann also nicht am Abend noch eine andere Übung in diesem Labor durchführen. Rennt also ein Kurs, und das tun sie meist 5 Tage in der Woche, ist das komplette Labor belegt, und zwar wirklich für 24h am Tag.

Personal ist inzwischen zwar auch knapp, aber da behilft sich die Uni inzwischen mit Tutoren weshalb der Limitierende Faktor eindeutig der Platz ist, und das trotz des neuen Laborgebäudes. Aber das ist irgendwo logisch bei +20-30% Anfänger/Jahr.

smea_gol
00
5.12.2011, 09:29

und sie meinen der modus operandi, dass studierende das ganze semester einen fixen arbeitsplatz haben, ist beizubehalten?

Sie sind ein traumtänzer.

außerdem: Ihr gejammere von der chemie ist ja lächerlich. schauens einmal zur architektur oder zur informatik. dann wissen sie was massenuni heisst

morty
00
7.12.2011, 15:10

Chemist88 hat schon recht. Für eine gute Ausbildung braucht ein Chemiker genug Zeit am Labortisch. Man kann das Verhältnis Studenten/Laborplätzen sicher optimieren, aber das geht nicht ohne Limit und Einschränkung der Qualität.

Ich studiere an der Informatik; die großen Studentenzahlen sind nur möglich, weil fast jeder sein "Labor" zu Hause am Schreibtisch stehen hat. Dafür schaut es bei der Betreuung aber ganz mies aus: in vielen Übungen sieht man z.B. nur ein paar Mal im Semester einen Tutor beim Abgabegespräch, wo dann bewertet, aber sehr selten wirklich Feedback gegeben wird. Gerade bei UEs oder VUs sind die Betreuer wegen der vielen Studeten oft ziemlich überfordert.

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
22
2.12.2011, 21:15
Auch so kann man Politik machen

Zuerst sein eigenes Ressort vernachlässigen und dann die anderen schlechtmachen

smea_gol
02
3.12.2011, 19:26

wen meinen sie jetzt?
Spindelegger?
oder doch töchterle?
oder gar karl?
achso, das trifft auf alle vpler zu.

Fritz Meyer
00
5.12.2011, 09:19
Das Hauptproblem des Bildungswesens...

lässt sich mit den drei Buchstaben "ÖVP" sicherlich perfekt auf den Punkt bringen. ;)

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
00
4.12.2011, 15:57
Wie es um die Kompetenz "sinnerfassend Lesen"

steht, bestätigt mich einmal mehr...

Erwin Wolfram
00
3.12.2011, 20:33
...

gut aber es ist systematisch und die schlecht gemachten ueberleben es nicht, daher erfolgreich.

Radio Eriwan
01
3.12.2011, 09:49
Es kann aber nicht sein, dass der Uni-Zugang davon abhängt, wo jemand seinen Wohnsitz hat.

Töchterles Regionalisierungsphantasie zur staatlichen Gesamtverantwortung ist ganz klar abzulehnen.

täglich ALLES1
02
2.12.2011, 14:53

Zugangsregelungen? Finde O.K.,wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot.
Ich hoffe jedoch, dass man von der Schule aus besser darauf vorbereitet wird.
Es kann und darf nicht sein, dass unsere Schüler mit der ausländischen Konkurrenz bei div. Aufnahmeprüfungen nicht mithalten können!!! Momentan ist es immer noch der Fall (Medizin, Musik). Bin jedoch davon überzeugt, dass unsere Jugend nicht blöder oder unfähiger ist als die Gleichaltrigen aus anderen Ländern!!!

smea_gol
71
2.12.2011, 15:10

zugangsbeschränkungen: njet. und das ist gut so.

Fr. Schmied, jeder ihrer Sager identifiziert sie als eine echte - und das ist gut so - sozialdemokratin. Intellektuell steckt sie die kumulierten gehirne der vpn in die tasche (viel töchterle, sonst einige bauernschädeleinzeller)

CrangerMan
00
2.12.2011, 14:42

Ich bin eigentlich gegen Studiengebühren, aber noch weniger möchte ich, dass die Unis entscheiden, wer studiert.

smea_gol
31
2.12.2011, 15:08

meine rede.

ich wäre sogar für einen abtausch offene unis gegen moderate studiengebühren (maximal 200 € pro semester. 50€ das monat sind das absolute maximum).

aber selbst das erscheint mir in anbetrach allgemeiner kostensteigerungen nur dann gerechtfertigt, wenn weite stipendien verteilt werden, die gebühren steuerabsetzfähig sind, und in härtefällen (entwicklungslandsherkunft, nicht aus schnösi elternhaus) davon abgerückt wird.

Generell wäre es gut, auch Spenden an die Unis steuerabsetzbar zu machen.

Denn: Das wäre Geld direkt an die tertiäre Bildung ohne es den VP Ministern Fekter und Töchterle in die Hand zu geben. Und steuern sparen kann man auch.... das wäre ein paretooptimum.

smea_gol
00
3.12.2011, 09:54

wow, spindeleggers lustsklaven haben wohl eine rotstrichel extraschicht durchgezogen.
wenn sie schon kritisieren, dann posten sie doch ihre meinung...

Hillsmith
00
2.12.2011, 21:39
Teuflisches Angebot

Über 200 Euro max könnte sich wirklich kaum jemand aufregen. Das ist ja das teuflische dabei. Eigenartig nur, daß man gleich auf Größenordnungen von 500 Euro besteht. Daran sieht man wieder, dass es den ProponentInnen doch wieder nur ums Rausekeln geht, weil sie mit dem großen Andrang überfordert sind oder aus eigenartigen ideologischen Gründen es nicht ertragen, dass es mehr Studierende geben könnte. Jedoch - 200 oder 500, der "Beitrag" zum Gesamtbudget bliebe ohnehin vernachlässigbar.

beos
00
3.12.2011, 11:33

ein anderer Grund ist wohl, dass 200 Euro/Semester für die Katz sind. Noch dazu, wenn es sogar da wieder Ausnahmen gibt. Das wäre aufgrund der Administration, dann wohl eh wieder ein Nullsummenspiel. Da kann man gleich gar keine verlangen...

mM. Entweder Gebühren, die der Uni etwas bringen und im Gegensatz auch Verbesserung (Veränderung) der Lehre, Administration, Betreuung usw. Oder so ehrlich sein und sich zum aktuellen Status mit all seinen Vor- und Nachteilen bekennen.

CrangerMan
00
3.12.2011, 11:41

Die Studiengebühren will man nicht wegen der schlechten finanziellen Lage der Unis, sondern damit weniger Leute studieren.

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