Ärzte wollen gesetzliche Garantien für Erhöhung ihrer Gehälter
Bratislava - Der massivste Ärztestreik in der Geschichte
der Slowakei ist am Samstag mit einem Kompromiss zu Ende gegangen. In
Verhandlungen, die fast die ganze Nacht dauerten, einigten sich
Regierung und Ärztegewerkschaft auf eine Gehaltserhöhung in drei
Etappen ab Beginn des Jahres 2012.
"Wir sind zu einer Einigung gekommen, die wir als gerecht
empfinden können", sagte Premierministerin Iveta Radicova nach der
Unterzeichnung eines Memorandums in den Morgenstunden. Schon ab
Samstagfrüh würden die Personalabteilungen der Krankenhäuser ihren
Ärzten neue Arbeitsverträge vorlegen, so dass diese sofort wieder
ihre Arbeit aufnehmen könnten. Die Ärztegewerkschaft LOZ rief ihre
Kollegen jedoch noch zum Abwarten auf, bis alle Verträge geprüft
seien.
Formell galt auch am Samstag noch ein Notstand, den die Regierung
am Dienstag über 15 besonders akut gefährdete Krankenhäuser verhängt
hatte. Dieser erlaubte es, Ärzte zur Weiterarbeit zu zwingen, die
ihre Stellen aus Protest gegen niedrige Bezahlung und schlechte
Arbeitsbedingungen gekündigt hatten. 2400 der rund 7000
Krankenhausärzte hatten sich ursprünglich an einer Massenkündigung
zum Monatsende November beteiligt und damit das slowakische
Gesundheitswesen an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. (APA)