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Viele Frauen empfinden sich selbst während der Schwangerschaft als besonders anziehend.
Foto: JMG/www.pixelio.de
Berlin - Angebliche medizinische Gründe, die gegen Sex in der Schwangerschaft sprechen, beruhen auf Mythen. Womöglich sind sie aber eine gute "Ausrede" für den Mann. Denn in der Schwangerschaft ist die Welt ein wenig verdreht: Sie will mehr als sonst, er weniger. Darauf wies heute Babett Ramsauer vom Vivantes Klinikum Berlin Neukölln beim 25. Deutschen Kongress für Perinatale Medizin hin, der noch bis zum Samstag im Berliner ICC stattfindet.
Schon ein Blick in entsprechende Internetforen bringe Erstaunliches zu Tage, sagte die Frauenärztin. Entgegen der sonst passiveren Rolle, dem im Vergleich zu Männern nicht so häufigen sexuellen Verlangen der Frauen, äußern Schwangere in den Foren ein lustvolles, "unersättlich" erscheinendes Bedürfnis, das von ihren Männern nicht befriedigt werde. Die Schwangerschaft scheint die sexuelle Welt auf dem Kopf zu stellen.
Vermehrte Lubrikation
Ramsauer hat zahlreiche Paare zu dem Thema befragt. Dabei stellte sich heraus, dass sich Frauen in der Schwangerschaft als attraktiver und anziehender empfinden. Sie scheinen endlich einmal mit ihrer Figur zufrieden zu sein und sich wohl zu fühlen, trotz der Veränderungen ihrer körperlichen Proportionen: kein Lamentieren über "zu" große oder "zu" kleine Brüste, runde Formen und eingeschränkte Beweglichkeit, sogar dicke Füße gehören halt dazu.
Dieses Selbstbewusstsein scheint einen weitreichenden Einfluss auf das sexuelle Verlangen zu haben. Die Frauen fühlen sich anziehend und sind lustvoll. Die medizinische Seite ist dabei sicher nur ein Aspekt der Erklärung: Durch hormonelle Umstellungen entsteht eine vermehrte Lubrikation (Feuchtigkeit in die Vagina), die zu einer gesteigerten Erregbarkeit auch schon vor direktem sexuellen Kontakt führt.
Sexuelle Blockade
Die Rolle des Mannes hingegen ist zunehmend von Angst gesteuert. Werdende Väter reden gerne von Gefahren wie vermeintlich mögliche Verletzungen des Kindes, Auslösen von Blutungen, Verursachung eines Blasensprunges oder Auslösen von Wehentätigkeit durch Sex. Spätestens mit der ersten Wölbung des Babybauches kommt es bei nicht wenigen Männern zu einer vollständigen sexuellen Blockade. Und das zu einem Zeitpunkt, wo eventuelle anatomische Besonderheiten, die eine gewisse Kreativität bei Sexualpraktiken verlangen, überhaupt nicht akut sind.
Eigentlich könnte doch jetzt ein anderer Aspekt in den Vordergrund treten: Sexualität endlich unbeschwert zu genießen. Vorbei die Zeit der lästigen Verhütung, des auf der Hut sein, damit "nichts passiert" oder des auf der Hut sein, dass etwas passiert, vorbei Sex nach Kalender und Uhrzeit, getimt nach dem vermuteten Einsprung. Das alles müsste eine Erleichterung sein, spiegelt sich aber im männlichen Verhalten nicht wider.
Mythen entkräften
Aufklärung kann zumindest teilweise weiter helfen. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien die belegen, dass Sexualität in der Schwangerschaft einen Schaden verursachen könnte und besser unterbleiben sollte. Mythen lassen sich schnell entkräften.
Im Sperma sind Prostaglandine enthalten, die Frühgeburten auslösen: Die Menge an Prostaglandinen im Sperma ist zu gering, um eine Geburt auszulösen. Frühgeburt durch Sex ist wissenschaftlich nicht belegt.
Durch mechanischen Reiz und Orgasmus der Frau kommt es zu Geburtswehen: Auch diese Theorie ist durch Untersuchungen nicht zu belegen. Weder Penetration noch Petting mit nachfolgendem Orgasmus führt zu Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur und in der Folge zu Wehen.
Durch Sex bekommen Frauen vermehrt Infektionen in der Schwangerschaft: Belegt ist zwar, dass in sozial schwächeren Gesellschaftsschichten Genitalinfektionen grundsätzlich häufiger vorkommen. Der "Ping-Pong-Effekt" beschreibt die wechselseitige Ansteckung der Sexualpartner. In diesen Partnerschaften liegt eine Infektion aber gehäuft bereits bei Eintreten der Schwangerschaft vor. Für eine Neuinfektion in der Schwangerschaft, außerhalb dieses Risikokollektives, ist die Ursache vielmehr in einer individuellen Veranlagung als in der Ansteckung durch den Partner zu suchen.
Patientinnen beraten
Somit sei Sexualität in der Schwangerschaft keine medizinische, sondern eine partnerschaftliche, gesellschaftliche, geschlechtsspezifische und religiöse Frage, sagte Babett Ramsauer.
Hier sei ein Blick in die muslimische Welt interessant. Der Koran schreibt in mehreren Suren über Sexualität und auch über Sexualität in der Schwangerschaft. Sexualverkehr mit ihren schwangeren Frauen ist demnach nicht nur erlaubt, sondern auch die Pflicht der Ehemänner. Eine Befragung der muslimischen Frauen zu diesem Thema ist nur eingeschränkt möglich und kann nicht repräsentativ sein. Aber es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die "keusche, demütige" muslimische Frau ein befriedigendes Sexualleben vor allem in der Schwangerschaft hat.
Unser westlich orientiertes, kaum noch durch Religion geprägtes Denkschema gerate durcheinander, erklärte die Frauenärztin. Schwangere Frauen bei uns werden von ihren Männern enttäuscht. Zur Rolle von Gynäkologen gehört es durchaus, ihre Patientinnen zu beraten, wie ihr sexuelles Verlangen gerade in der Schwangerschaft befriedigt wird. Die Rolle des Gynäkologen sollte jedoch nicht wieder die des "Gottes in Weiß" - quasi als Religionsersatz - sein. Den Männern kann die Angst vor Sexualität in der Schwangerschaft ihrer Frauen durch eine gute Aufklärung genommen werden. Und wo Gynäkologen übereilte Sexverbote bei fast jeglicher Form einer Risikoschwangerschaft aussprechen, spiegelt das meist mehr deren Angst wider als wissenschaftliche Erkenntnisse. (red)
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...das Liebe machen in der Schwangerschaft sollte sicher zärtlicher sein und nicht "wild" und ganz wichtig, sechs Wochen vor der Geburt und sechs Wochen nach der Geburt ... keine Liebe machen, nur sonstiges....küssen und streicheln und petting und was es alles noch Schönes gibt...
Es ist wohl weniger die Tatsache einer Schwangerschaft sondern viel mehr die Tatsache, dass es endlich einmal egal ist, wie die Figur aussieht, also sozusagen die beste Ausrede fürs fülligere Äußere, das Frauen so lustvoll empfinden lässt.
Traurig, dass frau dazu eine Schwangerschaft braucht...
Es behauptet auch keiner, daß das immer so spaßig ist. Bei all dem emotionalen und gesundheitlichen auf und ab gibt es auch eine Menge unschöner Situationen. In der Regel kümmern sich ein Mann sehr gerne um seine schwangere Partnerin. Aber nachdem er wären eines ihrer Tiefs zur "Schnecke" gemacht wurde, Sex zu wollen? Auch als Mann hat man Gefühle und egenseitiges Verständniss sollte daher an der Tagesordnung sein.
Na schön, wir, die werdenden Väter, werden uns also zusammenreißen und uns auch dann ins Zeug legen, wenn wir mal keinen Bock haben unsere von der Schwangerschaft angeschwollenen Göttinnen zu besteigen.
Und jetzt warte ich auf den Artikel, der die Damen auffordert während jener Zeit, wo sie nicht schwanger sind ebenso beim Sex nicht so zickig zu sein.
Wäre schön, wenn Frauen das auch so handhaben würden und sich auch mal mit dem Mann beschäftigen auch wenn sie gerade nicht megascharf darauf sind.
Ich würde das in diesem Zusammenhang als gelebte Gleichberechtigung sehen - nur halt mal von der anderen Seite her. Aber das ist wahrscheinlich weder für Sie noch für die Zensur nicht angebracht.
Na mal sehen...
dass es ihm wichtig ist, dass wir beide spass haben, wird er von mir dementsprechend "belohnt" werden.
abgesehen davon, dass es mir nicht passiert, mit einem mann zusammen zu sein, der glaubt, wenn er auf seine kosten kommt ist alles fein, kann ich nur sagen: warum sollte eine partnerin etwas tun, das sie nicht tun will?
entweder mann muss sich was einfallen lassen, dass frau spass hat, oder wenns im bett auf dauer nicht klappt - tschüß!
sie könnten ihr ja z.b. vorschlagen, dass sie zuschaut(das könnte außerdem den nebeneffekt haben, dass sie doch noch scharf wird. wenn nicht, will sie einfach wirklich nicht ;O) shit happens!
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